13.08.2021, 10:00 Uhr

Poitoueselfohlen „Kacie“ verlässt den Tierpark Nordhorn

Bei der Übergabe von Kacie haben sich für ein Abschiedsfoto zusammengestellt (von links): Revierleiter Henning Meyer, Poitou Kara, Tierpflegerin Melanie Schaten, Tierärztin Dr. Anabell Jandowsky, Poitou Kacie, Tierpfleger Thomas Petersen (alle Haustierpark Arche Warder) und (hinten) Poitou Titus und die Nordhorner Tierärztin Dr. Heike Weber bei der Übergabe von Kacie. Foto: Tierpark Nordhorn

Bei der Übergabe von Kacie haben sich für ein Abschiedsfoto zusammengestellt (von links): Revierleiter Henning Meyer, Poitou Kara, Tierpflegerin Melanie Schaten, Tierärztin Dr. Anabell Jandowsky, Poitou Kacie, Tierpfleger Thomas Petersen (alle Haustierpark Arche Warder) und (hinten) Poitou Titus und die Nordhorner Tierärztin Dr. Heike Weber bei der Übergabe von Kacie. Foto: Tierpark Nordhorn

Nordhorn Nachdem im letzten Jahr bei den Poitoueseln gleich zwei gesunde Stutfohlen das Licht der Welt erblickt hatten, stand für dieses Jahr deren Abgabe an.

Theoretisch könnten die kleinen zotteligen Riesenesel auch noch ein Jahr länger im Tierpark Nordhorn bleiben, aber dann würde es ziemlich eng im Stall. Deshalb gibt der Zoo den Eselnachwuchs ungefähr im Alter von einem Jahr an andere interessierte Privathalter oder Zoos ab. Bewerbungen für die niedlichen Stutfohlen gab es einige. „Wichtig ist uns vor allem die weitere reinrassige Zucht mit diesen im Französischen Zuchtbuch geführten seltenen Haustieren“, sagt Kuratorin und Zootierärztin Dr. Heike Weber.

Poitouesel wurden früher vor allem zur Maultierzucht, also der Kreuzung zwischen Pferdstute und Eselhengst benötigt. Der Niedergang der Maultierzucht führte in den 1960-er Jahren zu einem dramatischen Rückgang an Poitoueseln. 1972 soll es nur noch 25 reinrassige, im Zuchtbuch eingetragene Tiere gegeben haben. Die Rasse stand kurz vor dem Aussterben. Verstärkte internationale Bemühungen und auch Einkreuzungen anderer Eselrassen führten jedoch zum Erfolg und Erhalt dieser schönen, freundlichen Großeselrasse mit dem markanten verfilzten langen Fell. Weltweit gibt es mittlerweile wieder über 1000 reinrassige Baudet du Poitou, davon ungefähr 200 in Deutschland.

Für das Stutfohlen „Kacie“ hat sich die Zooleitung für den Haustierpark Arche Warder als neuen Halter entschieden. In der Arche Warder werden seit Jahren Poitouesel erfolgreich gezüchtet, und es gibt einen regen Austausch auch mit Zuchttieren aus Frankreich. Auf Basis der offenen Tauschliste kann so der Tierpark Nordhorn in der Zukunft vielleicht mal ein Fohlen aus Warder bekommen oder eigene Stuten zum Decken dorthin bringen. Letzteres ist in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, da die Kooperation der beiden Zoos seit jeher gut läuft.

Folglich war es schön, dass zur Abholung von „Kacie“ der Tierpfleger Thomas Petersen und Tierärztin Dr. Anabell Jandowsky angereist waren. So konnte man sich fachlich auch noch intensiv im persönlichen Gespräch austauschen. Die beiden Poitou-Narren gerieten gleich ins Schwärmen: „So eine nette und liebe, für die haben wir auch einen tollen Mann in Warder. Aber dafür muss sie erst mal noch ein bisschen wachsen“, witzelte Petersen. „Und schön brav am Halfter läuft sie auch schon“, lobte Jandowsky. Wobei „Kacie“ trotz vieler Trainingseinheiten mit den Nordhorner Tierpflegern den unbekannten Hänger dann doch nicht ohne Anschubhilfe betreten wollte. Typischer Vorführeffekt. Ein Laubzweig und etwas Gras zum Abschied versöhnte sie jedoch und los ging es gen Norden.

„Der Abschied fiel gerade den Nordhorner Tierpflegern schon etwas schwer, aber in Warder wird „Kacie“ ein schönes neues Zuhause mit großflächigen Magerrasenwiesen zum Laufen und Sandbaden haben und sicher neue Eselfreundschaften schließen“, heißt es vonseiten des Tierparks.

Das zweite Stutfohlen „Kara“ ist auch schon versprochen. Die Kleine wird an einen privaten Poitou-Züchter gehen, dessen Zuchthengst „Filou“ Vater von „Kara“ und „Kacie“ ist.