07.09.2021, 12:30 Uhr

Rekord: Genossenschaft vermarktet 130 Millionen Liter Milch

Für ihre sehr guten Qualita¨tsleistungen wurden die zehn besten Erzeugerbetriebe von den Geschäftsführern Jürgen Lichtenborg und Albert Weersmann (Zweiter und Dritter von links) ausgezeichnet und mit einem Pra¨sentkorb geehrt. Foto: privat

Für ihre sehr guten Qualita¨tsleistungen wurden die zehn besten Erzeugerbetriebe von den Geschäftsführern Jürgen Lichtenborg und Albert Weersmann (Zweiter und Dritter von links) ausgezeichnet und mit einem Pra¨sentkorb geehrt. Foto: privat

Wilsum Die Kooperative Milchverwertung Emlichheim-Laarwald-Wielen-Wilsum hat ihre Mitglieder kürzlich zur Generalversammlung nach Wilsum eingeladen. Da die turnusmäßige Versammlung im vergangenen Jahr coronabedingt ausgefallen war, zogen die Geschäftsführer Albert Weersmann und Jürgen Lichtenborg Bilanz über gleich zwei abgelaufene Geschäftsjahre.

„Preisentwicklung lässt zu wünschen übrig“

Aufsichtsratsvorsitzender Johann-Heinrich Hölman konnte zahlreiche neue Mitglieder der Genossenschaft begrüßen. „Die Milchpreisentwicklung ließ bislang auch im laufenden Geschäftsjahr mehr als zu wünschen übrig, vor allem wenn man bedenkt, dass die Anforderungen an die hiesigen Milchbauern immer stärker zunehmen und die Kosten für die Milchproduktion dadurch nicht unwesentlich gestiegen sind“, stellte Vorsitzender Johann-Heinrich Hölman einleitend fest. „Einzig das Wetter ist in diesem Sommer den Milchlandwirten einigermaßen hold, denn durch die relativ feuchte Witterung sind die Grassilage-Erträge bisher sehr zufriedenstellend, wenn auch hierdurch die deutlich gestiegenen Futterpreise bisher nicht überkompensiert werden.“ Für das der Genossenschaft entgegengebrachte Vertrauen sprach Hölman den versammelten Mitgliedern seinen Dank aus.

Milcherfassung deutlich gesteigert

Im weiteren Verlauf stellte Geschäftsführer Albert Weersmann den Mitgliedern die Umsatz- und Absatzzahlen sowie das Ergebnis der Wirtschaftsjahre 2019 und 2020 vor. Beide Bilanzen sind sowohl im Ertrags- als auch im Vermögensbereich weiterhin geprägt von geordneten und nachhaltig guten Strukturen und Kennziffern. „Die Genossenschaft konnte in beiden Geschäftsjahren die Milcherfassung aufgrund zahlreicher, neu hinzugekommener Lieferanten deutlich steigern“, zeigt sich Weersmann erfreut. Seinen Angaben zufolge wurden erstmals mehr als 100 Millionen Liter Qualitäts-Rohmilch vermarktet: im Jahr 2019 mehr als 118 Millionen Liter, in 2020 sogar über 128 Millionen Liter. Aufgrund der hinzugewonnen Milchmenge stieg der nominale Umsatz in 2019 auf etwa 41 Millionen Euro, in 2020 auf rund 44 Millionen Euro. „Der relative Umsatz ist allerdings in beiden Jahren nicht signifikant gestiegen, sondern lediglich annähernd stabil geblieben, was letztlich auch das Zerrbild im Vergleich zu den gestiegenen Produktionskosten zeichnet und die Unzufriedenheit der Milchlandwirte rechtfertigt“, so Weersmann weiter. „Leider ist wieder deutlich zu wenig aus der gesamten Wertschöpfungskette beim Landwirt angekommen und konnte so auch nicht in den regionalen Wirtschaftskreislauf zurückfließen.“ Dennoch könnten sich die Mitglieder, wie in den Vorjahren, über eine Nachzahlung in Form einer Warenrückvergütung freuen.

„Herausforderungen bleiben hoch“

2019 entsprachen von der angelieferten Milch 99,5 Prozent der Güteklasse 1. Der durchschnittliche Fettgehalt betrug 4,18 Prozent, der Durchschnittseiweißgehalt 3,44 Prozent. 2020 wurden sogar 99,6 Prozent der Milch gemäß Güteklasse 1 angeliefert – mit durchschnittlich 4,19 Prozent Fett- und 3,46 Prozent Eiweißgehalt. In beiden Jahren wurde die Rohmilch an die Royal-A-ware Food Group im niederländischen Heerenveen vermarktet. „Auch im laufenden Geschäftsjahr ist der bisher erzielte Milchpreis alles andere als zufriedenstellend für die Landwirte“, kritisiert Weersmann. Über die Entwicklung bis zum Jahresende sei es zurzeit schwerlich möglich, eine verlässliche Aussage zu treffen. „Zu sehr werden die Märkte weiterhin vom Pandemiegeschehen, der Umsetzung des Brexit und damit auch von Exportbedingungen beeinflusst. Die Herausforderungen bleiben hoch“, konstatiert Weersmann.

Anschließend stellte Geschäftsführer Jürgen Lichtenborg die neue Milchlieferordnung vor, Albert Weersmann ging kurz auf die Planungskonzepte am Standort Emlichheim ein.

Auszeichnungen für hohe Qualität

Für die Erzeugung von Qualitätsmilch wurden die zehn besten Betriebe der Jahre 2019 und 2020 von den beiden Geschäftsführern ausgezeichnet. Den ersten Platz belegt in beiden Jahren der Betrieb von Wilhelm Kamphuis (Wilsum), gefolgt von der Bewo Agrar GmbH (Emlichheim) auf dem zweiten und Hein Ekenhorst (Laar) auf dem dritten Rang. Die weiteren Pla¨tze belegen Johann Borgmann (Emlichheim), die Kleiman GbR (Wilsum), Andre Ensink (Hoogstede); Alfred Hagmann (Hardingen), Klasink-Blenke-Emme GbR (Wilsum), Wesselink GbR (Laar), Hildebrand Rötterink (Ringe), Gerd Horsink (Esche), Jan Robbert (Ringe), Renate Brinks (Laar) sowie die Lübberink GbR aus Tinholt. Alle Betriebe wurden fu¨r ihre sehr guten Qualita¨tsleistungen mit einem Pra¨sentkorb geehrt.

Klever neu in Aufsichtsrat gewählt

Bei den Vorstandswahlen wurden Gerhard Reinink (Emlichheim), Hermann Klever (Wielen), Johann Blenke (Wilsum) und Geert Ramaker (Emlichheim) für eine weitere Periode in ihren Ämtern bestätigt. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Hendrik Klever (Halle) neu ins Gremium gewählt. Er folgt Jürgen Robbert, der dem Aufsichtsrat mehr als zehn Jahre lang angehörte und auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausscheidet. Die Aufsichtsratsmitglieder Johann-Heinrich Hölman, Rudolf Immink und Gerwin Spieker wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

Aufsichtsratsvorsitzender Johann-Heinrich Hölman (links) verabschiedet Jürgen Robbert, der nach über zehn Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Foto: privat

Aufsichtsratsvorsitzender Johann-Heinrich Hölman (links) verabschiedet Jürgen Robbert, der nach über zehn Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Foto: privat