23.10.2019, 12:00 Uhr

Studie zur Gleichstellungsarbeit vorgestellt

Schwerpunkt liegt auf der Situation der Gleichstellungsarbeit im ländlichen Raum. Bei der Präsentation in Berlin war auch die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner, anwesend.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner, mit der Studie „Gleichstellung als Regionalentwicklung“, die in Berlin vorgestellt wurde. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner, mit der Studie „Gleichstellung als Regionalentwicklung“, die in Berlin vorgestellt wurde. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen hat eine Studie mit dem Titel „Gleichstellung als Regionalentwicklung – Zur Situation der kommunalen Gleichstellungsarbeit in ländlichen Räumen Deutschlands“ veröffentlicht.

An der Vorstellung der Studienergebnisse im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin anlässlich des internationalen Tages der Frauen auf dem Land hat auch die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner, teilgenommen.

„Wer gleichwertige Lebensverhältnisse will, muss Gleichstellung stärken - erfolgreiche Gleichstellungsarbeit erhöht die Lebensqualität und die Wettbewerbsfähigkeit ländlicher Räume“, so lautet ein Zitat aus der offiziellen Pressemitteilung der BAG zur Veröffentlichung der Studie „Gleichstellung als Regionalentwicklung“. Es fasst die Kernaussage der Studie kurz zusammen. Kommunale Gleichstellungsarbeit sei in ländlichen Räumen existentiell und eine Strategie für erfolgreiche Regionalentwicklung.

Zur täglichen Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten gehören nicht nur Aufgaben wie das traditionelle Rollenbild aufzubrechen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, sondern auch die Bekämpfung von Häuslicher Gewalt und die Förderung der Teilhabe von Frauen in der Politik. Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten umfasst viele Bereiche, die mit dem alltäglichen Leben der Bürgerinnen und Bürger in Berührung kommen und für die Lebensqualität und die Wettbewerbsfähigkeit vor Ort von großer Bedeutung sind. Sie ist eine Querschnittsaufgabe.

Besondere Notwendigkeit habe diese Arbeit im ländlichen Raum, da hier beispielsweise der Fachkräftemangel und der demografische Wandel stärker ausgeprägt seien. „Fehlende Beratungsinfrastruktur, mangelnde Verfügbarkeit von Kinderbetreuung vor Ort, prekäre Arbeitssituationen für Frauen und schlechte Erreichbarkeit von Angeboten – das ist in vielen Regionen normal. Deswegen wandern gerade junge Frauen aus ländlichen Räumen in die Städte ab. Für die Regionen bedeutet das weniger Arbeitskraft, Innovationspotential und sozialen Zusammenhalt“, so heißt es in der Pressemitteilung der BAG.

Laut Studie sind Europa, Bund und Länder hierzu vielerorts aktiv, um ländliche Räume in ihrer Entwicklung zu fördern. Die Gleichstellungsarbeit spiele hierbei jedoch noch eine untergeordnete Rolle, obwohl sie durch ihre Netzwerkarbeit und das Einbringen der Gleichstellungsperspektive in relevante Bereiche maßgeblich dazu beitrage.

Durch die Studie soll die Wichtigkeit der Gleichstellungsarbeit im ländlichen Raum betont und der Handlungsbedarf zur Stärkung dieser verdeutlicht werden. Als eines der Hindernisse für eine starke kommunale Gleichstellungsarbeit werden in der Studie die Schwellen zur hauptamtlichen Besetzung der Stelle gesehen. Nähere Informationen unter www.frauenbeauftragte.org.

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