24.09.2021, 11:00 Uhr

Otto Pankok-Museum feiert 25-jähriges Bestehen

 Wilfried Musekamp, Vorstandsmitglied (Bildmitte), und Birgit Baumann, Verantwortliche für die Jubiläumsbroschüre, bei der Spendenübergabe durch Lars Klukkert, Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung. Foto: KSK

Wilfried Musekamp, Vorstandsmitglied (Bildmitte), und Birgit Baumann, Verantwortliche für die Jubiläumsbroschüre, bei der Spendenübergabe durch Lars Klukkert, Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung. Foto: KSK

Gildehaus Otto Pankok war einer der bedeutendsten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts. Seine Werke erzählen viel über Menschlichkeit und Anteilnahme in Zeiten grausamer Terrorherrschaft. Der vielfach ausgezeichnete Künstler verbrachte auch einige Zeit seines Lebens in Gildehaus, aus der eine Fülle an künstlerischen Werken entstanden. Vor 25 Jahren fasste eine Gruppe um den ehemaligen Vorsitzenden des heutigen Vereins „Otto Pankok Gildehaus“, Wilhelm Hoon, den Entschluss, das künstlerische Wirken Otto Pankoks in einem Museum zusammenzutragen. Mit bis heute 67 hochkarätigen Ausstellungen erinnert der Verein im Besonderen an die humanistische Grundhaltung Otto Pankoks.

Das Jubiläum nahmen die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Ulrich Oettel zum Anlass, in einer Broschüre ein Vierteljahrhundert Vereinsarbeit darzustellen – eine Außendarstellung, die jenseits von Internetbeiträgen wirken soll. In der Grafschafter Sparkassenstiftung fand der Verein eine Förderin, die das ansprechende Layout und den Druck der Broschüren mit 2500 Euro unterstützt. „Der Verein mit ihrem Otto Pankok Museum bereichert seit nunmehr 25 Jahren das künstlerische und kulturelle Leben mit wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen in der Grafschaft Bentheim“, verdeutlicht Stiftungsrat Lars Klukkert, der hinzufügt: „Die mehr als 50-seitige Dokumentation zeigt die Geschichte eines kleinen ehrenamtlich arbeitenden Museums fernab großer Städte, das sich auch über die Kreisgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat mit der Qualität seiner Ausstellungen.“

Das Schreiben der Texte, die Recherche und Zusammenstellung von Bildmaterial sowie alle redaktionellen Arbeiten erfolgten in vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden. Mit der Veröffentlichung des Heftes kann ein Blick auf Otto Pankoks Monate in Gildehaus und die damals entstandenen Werke geworfen werden. Ebenso werden die Geschichte des Museums mit den vielen Ausstellungen beschrieben und auch wichtige Künstler und Personen aus dem Umfeld Otto Pankoks vorgestellt. In diesem Zusammenhang nimmt der ehemalige Pankok-Schüler und Nobelpreisträger Günter Grass durch seinen „Butt im Griff“ eine besondere Rolle ein.

Außerdem werden die Ziele für die kommenden Jahre formuliert, mit denen auch eine neue inhaltliche Ausrichtung realisiert werden soll: Mit dem schon länger geplanten Anbau und der damit verbundenen neuen Ausstellungsfläche soll ein pädagogisch nutzbarer Gedenkort geschaffen werden, der im Fokus die Erinnerung an Hella Wertheim haben soll, der Shoa-Überlebenden aus Gildehaus. „Die Verbindung zu Otto Pankok liegt hierbei in Pankoks humanistischer Grundhaltung, seinem Einsatz für die Schwachen und Ausgegrenzten der Gesellschaft, denen er sich in seinen künstlerischen Arbeiten wiederholt widmete“, veranschaulichen die Vereinsvertreter Wilfried Musekamp, Kassenwart und Gründungsmitglied des Vereins, und Birgit Baumann. Gemeinsam mit seiner Frau versteckte Pankok mehrere verfolgte Personen, was dem Paar posthum die Ehrung als „Gerechte unter den Völkern“ einbrachte.

Am 14. Oktober feiert der Verein sein 25-jähriges Jubiläum und blickt auf 25 Jahre Museumsarbeit in der alten barocken Schule zurück, die auch schon ein Rathaus war und für kurze Zeit die Sparkasse in Gildehaus beheimatete.

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