12.10.2021, 08:55 Uhr

Rettungsdienstler Clemens Vosskötter verabschiedet

Der künftige Ruheständler im Kreise von Kollegen und Familie. Foto: DRK

Der künftige Ruheständler im Kreise von Kollegen und Familie. Foto: DRK

Bad Bentheim „Rettungsdienstler von Anfang an“: Clemens Vosskötter wurde vor Kurzem in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Als „alter Hase“, oder man könnte schon fast sagen „ältester Hase“, war Clemens Vosskötter von Beginn an im Grafschafter Rettungsdienst tätig. Kein Kollege oder Kollegin hat so viele Dienstjahre absolviert wie er.

Von den Anfängen des DRK Rettungsdienstes bis zum heutigen hochtechnisierten und modernen Rettungsdienst hat er alle Phasen durchlaufen. Die Anfänge des Rettungswesens, mit der oft scherzhaft genannten „Spiegelrettung“, bei der ein Kollege alleine den Rettungswagen besetzte und der Patient während der Fahrt ohne direkte Betreuung im Fond des Rettungswagens transportiert wurde (lediglich beobachtet durch den Rückspiegel) sind Zeiten, die die heutigen Kollegen nur aus Erzählungen kennen. Patienten wurden beispielsweise früher häufig mit der Hilfe von Nachbarn oder Ersthelfern in den Rettungswagen gebracht. All dies sind Dinge, die im heutigen Zeitalter undenkbar wären, zur damaligen Zeit allerdings zum Alltag im Rettungsdienst gehörten.

Die Zeichen der Zeit führten dazu, dass der Rettungsdienst sich immer mehr professionalisierte. Schichten auf dem Rettungswagen wurden nicht mehr von zuhause aus absolviert, sondern von zentralen Standorten aus. In Bad Bentheim befand sich dieser Standort bis 1997 am Paulinenkrankenhaus. Hier unterstützte Clemens Vosskötter in seiner einsatzfreien Zeit viele Jahre das Pflegepersonal des Paulinenkrankenhauses. Bei einer Alarmierung ließen die Kollegen alles stehen und liegen und eilten zum Rettungswagen, der in einer Garage neben dem Paulinenkrankenhaus seinen Platz hatte.

Da diese Lösung keine dauerhafte Lösung war, wurde 1997 die Rettungswache in Bad Bentheim errichtet. Die damaligen 24 Stunden-Schichten wurden von Clemens Vosskötter, mittlerweile in seiner Funktion als Wachenleiter, nun vom neuen Standort aus geleistet. Es galt Dienstpläne zu erstellen, sich weiterzubilden und den „Laden“ am Laufen zu halten. Die damals relativ ungeregelte Ausbildung zum Rettungssanitäter wurde durch den Beruf des Rettungsassistenten abgelöst. Die neue Berufsbezeichnung brachte große Veränderungen mit sich, insbesondere die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patienten wurde deutlich gesteigert. Bis zu seinem Ruhestand arbeitete Vosskötter als Rettungsassistent an der Rettungswache Bad Bentheim und absolvierte in diesen Jahren unzählige Einsätze.

Zu seinem letzten Einsatz wurde er im Rahmen seiner Verabschiedung gerufen. Dieser Einsatz wird ihm hoffentlich unvergessen bleiben. Unter einem Vorwand, und in Absprache mit der Rettungsleitstelle Ems-Vechte, wurde Vosskötter um 18.55 Uhr (Dienstende 19 Uhr) zur Burg Bentheim alarmiert. An der Burg angekommen, musste er jedoch schnell feststellen, dass dieser Einsatz der von den Kollegen arrangierte Abschied in seinen Ruhestand war. So wurde Clemens um 19 Uhr zum letzten Mal von der Nachtdienstbesatzung abgelöst, und viele Kollegen hatten die Gelegenheit, sich unter der musikalischen Begleitung der Nordhorn Pipes and Drums (https://con-pad.de/) von ihm zu verabschieden. Nach einem kleinen Umtrunk ging es für den künftigen Ruheständler standesgemäß in Kolonnenfahrt Richtung Rettungswache Bad Bentheim, wo der Abend einen gemütlichen Ausklang fand.

Ems-Vechte