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17.02.2020, 00:02 Uhr

Promi-Geburtstag vom 17. Februar 2020: Herbert Köfer

Seit 80 Jahren auf der Bühne, mit 92 Jahren ein Haus gebaut, vor einigen Jahren die sozialen Medien für sich entdeckt: Volksschauspieler Herbert Köfer ist immer gut für Überraschungen.

Schauspielerlegende Herbert Köfer: Mit 99 setzt man sich noch nicht zur Ruhe. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Schauspielerlegende Herbert Köfer: Mit 99 setzt man sich noch nicht zur Ruhe. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Von Gudrun Janicke, dpa

dpa Potsdam Die Frage ist (dem) Volksschauspieler, Defa-Star und Publikumsliebling Herbert Köfer schon hundertfach gestellt worden: Wie hält sich der Mime, der heute 99 Jahre alt wird, so beneidenswert fit?

„Es gibt da kein Geheimnis“, wiederholt er dann immer. „Ich lebe bewusst, habe einen Beruf, der mich erfüllt und ein Publikum, das - wie mir immer versichert wird - mich nach wie vor gerne auf der Bühne und im Fernsehen sieht“, sagt er.

Gerade hat der beliebte Schauspieler, der noch immer im Theater spielt und auf Lesereisen unterwegs ist, sein Buch „99 und kein bisschen leise“ (Eulenspiegel Verlag) veröffentlicht. Er lässt die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren: Kindheit, Lehre und dann seinen Traum, Schauspieler zu werden, den er verwirklichen konnte. Heimlich und ohne Wissen der Eltern habe er sich angemeldet, schreibt er.

Schon sein erster Auftritt sei allerdings außergewöhnlich gewesen: Eine Geburt in Steißlage, für die er allerdings keinen Applaus erhalten habe, berichtet er mit Humor.

Sein erstes Engagement führte ihn nach dem Krieg an das Theater Kleinmachnow bei Berlin. Er spielte dann in Defa-Filmen wie „Nackt unter Wölfen“ (1963). In Schwänken und Komödien im DDR-Fernsehen war er immer Publikumsliebling.

Nach der Wende musste er den bislang schwärzesten Tag in seiner Karriere verkraften: In Hamburg wollte sich der zu DDR-Zeiten gefeierte Star in den Studios vorstellen. „Man fragte mich: Sind sie Musiker oder Techniker?“, berichtet er in dem Buch. Das sei erschütternd gewesen. Mittlerweile hat er in beliebten Fernsehserien wie „In aller Freundschaft“, „Soko Leipzig“ oder „Ein starkes Team“ gespielt.

Zuhause hat sich eine ganze Regalwand mit Programmheften, Fotoalben, Zuschauerpost gefüllt. „Ob ich überhaupt Kritiken lese? Aber ja“, schreibt er. Und: Um aber darin zu stöbern und zu lesen, fehle ihm aber die Zeit. „Das Bedürfnis, alten Zeiten nachzuhängen, verspüre ich sowieso nicht“, sagt er.

Köfer sieht sehr jugendlich aus und wirkt fit. Mit Anfang 80 hatte er ein Tourneetheater gegründet, mit dem er 15 Jahre durch das Land reiste. In 40 bis 50 Vorstellungen stand er pro Jahr auf der Bühne. Mit 92 entschloss er sich ein Haus zu bauen. Im vergangenen Jahr trat er im „Deutschen Haus“ im brandenburgischen Beelitz in den Stücken „Pension Schöller“ und in „Ein gesegnetes Alter“ auf.

Köfer schreibt auch offen darüber, dass man ihn oft mit dem Schauspieler Johannes Heesters vergleicht, der 2011 im Alter von 108 Jahren gestorben war. Er achte die schauspielerische Leistung von „Jopi“. „Aber ich gedenke nicht, in einen Alterswettbewerb mit ihm zu treten.“

Seit einigen Jahren interessiert er sich auch für die sozialen Medien. Sicher würden viele denken, dass sein Facebook-Account doch von der Agentur oder wem auch immer geführt werde. „Irrtum, alles was auf meiner Seite erscheint, füge ich ein“, erläutert er im Gespräch. „Natürlich mit Hilfe meiner Frau, weil sie einfach schneller auf der Tastatur unterwegs ist.“ Seine gut 2200 Follower lässt er an seinem Leben Anteil nehmen. „Tabu ist für mich alles, was zu sehr in die Privatsphäre geht“, betont er aber. Er selbst bleibe jedoch Zeitungsleser.

Ein glücklicher Tag bedeutet für den Jubilar: Ausschlafen, gut frühstücken, im Garten mit dem Hund spielen und abends im Theater den Kollegen bei der Arbeit zusehen. „Aber noch glücklicher bin ich natürlich, wenn ich selber auf der Bühne stehe“, sagt er.

Im Moment ist er noch mit der Lesereihe „Köfer liest Karusseit“ - aus dem Buch der vor einem Jahr gestorbenen Schauspielerin und Freundin Ursula Karusseit - unterwegs, dann widmet er sich der Lesetournee zu seinem Buch „99 und kein bisschen leise“. Geplant ist auch die Wiederaufnahme seiner Veranstaltungsreihe „Das blaue Fenster“. „Zwischendurch mache ich auch mal Urlaub und dann schau'n wir mal....“ - 2021 steht Köfers 100. Geburtstag an.