31.05.2022, 15:05 Uhr

Reger Austausch bei „Börgermestertiet“ im Heimathaus Darme

Aus beiden Landkreisen des Landschaftsgebietes waren Bürgermeister bei der „Börgermestertiet“ im Heimathaus in Lingen-Darme vertreten. Daniela Kösters, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft (Mitte), begrüßte unter anderem Albert Stegeman, Bürgermeister der Gemeinde Ringe (Zweiter von rechts), und Thomas Berling aus Nordhorn (Erster von rechts). Foto: Heskamp

© Richard Heskamp

Aus beiden Landkreisen des Landschaftsgebietes waren Bürgermeister bei der „Börgermestertiet“ im Heimathaus in Lingen-Darme vertreten. Daniela Kösters, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft (Mitte), begrüßte unter anderem Albert Stegeman, Bürgermeister der Gemeinde Ringe (Zweiter von rechts), und Thomas Berling aus Nordhorn (Erster von rechts). Foto: Heskamp

Lingen Die Emsländische Landschaft hat am 25. Mai zum ersten Mal die „Börgermestertiet“ ausgerichtet. Dazu waren alle amtierenden haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinden und Samtgemeinden im Emsland und der Grafschaft Bentheim eingeladen worden. Das Heimathaus in Lingen-Darme wurde zuvor in Kooperation mit dem dortigen Heimatverein liebevoll für die Veranstaltung hergerichtet. Daniela Kösters, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft, hatte die Idee: „Mein Anliegen ist, das Engagement für Platt in unserer Region breit aufzustellen. Dazu sind unsere Bürgermeister und Bürgermeisterinnen großartige Multiplikatoren, die die Menschen in ihren Gemeinden gut kennen und helfen können, Netzwerke auszubauen, auch über die Landkreisgrenzen hinweg.“ Es sei wichtig, nun die Weichen zu stellen für das Überleben der Sprache. Der Grundstein dafür müsse schon in Kita und Grundschule erfolgen, aber auch in den Familien könne noch viel für die regionale Sprache getan werden, wenn zum Beispiel die Großeltern mit den Enkeln mehr Platt sprechen.

Gesche Gloystein, Leiterin der Fachstelle Plattdeutsch bei der Emsländischen Landschaft, stellte fest: „Plattdeutsch wandelt sich derzeit von einer Muttersprache hin zu einer Lernsprache.“ Auch eine wichtige Botschaft an die lokale Politik wurde ausgesprochen: „Platt ist nicht nur freiwillige Aufgabe!“ Niedersachsen hat als eines der acht Bundesländer, in denen Platt gesprochen wird, ebenfalls die Europäische Charta zum Schutz der Regional- und Minderheitensprachen unterzeichnet und habe somit auch Pflichten übernommen. Die Emsländische Landschaft sieht sich hier als Dienstleister für die Unterstützung mit Materialien und als Ansprechpartner für Kooperation und Vernetzung in der Region.

Als konkreten Aufruf bat die Emsländische Landschaft die Anwesenden, in die Kitas und Grundschulen ihrer Gemeinden zu gehen und dort plattdeutsche Geschichten vorzulesen. „Im Rahmen des Projektes ,Septembermaand ist Plattdüütschmaand‘ ruft das Bündnis ‚Platt is cool‘ mehrerer Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen jährlich dazu auf, sich in Kitas und Schulen, aber auch in Geschäften, zum Beispiel an jedem Freitag im September, auf Platt zu unterhalten oder kleine Aktionen durchzuführen. Das ist einer der Bausteine, auf den sich Sprachvermittlung schon in jungen Jahren stützen kann“, ergänzt Gesche Gloystein.

Die Plätze im Heimathaus waren gut besetzt mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus der gesamten Region zwischen Papenburg und Emsbüren sowie Emlichheim und Nordhorn. Es fand ein reger Austausch statt und eine deutliche Motivation, „Platt op Patt“ zu bringen, lag in der Luft.