15.08.2022, 14:36 Uhr

Radtour zum Projekt „Erinnern, um nicht zu vergessen“

Mehrere Gedenktafeln stehen nun in Emlichheim und im Emsland. Foto: privat

Mehrere Gedenktafeln stehen nun in Emlichheim und im Emsland. Foto: privat

Zum Abschluss des zweijährigen grenzüberschreitenden Gedenkprojektes „Erinnern, um nicht zu vergessen“ lädt die Emsländische Landschaft für Samstag, 27. August, 13 Uhr Interessierte zu einer geführten Fahrradtour ein.

Am 8. Mai 2020 jährte sich das Ende der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung der Niederlande zum 75. Mal. Aus diesem Anlass wurde das grenzüberschreitende Projekt ins Leben gerufen. Während der letzten zwei Jahre lag der Fokus auf der grenzübergreifenden und gemeinsamen Erinnerung an die Kriegsereignisse sowie der Opfer im deutsch-niederländischen Grenzgebiet während des Luftkriegs von 1940 bis 1945. Der Luftkrieg über Europa, insbesondere auch über dem Grenzgebiet der Provinz Drenthe, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim, erfordern eine grenzüberschreitende Erinnerungskultur und gemeinsames Gedenken. „Mit der kooperativen Aufarbeitung und der gemeinsamen Erinnerungsarbeit entstand ein einmaliger Beitrag deutsch-niederländischer Gedenkkultur, der auf gegenseitigem Respekt und unterschiedlichen Perspektiven beruht“, erklärt Renuka Vivekananthan, Kulturmanagerin der Emsländischen Landschaft und Projektleiterin des mit Interreg Mitteln geförderten Projekts, bei dem die Emsländische Landschaft Lead-Partner ist.

Das Projekt „Erinnern, um nicht zu vergessen“ hat zwischen 2021 und 2022 exemplarisch anhand von dreizehn Absturzstellen die Schicksale der Piloten und Maschinen rekonstruiert.

„Wir sind sehr dankbar, dass die sehr aufwendigen Recherchearbeiten von Mitgliedern der niederländischen Stichting Luchtoorlog Drenthe (SLO) und der deutschen IKARUS Gruppe um den Lingener Joachim Eickhoff geleistet wurden. Gerade in der Corona Zeit bedeutete diese grenzüberschreitende Kooperation eine enorme Herausforderung für die Beteiligten,“ berichtet Daniela Kösters, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft.

Nachdem zuvor schon durch SLO im Grenzgebiet der Drenthe mehrere Gedenktafeln unter dem Titel „Lost Wings“ aufgestellt wurden, konnte das Gebiet nun auf die Landkreise Emsland und die Grafschaft Bentheim erweitert werden. In der Gemeinde Twist und in der Samtgemeinde Emlichheim, ebenfalls Projektbeteiligte, wurden über ein Dutzend Gedenktafeln installiert, die über die Opfer der Abstürze, meist sehr junge Männer und deren Schicksale berichten. Die dortigen Schilderungen geben Einblicke in das damalige Geschehen in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland und sollen als Mahnung für den Frieden dienen. „Die Tafeln befinden sich nicht genau an den jeweiligen Absturzstellen, sondern nur in deren Nähe, da diese oft auf Feldern oder Äckern lagen. Sie sind so platziert, dass sie eine landkreisübergreifende Route bilden, die man gut mit dem Fahrrad erkunden kann“, erklärt Vivekananthan. An den Standorten der Heimatvereine Emlichheim (Haus Ringerbrüggen) und Twist (Heimathaus), die ebenfalls am Projekt beteiligt sind, befinden sich zusätzlich große Hinweistafeln mit Routenkarten und Erklärungen zum Projekt.

„Es ist wichtiger denn je, dass wir gerade in Zeiten des aktuellen Kriegs Russlands gegen die Ukraine mit diesem Friedensprojekt ein Signal für ein geeintes und friedliches Europa setzen. Die grenzübergreifende, gemeinsame Arbeit mit unseren Kooperationspartnern ist für alle ein großer Gewinn und soll ein klares Zeichen gegen Krieg und Gewaltherrschaft sein“, erklärt Marc-André Burgdorf, Präsident der Emsländischen Landschaft.

Das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt wurde von der Ems Dollart Region, den Landkreisen Emsland und der Grafschaft Bentheim, der Provinz Drenthe und der Emsländischen Landschaft gefördert.

Am 27. August um 13 Uhr wird nun zum Abschluss des Projektes eine exklusive Radtour mit zwei Experten des Projekts angeboten. Die Fahrradtour beginnt am Heimathaus Twist, Flensbergstraße 11 und ist kostenlos. Bei Interesse bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 22. August per E-Mail an info@emslaendische-landschaft.de.