23.04.2019, 13:20 Uhr

Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling will 2. Amtsperiode

Amtsinhaber tritt ein weiteres Mal zur Bürgermeisterwahl an.

Ein Projekt, das dem SPD-Kandidaten noch vorschwebt, ist die Umgestaltung des ZOB zu einem Hafen mit touristischer Nutzung. Hier sollen Tret- und E-Boote gemietet werden können. Foto: Meistermann

Ein Projekt, das dem SPD-Kandidaten noch vorschwebt, ist die Umgestaltung des ZOB zu einem Hafen mit touristischer Nutzung. Hier sollen Tret- und E-Boote gemietet werden können. Foto: Meistermann

Nordhorn Es war vor acht Jahren, als die Wahl zum Nordhorner Bürgermeister auch die überregionalen Medien auf den Plan rief. Der Grund: Gegen den Kandidaten der SPD, Thomas Berling, stellten CDU, FDP und die Initiative Pro Grafschaft den Niederländer Frans Willeme auf. Damit nicht genug, gab es mit 57 Stimmen nur eine hauchdünne Mehrheit für Thomas Berling. Knapp verpasste der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Dinkelland und ehemalige Euregio-Präsident die Chance, der erste niederländische Bürgermeister in Deutschland zu werden.

Dann war es an der Zeit für den politischen Neuling Thomas Berling, zu beweisen, dass er dem Amt gewachsen ist. Von einigen Medien und von Teilen des gegnerischen politischen Lagers wurden Zweifel daran gesät. Es hieß, er habe sein früheres Amt als Leiter des Tierparks gut gemacht, aber die Rolle des Bürgermeisters würde ihn überfordern. In einem Gespräch, dass er vor Kurzem im Vorfeld der Bürgermeisterwahl am 26. Mai mit dem Grafschafter Wochenblatt führte, sagte Berling, dass die an ihn gerichtete Kritik mit viel Häme verbunden und auch unter der Gürtellinie gewesen sei. Doch diese Zeit ist nach seiner Aussage lange vorbei. Inzwischen, so Berling, gibt es trotz manchen Streits eine gute und faire parteiübergreifende Zusammenarbeit im Rat der Stadt Nordhorn.

Ganz besonders freut es Berling, dass er die Grünen für sich gewinnen konnte, die ihn als Bürgermeisterkandidat unterstützen. Ausschlaggebend war unter anderem die von der Stadt Nordhorn betriebene Weiterentwicklung des Projektes einer fahrradfreundlichen Stadt.

Stand 2011 das Motto „Handeln statt reden“ über seinem Wahlkampf, lautet das Motto in diesem Jahr „Weiter!machen“. Der Bürgermeister sieht dies als eine logische Weiterentwicklung. Mit Blick auf seine bisherige politische Bilanz nimmt er für sich in Anspruch, viele große Projekte wie den Neubau des Delfinoh, das Haus des Sports, das Kinocenter, die Nordumgehung und den Bahnanschluss mit auf den Weg gebracht zu haben, unter anderem durch das Bemühen um Fördermittel.

Die von Berling aufgeführte Liste ist aber noch länger. Im Bereich Kultur wurden Investitionen in die Alte Weberei, den Povelturm und das Stadtmuseum getätigt. Beim Thema Stadtsanierung führte er die Blanke (unter anderem durch die Umnutzung des Alemannia-Platzes zu einem Wohngebiet mit Park), Klausheide (Stichwort Dorferneuerung) und das Bahnhofsumfeld an, das im Zuge der Wiedereinführung des Schienenpersonennahverkehrs neugestaltet wird. Auch beim zurzeit heiß diskutierten Thema bezahlbarer Wohnraum sieht der Bürgermeister seine Stadt gut aufgestellt. Ein großes Lob richtet er an die städtische Wohnbaugesellschaft Gewo, die unter anderem an der ehemaligen Frensdorfer Schule Wohnraum zu sozial verträglichen Mietpreisen geschaffen habe. Aber es ist auch noch etwas zu tun. Berling weiß, dass es eine immer größere Nachfrage nach Singlewohnungen gibt.

Obwohl die vergangenen acht Jahre mit harter Arbeit verbunden waren, hat Thomas Berling immer noch Lust, seine Stadt weitergestalten zu können. Deshalb will er einfach „Weiter!machen“, wie es auf seinem Wahlplakat steht. Für die kommenden acht Jahre stehen viele Projekte und Ideen auf seiner Agenda. Von großer Bedeutung ist für ihn die Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs. Das bekannte Ziel: Der Zug soll bis nach Coevorden und Emmen durchfahren können. Mit Blick auf die touristische Entwicklung möchte Berling die Idee der Wasserstadt nach vorne bringen, unter anderem mit einem touristisch ausgelegten Hafen auf dem Gelände des ZOB, von dem aus Tret- und E-Boote gemietet werden können. Auch das Thema Öffnung des Nordhorn-Almelo-Kanals ist weiterhin in der Diskussion. Noch ein Traum ist eine Seebühne, aber da will Berling am Ball bleiben. Nähere Informationen: www.thomasberling.de

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