28.11.2019, 11:00 Uhr

Einmalig im Land: Piktogramme zeigen in Rheine Leitsystem

Der eine oder andere hat sie schon entdeckt - die auf den Fußwegen in der Innenstadt in den Boden eingelassenen Steine mit Piktogrammen. Sie wurden neben dem Blindenleitsystem verlegt und zeigen eine sehbehinderte Person mit einem Blindenlangstock.

Beigeordnete Milena Schauer (von links), Claus Meier (Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderung), Stefanie Althaus (Koordinatorin der Behindertenarbeit), Beigeordneter Raimund Gausmann und Martin Forstmann (Leiter Planen und Bauen) bei der Vorstellung der Piktogramme. Foto: Stadt Rheine

Beigeordnete Milena Schauer (von links), Claus Meier (Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderung), Stefanie Althaus (Koordinatorin der Behindertenarbeit), Beigeordneter Raimund Gausmann und Martin Forstmann (Leiter Planen und Bauen) bei der Vorstellung der Piktogramme. Foto: Stadt Rheine

Die Steine sollen Bürger und Besucher in Rheine auf die Funktion der Leitstreifen aufmerksam machen. Grund für die Verlegung der neuen Steine ist, dass viele Personen die Funktion des Blindenleitsystems nicht kennen und aus Unwissenheit diese Linien mit Fahrrädern zuparken, Mülltonnen oder Werbebanner darauf abstellen. Mit verschiedenen Aktionen hat der Beirat für Menschen mit Behinderungen bereits versucht, mehr Bewusstsein zu schaffen.

Zum Beispiel gab es eine Fahrradsattelaktion, bei der „Falschparker“ einen Radsattelbezug mit der Aufschrift „Nur Blindfische parken auf dem Blindenleitsystem“ erhalten haben. Zudem veröffentlichte die örtliche Tagespresse im Mai und Juni dieses Jahres eine Fotostrecke, in der Bürger nach dem Sinn und Zweck dieser „Betonplatten“ gefragt wurden. Daneben fanden viele Aktionstage statt, bei denen Menschen mit Sehbehinderung mit Passanten locker ins Gespräch kamen und die vielen Fragen rund um das Thema barrierefreies Bauen beantworteten.

Die neuen Piktogramme sollen nun für eine weitere Bewusstseinsschaffung sorgen. „Uns ist es wichtig, barrierefreie Wegebeziehungen auch für Menschen mit Sehbehinderung herzustellen. Wenn diese wie in der Vergangenheit durch Fahrräder oder andere Gegenstände zugestellt werden, suchen wir nach den Ursachen und finden Lösungen, diese Barrieren wieder abzubauen“, erklärt Rheines zuständige Baudezernentin Milena Schauer. Als ein Projekt des Rahmenplans Innenstadt wurde die Idee des Beirates für Menschen mit Behinderungen nun umgesetzt.

Besonders stolz sind die Beteiligten darauf, dass deutschlandweit keine derartig sichtbare Markierung des Blindenleitsystems bekannt ist. Wie Martin Forstmann, verantwortlicher Leiter Straßen und Ideengeber dieser Steine, dabei hervorhebt, sind „alle Steine eine Sonderanfertigung, die durch Handarbeit erstellt wurden.“ Das Piktogramm des sehbehinderten Menschen mit Blindenlangstock ist dabei eigens vom Beirat für Menschen mit Behinderungen und der Koordinatorin der Behindertenarbeit, Stefanie Althaus, gestaltet worden.

Für Raimund Gausmann, Beigeordneter unter anderem auch für den Bereich Soziales, eine „weitere wichtige Neuerung, um gerade Menschen mit Beeinträchtigungen aktiv am Leben teilhaben zu lassen“. Einig sind sich alle Beteiligten, dass mit dem weiteren Ausbau der Blindenleitsysteme in der Innenstadt auch die neuen „Aufmerksamkeitssteine“ neben den Leitlinien ein fester Bestandteil im Innenstadtbild werden sollen.

Ems-Vechte