12.05.2022, 16:10 Uhr

„Pride-Month“ im Juni mit vielen Aktionen in Nordhorn

Das Organisationsteam freut sich auf das umfangreiche Programm zum Pride-Month in Nordhorn. Foto: Stadt Nordhorn

Das Organisationsteam freut sich auf das umfangreiche Programm zum Pride-Month in Nordhorn. Foto: Stadt Nordhorn

Nordhorn Von Mittwoch, 8. Juni, bis einschließlich Samstag, 25. Juni, lädt die Stadt Nordhorn Jugendliche und junge Erwachsenen zum „Pride Month“ mit zahlreichen Programmpunkten ein. Fast alle Veranstaltungen finden im Jugendzentrum an der Denekamper Straße oder im Jugendtreff Blanke statt.

Jedes Jahr im Pride-Month Juni versammeln sich weltweit Angehörige der LGBTQ+-Community, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. „Es geht um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, Freiheit und Selbstbestimmung sowie die Sensibilisierung der Gesellschaft für die Bedürfnisse von Menschen, die sich diesem Personenkreis zugehörig fühlen“, führt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung aus. In diesem Jahr beteiligt sich die Stadt Nordhorn erstmals mit einem eigenen Programm am Pride Month.

Die Abteilung Jugendarbeit hat in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern rund 20 Veranstaltungen geplant, die über den ganzen Monat verteilt stattfinden. Neben verschiedenen Aktiv-Workshops wie Tanz, Theater, Poetry Slam und Graffiti stehen auch Kreativ- und Bastelaktionen, Themen-Workshops für Fachkräfte, Jugendliche und junge Erwachsene, ein Konzert, ein Kinobesuch, eine Discoveranstaltung und eine große Abschlussveranstaltung auf dem Programm.

„Wir wollen diesen besonderen Monat gemeinsam mit allen feiern, die entweder selbst Teil der Community sind oder einfach offen sind für alternative Lebensformen und sich solidarisch zeigen wollen“, sagt Bürgermeister Thomas Berling. Auch die für Bildung, Ordnung und Soziales verantwortliche Stadträtin Birgit Beckermann freut sich über den städtischen Beitrag zum Pride Month: „Die Welt ist bunt und genauso bunt sind die Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen.“

Die Idee für das Projekt stammt von den Besuchern der Nordhorner Jugendeinrichtungen. An der Planung und Umsetzung sind neben Mitarbeitern der Abteilung Jugendarbeit auch der Landkreis Grafschaft Bentheim, die LGBTQ+-Jugendgruppe „Queer Force“, das städtische Kulturreferat, die Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski sowie die Stadtbibliothek Nordhorn beteiligt. „Alle finden das Thema super und waren sofort mit an Bord. Mit vereinten Kräften ist es gelungen, in kurzer Zeit ein wirklich beeindruckendes Programm auf die Beine zu stellen, auf das sich sowohl die Jugendlichen als auch die Erwachsenen total freuen können“, sagen Dirk Weustink und Michael Hill vom Organisationsteam.

Das Programm

  • Im Theater-Workshop können Teilnehmer gemeinsam mit der Theaterpädagogin, Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Sanne Kamst-Velthuis ein eigenes Stück zum Thema LGBTQ+ entwickeln. Sie lernen die Grundlagen der Schauspielerei kennen – die Arbeit mit Gestik, Mimik und der eigenen Stimme. Das fertige Stück wird zum Abschluss des Workshops vor Publikum aufgeführt.
  • Für Tanzbegeisterte gibt es gleich zwei besondere Angebote: Im ersten Workshop vermittelt die erfahrene Tanztrainerin und angehende Erzieherin Denise Burghard interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen Einblicke in die Stilrichtung „Krumping“. Dabei handelt es sich um einen sehr schnellen, expressiven, aggressiv-maskulin wirkenden Freestyle-Tanz. Der zweite Tanzworkshop vermittelt erste Kenntnisse im „Voguing“. ein Tanzstil, der in den 1970er-Jahren in der Ballroom-Szene der marginalisierten homosexuellen Subkultur von New York Harlem entstand. Der Tanz gilt als sehr expressiv und körperbetont. Dieser Workshop wird von Eray „Ray“ Gülay angeleitet, der seit 2014 Teil der Voguing-Szene ist. Abgerundet wird der Workshop durch eine History-Lesson zur Ballroom-Szene, aus welcher die Stilrichtung des „Voguing“ bereits vor über 50 Jahren hervorgegangen ist.
  • Des Weiteren steht für Liebhaber der Wortakrobatik und alle, die sich gerne mal selbst in der Kunst des Poetry Slams versuchen wollen, ein entsprechendes Angebot mit Marian Heuser auf dem Programm. Heuser ist seit 2008 als Poetry Slammer, Moderator und freier Autor tätig. Neben der Auseinandersetzung mit modernen Formen von Literatur aus der eigenen Lebenswelt erlernen Jugendliche und junge Erwachsene während des dreitägigen Workshops das Gestalten von Texten sowie erste Schritte zu einer eigenen Performance. Die Teilnehmer haben zum Ende des Workshops die Möglichkeit, ihre erarbeiteten Texte vor Publikum vorzutragen.
  • Für alle, die gerne kreativ mit Farben arbeiten, wird außerdem ein Graffiti-Workshop angeboten. Hier werden die Teilnehmer gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Arne Mons einen Umzugswagen des Karnevals Clubs Nordhorn thematisch gestalten, können aber auch auf Leinwänden arbeiten. Der fertige Wagen wird von Montag, 20. Juni, bis Freitag, 24. Juni, auf dem Büchereiplatz in Nordhorn ausgestellt.
  • Außerdem gibt es Näh- und Kreativ-Workshops, in denen die Besucher eigene Turnbeutel und Flaggen in Regenbogenfarben gestalten oder ihrer Fantasie beim Designen individueller T-Shirts freien Lauf lassen können.
  • Die Jugendbildungsreferentin Rebecca Herzberg vom Queeren Jugendnetzwerk Lambda Niedersachsen-Bremen behandelt im Fachkräfteworkshop die Lebenswelt queerer Jugendlicher. Vertreter des Projekts „Trans*Akzeptanz“ vermitteln grundlegendes Wissen für eine gelingende Arbeit mit Trans*Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum. Ein Team um die Erziehungswissenschaftlerin Emine Ibrahimi behandelt mit den Teilnehmern das Thema „Geschlechtliche Vielfalt“ und die damit verbundenen Auswirkungen auf die eigene berufliche Praxis.
  • Jessica Lorbach, Vorstand von Lambda Niedersachsen-Bremen, lädt zur „Selbstreflexion der eigenen Identität“ ein. Das Team um Emine Ibrahimi möchte den Teilnehmern des Workshops „Sexualität: Mehr als nur Fortpflanzung“ zu einem offeneren Umgang mit der eigenen Sexualität verhelfen.
  • In der Stadtbibliothek Nordhorn ist den ganzen Juni lang die Foto-Ausstellung „Liebe für alle“ zu sehen. Die Ausstellung des Hochzeitsfotografen Sven Hüsemann behandelt alternative Formen des Zusammenseins.
  • Während des Pride-Month gibt es an jedem Samstag im Juni „Open-House Veranstaltungen“ im Jugendzentrum an der Denekamper Straße, die frei zugänglich und kostenlos sind. Los geht es am Samstag, 11. Juni, um 16 Uhr mit der Vorführung des Theaterstücks der Workshop-Gruppe. Gegen 16:30 Uhr erhalten die Besucher erste Eindrücke aus den Tanzworkshops. Ein besonderes Highlight dieses Tages ist das Unplugged-Konzert von NiMa Lindner um 17.30 Uhr, selbst Teil der queeren Community. Nach dem Konzert steht sie für persönliche Gespräche zur Verfügung. Von circa 19 bis 22 Uhr wird es eine Discoveranstaltung geben.
  • Am Samstag, 18. Juni, ist das Jugendzentrum ab 18.30 Uhr geöffnet. Um 19 Uhr steht die Präsentation der Ergebnisse des Poetry Slam Workshops auf dem Programm. Die Moderation übernimmt der Workshopleiter Marian Heuser. Ab 20.15 Uhr findet eine sogenannte „FuckUp-Night“ rund um queere Themen statt. Bei diesem Format geht es darum, vom persönlichen Scheitern zu berichten. Angehörige der Community erzählen hier von beispielhaften, kritischen Situationen in ihrem Leben.
  • Die Abschlussveranstaltung findet am Samstag, 25. Juni, ab 13 Uhr auf dem Außengelände des Jugendzentrums statt. Neben kurzen Redebeiträgen der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nordhorn Anja Milewski und Vertreter*innen der LGBTQ+ - Gruppe „Queer Force“ steht hier die Gemeinschaft im Vordergrund. Verantwortlich für die musikalische Begleitung ist DJ Svenja Ballerina.

Nähere Informationen zum Pride-Month-Programm und zur Anmeldung für die Workshops bis zum 31.Mai gibt es auf der Internetseite www.nordhorn.de/pridemonth sowie auf der Facebookseite des Jugendzentrums Nordhorn.