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05.06.2019, 11:00 Uhr

Pinguine im NaturZoo Rheine werden „eingeschult“

Vier Pinguine sind im NaturZoo Rheine eingeschult worden. Sie sind aus den Nestern in die Obhut der Tierpflegerinnen umgezogen. In einem Raum an der Pinguin-Anlage, der für die Zoobesucher einsehbar ist, haben sie jeweils zu zweit „Laufställe“ bezogen.

Pinguine im NaturZoo Rheine werden „eingeschult“

Die Humboldt-Pinguine im NaturZoo werden von ihren Eltern entwöhnt. Foto: NaturZoo

Hier erfahren sie jetzt die Umstellung der Fütterung: Bisher hatten sie von ihren Eltern den hochgewürgten Fisch von Schnabel zu Schnabel erhalten. Jetzt gibt es Hering aus den Händen der Tierpfleger. Genau deshalb müssen die Jungen, die nun acht Wochen alt sind, eben „in die Schule gehen“, denn in diesem Alter lernen sie am besten die Umstellung. Für das weitere Zoo-Leben lernen sie: erst Fisch aus der Hand, dann Fisch aus der Hand unter Wasser in einem kleinen Becken und schließlich Fisch aus dem Becken ohne tierpflegerische Hilfestellung.

Die Schulzeit dauert so lange, bis die Jungen „durchgemausert“ sind, also ihr flauschiges Kleid gegen den „Taucheranzug“ aus kleinen, die Körperoberfläche vor Wasser abdichtenden Federn getauscht haben. Erst dann geht es zurück in die Pinguin-Kolonie, oder ein Umzug in einen anderen Zoo steht an.

Die Humboldt-Pinguine im NaturZoo werden seit rund 35 Jahren alljährlich nachgezüchtet. Viele Gruppen in anderen Zoos gehen auf diese erfolgreiche Zucht zurück. Während die Bestände im Freiland, an den Küsten Chiles und Perus, durch Überfischung der Gewässer und Zerstörung der Brutplätze bedroht sind, ist die Anzahl der Humboldt-Pinguine in Zoos durch Nachzucht kontinuierlich auf weit über 1000 Tiere gestiegen. Das europäische Zuchtprogramm (EEP) reguliert die Nachzucht dahingehend, dass möglichst alle Blutlinien gleichmäßig vertreten sind. Von daher sind „nur“ vier junge Pinguine genau die vom EEP geforderten Wunschkinder. Und die bereiten den menschlichen „Lehrerinnen“ in der Pinguin-Schule auch genug Arbeit.