17.12.2019, 12:00 Uhr

Otto-Pankok-Verein fordert Anbau

Museumserweiterung soll dem Andenken an Hella Wertheim dienen.

Der Vorstand bestehend aus René Stülen, Wilfried Musekamp, Birgit Baumann, Wilhelm Hoon, Susanne Wellmer, Ulrich Oettel, Axel Eggersglüß, Sigrid Eggersglüß, Bernd Engels und Enric Zierleyn fordern Landkreis und Stadt zum Handeln auf. Foto: privat

Der Vorstand bestehend aus René Stülen, Wilfried Musekamp, Birgit Baumann, Wilhelm Hoon, Susanne Wellmer, Ulrich Oettel, Axel Eggersglüß, Sigrid Eggersglüß, Bernd Engels und Enric Zierleyn fordern Landkreis und Stadt zum Handeln auf. Foto: privat

„Im Otto-Pankok-Verein geht eine Ära zu Ende“, schreibt der Vereinsvorstand in einer Pressemitteilung. Kürzlich war ein neuer Vorstand gewählt worden – und Wilhelm Hoon verabschiedete sich nach 25 Jahren von seinen Aktivitäten im Vorstand. „Mit auf seinen Vorschlag hin wurde nach der ersten Gildehauser Pankok-Ausstellung 1994 das Otto-Pankok-Museum 1996 gegründet“, führte der Vorstand aus. „Das führte er dann elf Jahre als Vorsitzender.“ Danach wechselte er in den Beirat. Für die Arbeit dankten die versammelten Mitglieder von ganzem Herzen. Mit Wilhelm Hoon verabschiedete sich auch das Ehepaar Eggersglüß aus dem Vorstand. Es hatte sich seit 13 Jahren wechselweise als stellvertretende Vorsitzende und im Beirat umfassend engagiert.

Für Ulrich Oettel, der seit 2007 das Haus zusammen mit seinen Kollegen aus dem Vorstand führt und es weiterhin leiten wird, war es immer wichtig, dass es in der Grafschaft neben den auf regionale Gegebenheiten ausgerichteten Museen auch ein breit aufgestelltes Kunst-Museum gibt. Mit jetzt über 230 Mitgliedern des Vereins sieht sich der Vorstand auf dem richtigen Weg. Zumal die Zahlen stetig steigen – und die Ausstellungen auch anspruchsvoller werden und mehr denn je überregionale Beachtung finden. Zum Vorstand gehören weiterhin Wilfried Musekamp als Schatzmeister, Birgit Baumann als Schriftführerin und Susanne Wellmer als Beisitzerin. Neu wählte die Mitgliederversammlung René Stülen als stellvertretenden Vorsitzenden, Bernd Engels und Enric Zierleyn als Beisitzer. „Damit ist der Generationswechsel erfolgreich gestaltet worden“, heißt es vom Verein. Der Vorstand will vor allem das Museum „als Impulsgeber für Kreativität und Verantwortung“ ins Blickfeld rücken. „Wie kaum eine zweite Institution ist das Otto-Pankok-Museum als Begegnungs-, Lern- und Erinnerungsort hier in der Grafschaft prädestiniert, über Ausstellungen wirksam Stellung zu beziehen und auch als Lernort umfassende Impulse für Humanität zu geben“, ist der Vorstand überzeugt. Landrat Uwe Fietzek habe seine grundsätzliche Bereitschaft geäußert, hieran mitwirken zu wollen. Auch seitens der Stadt Bad Bentheim sei der Wunsch, die inhaltliche und bauliche Erweiterung des Museums anzugehen, klar zu erkennen. „Dazu gehört nun aber auch, dass man den Schritt in die konkrete Umsetzung gemeinsam angeht“, betont der Vorstand und gibt an, verlässliche Absprachen einfordern zu wollen. „Geschieht dies nicht umgehend, ist es mehr als fragwürdig, ob zum Beispiel auf den historischen Nachlass von Hella Wertheim weiterhin gehofft werden kann.“

Seit 2016 wartet dessen Verwalterin auf ein nun konkretes Umsetzen des ihr gemachten Versprechens, dass dieser Nachlass einen würdigen Ort erhält. Das gehe aus Sicht des Vorstandes nur mit einer Erweiterung des Museums, einem jetzt zeitnah zu entwickelnden Anbau. „Der von der Stadt Bad Bentheim dazu seit längerer Zeit avisierte Architektenwettbewerb ist noch nicht freigeschaltet. Von konkreten Finanzierungsansätzen für den eigentlichen Bau ganz zu schweigen“, kritisiert der Otto-Pankok-Verein. Trotz der ruhenden Aktivitäten der öffentlichen Hand nehme der Vorstand nun selber die Gespräche zu zwei Künstlernachlässen, die mit dem Otto-Pankok-Museum verbunden sind, und möglichen Sponsoren auf.

Dabei hoffen die Mitglieder darauf, dass sich die Verantwortlichen bei Landkreis und Stadt „der Chancen für ein verantwortungsvolles Erweitern der Grafschafter Kulturvermittlung in Bezug auf Erinnern und Kreativität“ bewusst seien. Nun gelte es, rasch an die Umsetzung zu gehen – sonst schließe sich das Zeitfenster.

Nähere Informationen: www.pankok-mueseum.de

Ems-Vechte