22.02.2022, 08:45 Uhr

Ostkurve bei Bad Bentheim soll Zugverkehr kräftigen

Regiopa-Express am Bahnhof Bad Bentheim. Foto: J. Lüken

© Jürgen Lüken

Regiopa-Express am Bahnhof Bad Bentheim. Foto: J. Lüken

Bad Bentheim Um den Regionalverkehr in der Grafschaft Bentheim deutlich zu stärken, wird die Bentheimer Eisenbahn AG Planungen für eine sogenannte Ostkurve bei Bad Bentheim in Angriff nehmen. Zudem soll die Elektrifizierung der Bahnstrecke auf den Weg gebracht werden. Das ist Inhalt eines Beschlusses des Grafschafter Kreisausschusses.

„Ostkurve wie Elektrifizierung würden dem Zugverkehr einen deutlichen Kick verleihen. Das würde sich positiv auf den Güterverkehr auswirken. Aber auch die Regionalexpresslinien Braunschweig-Rheine und Löhne-Rheine ließen sich perspektivisch bis nach Nordhorn verlängern. Die bisherige Fahrzeit könnte dann um 15 Minuten auf eine Stunde reduziert werden“, äußert sich Landrat Uwe Fietzek zu den Vorteilen. Joachim Berends, Vorstand der Bentheimer Eisenbahn AG, erläutert: „Besonders Güterzüge könnten rascher und kostengünstiger als zuvor in Richtung Nordhorn eingefädelt werden. Im Zusammenspiel mit einer Elektrifizierung der Strecke bis Nordhorn würden der Traktionswechsel und das zeitintensive Rangieren im stark ausgelasteten Bahnhof Bad Bentheim wegfallen.“ Die Ostkurve würde für Züge von Osnabrück bedeuten, dass sie etwa einen Kilometer vor dem Bahnhof Bad Bentheim nach Norden in die Strecke Almelo-Salzbergen einfädeln.

Hintergrund weiterer Überlegungen ist der von der Deutschen Bahn vorgesehene „Deutschlandtakt“. Dieser würde für den Bahnhof Bad Bentheim und den Fernverkehr bedeuten: Der Zug von Amsterdam nach Berlin würde zweistündlich zur ungeraden Stunde bei Minute 31 halten und bei Minute 33 weiterfahren. Der Zug von Berlin nach Amsterdam käme zur geraden Stunde bei Minute 28 an und führe zur Minute 30 weiter.

Mit einer Ostkurve ließe sich zukünftig eine optimale Verzahnung des Angebotes vornehmen, besonders durch die mögliche Verlängerung der Regionalexpresslinien. „Das würde die Attraktivität des Zugangebotes enorm steigern“, ist sich Erster Kreisrat Dr. Michael Kiehl sicher und ergänzt: „Im Laufe der weiteren Planungsschritte werden wir auch prüfen, welche Folgen für den Bentheimer Wald entstehen und diese mit den positiven Auswirkungen durch die Elektrifizierung sowie die Verstärkung des Schienenverkehrs abwägen.“