21.10.2020, 08:47 Uhr

„PlattSatt“ erreicht online neues Publikum

Marco Strodt-Dieckmann, Markus Jänen, Ralf Manning und Hermann Bröring produzieren im Heimathaus Wesuwe den „Platt-Cast“. Foto: Medienatelier Emsland

Marco Strodt-Dieckmann, Markus Jänen, Ralf Manning und Hermann Bröring produzieren im Heimathaus Wesuwe den „Platt-Cast“. Foto: Medienatelier Emsland

Meppen Kürzlich ging das Kulturfestival „PlattSatt“ der Emsländischen Landschaft zu Ende. Erstmals fand die plattdeutsche Veranstaltungsreihe digital und nicht vor Live-Publikum statt.

Als die Corona-Pandemie im Frühjahr Deutschland erreichte, stand das Programm für das plattdeutsche Festival bereits, das seit 2017 im Herbst im Emsland und der Grafschaft stattfindet. „Es war uns schnell klar, dass wir die Veranstaltungen in gewohnter Form nicht durchführen können und möchten“, sagte Organisatorin Linda Wilken. Es wurde also ein neues Programm auf die Beine gestellt und beschlossen, das Festival ins Internet zu verlegen. Neun Filme wurden aufgezeichnet, die vom 10. bis zum 18. Oktober veröffentlicht wurden und auch über diesen Zeitraum hinaus auf den YouTube- und Facebook-Kanälen der Emsländischen Landschaft abrufbar sind.

Die Videos wurden seitdem tausendfach aufgerufen und vielfach geteilt und gelikt. Besonderes Interesse erweckte bisher der „Platt-Cast“, eine Talkshow unter Beteiligung von Landschaftspräsident Hermann Bröring, eine Lesung mit Hermann May und Tim Mahn und ein Schulhofkonzert mit Kindern der Grundschule Spahnharrenstätte. „Aber auch das Erzählcafé und die Klangcollage „Stell di vöör“ hat vielen Plattdeutsch-Fans gefallen.“, berichtet Linda Wilken.

Ihr Dank gelte allen Künstlern, Vereinen und Akteuren, die sie bei der Umsetzung des Festivals unterstützt hätten. Für viele sei der Schritt vor die Kamera ein Abenteuer und manchmal auch ein Verlassen der Komfortzone gewesen. „Aber aber wir denken, es hat sich sehr gelohnt!“, zieht Linda Wilken Bilanz. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Filmcrew vom Medienatelier Emsland sei sehr professionell und entspannt gewesen. Herausgekommen seien Ergebnisse, die weitaus mehr seien als Notlösungen.

Das Festival sei für viele Plattdeutsch-Freunde ein Anlass gewesen, sich abends im kleinen Kreis vor dem Fernseher zu versammeln und das Programm über YouTube zu genießen. Die Abonnenten der Social-Media-Kanäle der Emsländischen Landschaft hätten seitdem deutlich zugenommen. „Wir haben viele Menschen erreicht, die sonst keine plattdeutschen Veranstaltungen besuchen“, berichtete Linda Wilken. Natürlich könnten Internet-Veranstaltungen keine persönlichen Begegnungen ersetzen, dennoch kann sich die Emsländische Landschaft vorstellen, auch in Zukunft verstärkt auf digitale Angebote zu setzen.

Für Radiohörer gibt es am Samstag, 24. Oktober noch einmal die Gelegenheit, das Festival zu erleben. Die Ems-Vechte-Welle sendet ab der Mittagszeit sechs Stunden alle Highlights des Programms.

Ems-Vechte