01.01.2020, 12:00 Uhr

Prof. Dr. Brachat hält Impulsvortrag in Nordhorn

Kürzlich hielt Prof. Dr. Brachat im Nordhorner NINO Hochbau einen Impulsvortrag zu Entwicklungen beim Auto. Everhard Wieking, Obermeister der Grafschafter Kfz-Innung, begrüßte unter anderem Kollegen der Innungen aus Aschendorf-Hümmling, Lingen und Meppen.

Haben sich zum Gemeinschaftsfoto zusammengestellt (von links): stellvertretender Obermeister Heiko Peters, Prof. Hannes Brachat, Obermeister Everhard Wieking und Sascha Wittrock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim. Foto: Haus des Handwerks

Haben sich zum Gemeinschaftsfoto zusammengestellt (von links): stellvertretender Obermeister Heiko Peters, Prof. Hannes Brachat, Obermeister Everhard Wieking und Sascha Wittrock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim. Foto: Haus des Handwerks

Den ersten Teil widmete der Referent der Werkstatt der Zukunft. Die Autos würden qualitativ besser. Die E-Autos der Zukunft bräuchten kein Öl mehr, hätten keinen Auspufftopf um nur ein paar Beispiele zu liefern. Die zentrale Herausforderung laute daher: Werkstattauslastung. Man müsse künftig mehr Werkstattdurchlauf pro Tag produzieren, um denselben Umsatz zu erreichen. Die Digitalisierung sei dabei wichtiges Handwerkszeug, um die Prozesse effizienter zu machen. Den Kontrapunkt zur Digitalisierung setze die persönliche Kommunikation mit den Kunden. Hier könnten Klein- und Mittelbetriebe im direkten Kundenkontakt punkten. Brachat: „Robert Bosch, ein Schwabe, meinte: Vertrauen kann man nur gewinnen, nicht kaufen. Das sollte die Stärke bleiben, Vertrauen schaffen.“

Ein breites Spektrum des Vortrages widmete sich dem Thema Elektromobilität. Der Referent wandte sich gegen viele Vorurteile zum E-Auto. Wer die neuen Prämiensätze für E-Autos sehe, könne für verschiedene E-Modelle sagen, sie seien nicht mehr teurer als Verbrennungsmotoren. Die durchschnittliche Reichweite eines E-Autos läge bei 300 km. Der Deutsche führe pro Tag 42 Kilometer. Die Ladestruktur sei zu verbessern. Allerdings würden 80 Prozent derer, die ein E-Auto fahren, zu Hause oder am Arbeitsplatz tanken. Brachat: „Wir haben in Deutschland 16 Millionen Einfamilienhäuser. Wenn davon all jene, die auch einen Zweitwagen besitzen, eine eigene Solaranlage installieren und den Strom in der Garage speichern, könnten sie Haus und Auto aus der eigenen Dose „grün“ versorgen.“

Die deutschen Hersteller würden auf E-Autos setzen, würden aber auch am Wasserstoff arbeiten. Eine Wasserstofftankstelle würde derzeit zirka 1,2 Millionen Euro und ein Wasserstoffauto zirka 75.000 Euro kosten. Aus Sicht des Referenten bedeute dieses, dass noch Entwicklungszeit benötigt würde. Das autonome Autofahren werde kommen, allerdings eher für den Autobahnbetrieb als in Großstädten. Auch das würde dauern. Ein autonomes Auto würde mit heutiger Technik 400.000 Euro kosten. Auch das brauche bis zu seiner Alltagstauglichkeit noch einige Zeit.

Brachat rief abschließend zu Mut und Zuversicht für die Zukunft aus. „Wer hätte gedacht, als in den 1960er-Jahren beim VW Käfer auf dem Tacho Tempo 100 stand, er heute beim VW-Bugatti Chiron 500 lesen wird?“ Das Produkt Auto habe weiterhin Zukunft. Es biete Individualität, Freiheit, Unabhängigkeit, Lebensqualität und Emotionalität. Es würden neue Mobilitätsformen hinzukommen. Zukunft sei Veränderung.