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23.10.2019, 16:00 Uhr

Pogromnacht: Erinnerung an die jüdische Familie Cohen

Am 9. November gedenkt die Stadt Nordhorn wie in jedem Jahr zusammen mit dem „Forum Juden/Christen“ des Novemberpogroms 1938.

Am 9. November ist wieder eine Gedenkveranstaltung an die Pogromnacht im Jahr 1938. Foto: Konjer

Am 9. November ist wieder eine Gedenkveranstaltung an die Pogromnacht im Jahr 1938. Foto: Konjer

In jenen Tagen nach dem 9. November 1938 erstürmten Nazis an die 1400 jüdische Gebetshäuser, Tausende Geschäfte und Wohnungen, 800 Menschen wurden ermordet. Von den anschließend 30.000 in KZ eingewiesenen Juden wurden 400 ermordet. So bedeutet dieses Datum den Übergang von der anfänglichen Diskriminierung der Juden zu ihrer systematischen Verfolgung, die schließlich in der Shoah mündete.

In Nordhorn wird in diesem Jahr besonders der Familie Cohen gedacht, die in der Synagogenstraße ein Schlachtergeschäft betrieb. Das letzte Mitglied dieser lange in Nordhorn ansässigen jüdischen Familie und damit die letzte Nordhorner Überlebende aus einer jüdischen Familie, Carla Vosmann-Cohen, ist in diesem Jahr gestorben.

Die schlicht gehaltene Gedenkveranstaltung mit dem „Forum Juden/Christen“ beginnt vor dem Haus der Familie Cohen, Alte Synagogenstraße 5, am Samstag, 9. November, um 18.30 Uhr mit Informationen zur Familie. Den Abschluss der Gedenkveranstaltung bilden eine Rede des Bürgermeisters, die Rezitation kurzer Texte und das Niederlegen eines Gestecks. Im Anschluss ist die Möglichkeit gegeben, an einem Konzert mit jüdischer Musik in der Alten Kirche am Markt teilzunehmen. Beginn ist um 19 Uhr.

Zusätzlich veranstaltet die Stadt Nordhorn eine Gedenkfahrt zum Lager Westerbork in Drenthe in den Niederlanden, für Tausende Juden die Durchgangsstation in die Vernichtungslager des Ostens: Auschwitz, Sobibor oder Treblinka. Fast alle ermordeten Nordhorner Juden mussten den Weg über Westerbork nehmen. Ihrer soll am Ort des Geschehens gedacht werden.

Die Gedenkfahrt findet statt am Samstag, 16. November. Der Bus startet um 12 Uhr beim ZOB und wird gegen 19 Uhr zurückkehren. Auf dem Programm stehen Informationen zum Lager, der Besuch des dort eingerichteten Museums, die Fahrt auf das Lagergelände mit deutscher Führung, eine Gedenkveranstaltung mit Verlesung aller Namen von Nordhorner Juden, die in Westerbork waren.

Die Teilnahme an der Fahrt ist kostenfrei; eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich – bis Mittwoch, 6. November beim Kloster Frenswegen, Telefon 05921 82330.