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12.07.2019, 08:00 Uhr

Projekttage Niederländisch am Burg-Gymnasium Bad Bentheim

Vom 24. bis 26. Juni beteiligte sich das Burg-Gymnasium an einem Pilotprojekt im Rahmen von „Grenzkultur“, um sich grenzüberschreitend mit dem kulturellen Erbe der Region auseinanderzusetzen.

Projekttage Niederländisch am Burg-Gymnasium Bad Bentheim

Die Klasse 6d nahm unter Leitung ihrer Niederländischlehrerin Anita Huisjes an den Projekttagen teil. Foto: Birgit Baumann

Die Klasse 6d beschäftigte sich unter Leitung ihrer Niederländischlehrerin Anita Huisjes zunächst mit dem für sie sperrigen Begriff des „immateriellen Kulturerbes“ und fand heraus, dass Traditionen wie „Stockfisch essen“ oder der „Koningsdag“ eben keine greifbaren Kulturgüter sind, sondern lebendige Traditionen oder Bräuche, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und ein warmes Gefühl von Zusammengehörigkeit schaffen können. Im weiteren Verlauf des Projektes wurde klar, dass sich viele Traditionen diesseits und jenseits der Grenze ähneln, es aber auch Unterschiede gibt.

So gehören in der Grafschaft genau wie auf holländischer Seite die Osterfeuer zur Tradition. Allerdings gibt es in Ootmarsum und anderen niederländischen Orten zusätzlich die mit langen beigefarbenen Trenchcoats, schwarzer Hose und Hut bekleideten „Poasekearls“. Sie organisieren das Osterfeuer und führen zu Ostern eine Menschenkette an, bei der die Menschen Hand in Hand durch die Innenstadt gehen und Osterlieder aus der Region singen. Das sogenannte „Beijern/Beieren“, also das Läuten der Kirchturmglocken zur Jahreswende per Hand, findet sich auf beiden Seiten der Grenze, während andere Bräuche sich als eben typisch für nur eine Seite erwiesen – so etwa die deutsche Tradition, zu Silvester „Dinner for One“ anzuschauen oder die niederländischen „Muisjes“, die anlässlich einer Geburt auf Zwieback serviert werden.

Ein weiterer Bestandteil des Projektes war der Besuch einer Einrichtung kulturellen Erbes auf niederländischer Seite. Die Klasse reiste also nach Coevorden zum „Stedelijk Museum“, in dem die Geschichte dieses beschaulichen Städtchens sehr vielfältig und interessant aufbereitet wurde. Hier galt es für die Schüler einiges zu entdecken und zu bestaunen. Wer hätte gedacht, dass die tapferen Coevordener es 1672 schafften, eine Belagerung der Festung durch „Bommen Berend“, also dem damaligen Bischof von Münster (eigentlich Christoph Bernhard von Galen), zu beenden – oder dass es zu dieser Zeit bereits Waffeleisen gab?

Am letzten Projekttag waren die Schüler zunächst im Zentrum von Bad Bentheim unterwegs, um Passanten zum Thema „Feste auf deutscher und niederländischer Seite“ zu befragen. Aus diesen Interviews und den Ergebnissen der vorangegangenen Arbeiten entwickelten die Schüler daraufhin eigene Ideen für ein deutsch-niederländisches Kulturfest in Bad Bentheim, indem sie eine Einladung, Dekorationen sowie eine Menükarte bastelten und dazu einen Brief an Bürgermeister Dr. Volker Pannen verfassten.

Zur Freude der Teilnehmer nahmen sich sowohl Pannen als auch Birgit Baumann von der Emsländischen Landschaft am letzten Projekttag die Zeit, die Ergebnisse persönlich in Augenschein zu nehmen und die Ideen für beispielsweise ein „Fietsfest“, ein „Kulturbegegnungsfest“, ein „Ökofest“ oder ein „Esskulturfest“ zu würdigen. Pannen sprach bei der Gelegenheit die Einladung an die Klasse aus, die Ergebnisse im kommenden Schuljahr im Bentheimer Treff 10 zu präsentieren – einen Vorschlag, der selbstverständlich angenommen wurde und über den sich die Schüler sehr freuten. Das Projekt begleitet die Klasse also noch bis in das kommende Schuljahr hinein und wird auf diese Art einen noch etwas größeren Rahmen bekommen. Burg-Gymnasium Bad Bentheim