20.03.2020, 10:19 Uhr

Online am Gottesdienst teilnehmen

Die reformierte Landeskirche bietet die Möglichkeit, über einen VouTube-Kanal einen Gottesdienst zu verfolgen. Taufen und Trauungen sind derzeit abgesagt. Bei Trauerfeiern gelten strenge Auflagen.

Schon am vergangenen Wochenende bot die reformierte Landeskirche einen Online-Gottesdienst an. Foto: reformierte Landeskirche Niedersachsen

Schon am vergangenen Wochenende bot die reformierte Landeskirche einen Online-Gottesdienst an. Foto: reformierte Landeskirche Niedersachsen

Leer Der nächste reformierte Online-Gottesdienst wird am Samstagabend veröffentlicht. Über die Webseite der reformierte Kirche und den YouTube-Kanal können alle trotz des Verbots öffentlicher Versammlungen.Gottesdienst feiern. „Wir haben damit ein Angebot für die Menschen geschaffen, denen es besonders in diesen schwierigen Zeiten wichtig ist, Trost und Zuversicht zu empfangen“, erklärt Kirchenpräsident Martin Heimbucher.

Bereits am ersten Sonntag, nach der verordneten Absage von öffentlichen Gottesdiensten, war ein Kurzgottesdient der reformierten Gemeinde Leer-Loga aufgezeichnet und ins Netz gestellt worden, aber erst am Sonntagnachmittag. „Diesmal wollen wir früher und zwar am Samstagabend um 18 Uhr fertig sein“, berichtet Heimbucher. Der Gottesdienst kommt aus der reformierten Gemeinde Bremerhaven. Am Sonntag danach wird eine andere Gemeinde Gastgeberin der Online-Gemeinde sein.

Taufen und Trauungen, bleiben derzeit wie öffentliche Gottesdienste ausgesetzt. Wichtig ist es, für Trauerfeiern eine Lösung zu finden. „Das Maß muss hier sein: Wie können diese Trauerfeiern durchgeführt werden, sodass die Teilnehmenden den höchstmöglichen Schutz vor einer Infektion haben“, beschreibt Heimbucher die Vorgaben.

Im Rahmen der staatlichen Anordnungen gelten deshalb folgende Regelungen: Andachten aus Anlass von Bestattungen können nur noch unter freiem Himmel abgehalten werden, am Grab, am Sarg oder an der Urne. Der Kreis der teilnehmenden Menschen muss so klein wie möglich gehalten werden. Teilnehmen können ausschließlich nahe Angehörige. Die Richtgröße von höchstens zehn Teilnehmenden ist zu berücksichtigen.

Vor der Bestattung am Grab ist ein Trauergespräch möglich, sofern nur ein bis zwei engste Angehörige daran teilnehmen und es in großen Räumen mit dem vorgeschriebenen Abstand stattfindet. Also nicht wie sonst üblich, im heimischen Wohnzimmer der Hinterbliebenen, sondern etwa im Gemeindesaal oder zur Not auch telefonisch. Durch die Corona-Umstände ist derzeit eine Trauerfeier im üblichen Rahmen nicht möglich. Deshalb kann auch vereinbart werden, zu einem späteren Zeitpunkt zu einem nachgelagerten Trauer- oder Gedenkgottesdienst einzuladen.

Von der Nutzung von Friedhofskapellen und von Trauerfeiern in Räumlichkeiten von Bestattungsfirmen rät die reformierte Kirche dringend ab. Obwohl die Rechtslage in diesem Zusammenhang unklar ist, würden solche Veranstaltungen den Sinn und Zweck der angeordneten Einschränkungen unterlaufen. Denn das Infektionsrisiko bei Versammlungen in Räumen ist besonders hoch und der Kreis der Teilnehmenden von Beerdigungen zählt zumeist zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Für seelsorgliche Gespräche stehen die Pastoren selbstverständlich zur Verfügung. In aller Regel sollten diese aber zurzeit telefonisch ablaufen. Kirchenpräsident Martin Heimbucher: „Es ist wahr: Im Moment ist nur der räumliche Abstand voneinander ein Zeichen der Fürsorge. Unsere Zuwendung zueinander wollen wir jetzt auf andere Weise zum Ausdruck bringen. Daran werden wir uns als Kirche halten.“

Internet: www.reformiert.de

YouTube: www.youtube.com/channel/UCbHGuQZaoFLLaDAnlG4-x9Q