Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
10.02.2019, 00:02 Uhr

Polizeiruf 110: Zehn Rosen

Die Leiche einer jungen Frau wird gefunden. Um ihre Waden ist kunstvoll ein Seil gebunden - offenbar ein Symbol. War es ein Serientäter? Im neuen Magdeburger „Polizeiruf 110“ ist nichts, wie es scheint.

Polizeiruf 110: Zehn Rosen

Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) stehen angespannt vor dem Kommissariat. Foto: Stefan Erhard/MDR

Von Sabrina Gorges, dpa

dpa Magdeburg Auf einem verlassenen und vermüllten Gelände liegt die Leiche einer jungen Frau. Der Mörder hat offenbar eine Botschaft hinterlassen: Um die Waden des Opfers hat er kunstvoll ein Seil verknotet - wie sich herausstellt erst nach ihrem Tod. 

„Macht das Sinn?“, fragt Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) den Rechtsmediziner (Henning Peker). „Für symbolische Seile bin ich nicht der richtige Ansprechpartner“, entgegnet dieser trocken. Brasch und ihr Kollege Dirk Köhler (Matthias Matschke) vermuten einen Serientäter. Es beginnt die hartnäckige Suche nach vergleichbaren Altfällen, die immer neue Spuren und Verdächtige, alte Wunden und verletzte Seelen an den Tag bringt.    

In der Magdeburger „Polizeiruf 110“-Folge „Zehn Rosen“ an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten beginnt ein spannend inszeniertes Katz-und-Maus-Spiel. Nichts ist, wie es scheint. Regie bei der Produktion im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks führte der mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Krimispezialist Torsten C. Fischer. Das Drehbuch stammt von Wolfgang Stauch, der eine Vorlage von Martin Douven bearbeitet hat. Gedreht wurde im April und Mai 2018 in Magdeburg, hinter der Kamera stand Theo Bierkens.

Brasch und Köhler stoßen bei ihren Ermittlungen nach dem Hinweis ihres Chefs Uwe Lemp (Felix Vörtler) auf den mehrere Jahre zurückliegenden Mord an der Prostituierten Jessica Peschke. Auch um ihre Waden war ein Seil geschlungen. Paul Schilling (Alessija Lause), der nach einer Geschlechtsumwandlung inzwischen als Pauline Schilling ein Blumengeschäft betreibt, war damals verdächtig.

Auch diesmal scheint Pauline mit dem Mord in Verbindung zu stehen. Immerhin waren sie und das Opfer Kim Pohlmann eng befreundet. Doch Brasch nimmt auch den Ex-Freund der Toten ins Visier. Der ist aggressiv, medikamentenabhängig und wohnt in einem heruntergekommenen Haus. Im Keller entdeckt Brasch eine Art Verließ. Hat er die Arzthelferin dort gefangen gehalten?

„Zehn Rosen“ ist ein spannender und gut gemachter „Polizeiruf 110“, bei dem sich ungewöhnliche Lebenslinien zu einem dichten Netz verknoten. Und dann ist es Pauline, die die Aufgewühltheit und Trauer um den Verlust ihrer Freundin nicht mehr aushält und Brasch fast zufällig auf die Spur des Täters führt. „Entweder, wir haben es mit einem Profi zu tun, oder sie sind eine professionelle Lügnerin“, bewertet die Hauptkommissarin das Gehörte. Der Showdown ist ebenso dramatisch wie konsequent. Der Mörder ist am Ende tot.

Die Rollen von Paul und Pauline sind mit Alessija Lause hervorragend besetzt. Man nimmt ihr die innere Zerrissenheit ab, die sie zeitlebens begleitet und die sie nach Liebe suchen lässt. Brasch wirkt, anders als in den Folgen zuvor, weniger spröde und unnahbar, was an der Beziehung zu dem Polizeipsychologen Niklas Wilke (Steven Scharf) liegen dürfte. Sie bildet mit Köhler endlich so etwas wie ein Team. Doch die Zeit des Magdeburger Ermittlerduos ist begrenzt: Matthias Matschke ist in „Zehn Rosen“ zum vorletzten Mal als Dirk Köhler zu sehen. Im Sommer wird die letzte Folge mit ihm ausgestrahlt.