Grafschafter Nachrichten
17.05.2021

Schausteller mit Bannern in Nordhorn: „Wir kommen wieder“

Schausteller mit Bannern in Nordhorn: „Wir kommen wieder“

„Wir denken an euch“ versprechen die Tafeln, die Fritz Braun Jr. (rechts) und Dennis Scholle vom Schaustellerverband Nordhorn in der Nordhorner Innenstadt präsentieren. Foto: privat

Nordhorn Der Schaustellerverband Nordhorn hat in der Nordhorner Innenstadt mehrere Banner aufgehängt, mit denen an die traditionellen Volksfeste erinnert werden soll. Die Schaustellerunternehmen wollen solche Feste möglichst bald wieder feiern.

„Wir vermissen euch – wir kommen wieder“, ist auf den Bannern auf dem Neumarkt sowie an den Geländern der Lingener und Bentheimer Torbrücke zu lesen. Eigentlich würde auf dem Neumarkt zurzeit buntes Treiben herrschen, denn Anfang Mai findet hier sonst jedes Jahr die traditionelle Maikirmes statt. Es ist bereits die dritte große Kirmesveranstaltung in Folge, die in Nordhorn aufgrund der Corona-Pandemie ausfällt. „In allen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland sieht es ja genauso aus, tausende Veranstaltungen sind bereits ausgefallen“, stellt der erste Vorsitzende des Schaustellerverbands Nordhorn, Fritz Braun Jr., fest. „Uns liegt es am Herzen, dass diese traditionellen Volksfeste trotz der langen Pause nicht in Vergessenheit geraten, weder beim Publikum noch bei Politik, Verwaltung und der lokalen Wirtschaft“, betont Braun.

„Mobile Freizeitparks sind kein Ersatz“

Sobald die Corona-Lage es zulässt, muss aus Sicht der Schausteller umgehend wieder mit den Volksfesten gestartet werden. „In Landkreisen mit niedriger Inzidenz öffnet jetzt die Außengastronomie, in einigen sogar die Innengastronomie. Wenn das sicher möglich ist, dann muss bald auch eine Kirmes wie in Nordhorn möglich sein“, sagt auch der zweite Vorsitzende, Dennis Scholle. Doch bislang sehen die Corona-Schutzverordnungen das nicht vor. Viele Volksfeste in Deutschland wurden daher bereits wieder weit im Voraus abgesagt.

Braun und Scholle beziehen sich dabei ausdrücklich auf Kirmes und Volksfest in traditioneller Form, nicht auf die sogenannten „mobilen Freizeitparks“. Letztere sind aufgrund von Lockerungen der Corona-Regeln wieder möglich und wurden in verschiedenen Städten auch schon angekündigt. Im Unterschied zur Kirmes müssen sie laut Braun eine gewisse Dauer haben. Braun ist einer der Hauptorganisatoren des mobilen Freizeitparks „Ibbiland“, der im vergangenen Jahr auch einige Wochen lang in Nordhorn aufgebaut war. Er könnte nach Stationen in Meppen und Ibbenbüren eventuell auch wieder nach Nordhorn kommen. Gespräche mit der Stadtverwaltung laufen nach eigenen Angaben dazu bereits.

Volksfeste bewahren

„Die mobilen Freizeitparks sind aber nur eine Corona-Notlösung und kein Ersatz für eine richtige Kirmes-Saison“, stellen Braun und Scholle einstimmig klar. „Die Kirmes muss zu den Menschen kommen, nicht umgekehrt“, sagt Braun. „Auf den meisten Plätzen spielen wir normalerweise nur ein Wochenende lang, dann geht es weiter in die nächste Stadt oder aufs nächste Dorf zu einem neuen Publikum.“ Das sei nicht nur Kern des Geschäftsmodells der Schaustellerbetriebe, sondern auch Kern der Volksfestkultur: „Die Volksfeste zu ihren angestammten Terminen im Jahreskalender sind wichtige Ereignisse für die Stadt- und Dorfgemeinschaften, das gilt es zu bewahren“, so Braun.

„Schon vor Corona haben die Schaustellerverbände für den Erhalt vieler Volksfeste kämpfen müssen, insbesondere für die kleineren Veranstaltungen“ sagt Braun und ergänzt: „Die Pandemie darf nun nicht zu einem Volksfest-Sterben führen. Wir setzen darauf, dass unser Publikum uns auch über die Pandemie hinweg die Treue hält und wir freuen uns darauf, ihnen möglichst bald wieder Freude in den Alltag zu bringen.“

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