Grafschafter Nachrichten
25.01.2021

Otto-Pankok-Museum in Gildehaus startet „Projekt Hoffnung“

Otto-Pankok-Museum in Gildehaus startet „Projekt Hoffnung“

Mit einem Mitmach-Projekt wollen die Verantwortlichen des Otto-Pankok-Museums die Zeit der coronabedingten Schließung auf kreative Weise nutzen. Archivfoto: Schönrock

Gildehaus Das Otto-Pankok-Museum Gildehaus lädt mit dem „Projekt Hoffnung“ bis Mitte März zum künstlerischen Mitmachen ein und will damit allen Interessierten eine Plattform bieten, eigenen Hoffnungen und Wünschen in einem kreativen Format Ausdruck zu verleihen. Das berichtet der 2. Vorsitzende des Museumsvereins, René Stülen und ergänzt: „Es ist egal, ob dies in Form eines Fotos, Bildes, Videos, einer Musikdatei oder eines Textes geschieht. Alles, was einem derzeit Mut, Kraft und Sinn spendet, möchten wir von den Teilnehmern erfahren und gemeinsam online teilen.“

Kunst als Schlüssel zur „Kammer der Freude“

Laut Stülen spricht Otto Pankok in seinem autobiografischen Werk „Sterne und Blumen“ (1930) von einer „inneren Kammer der Freude, die jeder von uns in sich trägt“. Diese beim anderen zu öffnen sei ganz einfach: den Mitmenschen kitzeln oder ihm Witze erzählen. Dann öffne sich die Kammer meist von allein. „Wir können kurz loslassen von den Gedanken, Gefühlen und Zuständen, die an uns haften und uns unter Umständen betrüben. Doch Otto Pankok hält für das Öffnen noch einen weiteren Schlüssel parat: den der Kunst“, erzählt Stülen weiter. „Sie hinterlässt keine Leere“, zitiert Stülen den Künstler, der 1937 in die Grafschaft Bentheim kam.

Mit seinem „Projekt Hoffnung“ lädt das Gildehauser Otto-Pankok-Museum dazu ein, es Otto Pankok gleich zu tun. „Es gilt, den Schlüssel der Kunst zu ergreifen und am ,Projekt Hoffnung‘ mitzuwirken“, erläutert Stülen. Jeder ist von den Projekt-Initiatoren eingeladen, die eigenen Hoffnungen und Wünsche kreativ darzustellen. Der Fantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein. Die kreativen Einfälle können bis zum 20. März per E-Mail an projekt_hoffnung@web.de gesendet werden.

Inspiration aus England

Bei der Idee zum „Projekt Hoffnung“ hat sich das Otto-Pankok-Museum nach eigenen Angaben von der Aktion „Hold-Still“ aus Großbritannien inspirieren lassen. „Hold Still“ war ein Aufruf an die britische Bevölkerung, Eindrücke und Erlebnisse während des ersten nationalen Lockdowns in Großbritannien im vergangenen Jahr in Porträts festzuhalten. „Somit entstand ein umfangreiches Archiv aus Bildern, welches die Herausforderungen und Ängste der Menschen dokumentierte“, erklärt René Stülen.

Ablenkung vom Corona-Alltag

Statt nur einen Aufruf zur Dokumentation der Krisenerlebnisse zu starten, möchten die Verantwortlichen des Museums die Menschen dazu ermutigen, in „einen spielerisch-kreativen Dialog zu treten mit den eigenen Hoffnungen und Wünschen in Zeiten der Pandemie“. Bereits kurz nach Ende des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr hatte der Museumsverein mit der Ausstellung „Paradiese“ seine Besucher zu einer kurzen Pause von der Informationsflut der vorangegangenen Wochen eingeladen. „Beim Betrachten der Bilderwelten Otto Pankoks, Gustave Dorés und Marc Chagalls hatten die Gäste die Gelegenheit, Ruhe zu finden. Ein Loslassen und eine Hingabe an befreiende Gedanken war möglich“, führt Stülen aus. Denselben Akzent möchten die Verantwortlichen mit dem neuen Projekt weiter verfolgen und in Interaktion mit der Öffentlichkeit vertiefen. Sollte es den interessierten Teilnehmern gelingen, spielerisch bei sich und anderen die „innere Kammer der Freude“ zu öffnen, sei nach Ansicht des Museumteams viel erreicht.

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