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23.04.2019, 21:00 Uhr

Nordhorner Wohnberatung für Senioren hat Vorbildcharakter

Das Kooperationsprojekt von Seniorenbeirat und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewo hat im Land Vorbildcharakter.

Nordhorner Wohnberatung für Senioren hat Vorbildcharakter

Als eine Zusammenarbeit mit Vorbildcharakter konnten Horst-Dieter Dörr (links) und Hermann Snyders in Hannover die Kooperation des Nordhorner Seniorenbeirats mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewo vorstellen. Das Foto zeigt sie mit Annette Brümmer (rechts) und Katrin Hodler (Niedersächsische Fachstelle für Wohnberatung).Foto: Stadt Nordhorn

Das wurde unlängst in Hannover deutlich, als die Nordhorner Beiratsmitglieder Horst-Dieter Dörr und Hermann Snyders auf Einladung des „Niedersachsenbüros – Neues Wohnen im Alter“ mit 30 haupt- und ehrenamtlichen Wohnberatern aus ganz Niedersachsen zum Erfahrungsaustausch zusammen gekommen waren.

Seit einem Dreivierteljahr bietet der Seniorenbeirat der Stadt Nordhorn eine Wohnberatung für Mieter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewo an. „Neben dem unbedingt notwendigen Neubau von bezahlbarem Wohnraum ist es aus Sicht des Seniorenbeirats ebenso wichtig, dass ältere Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt im gewohnten Umfeld wohnen bleiben können“, berichtet Dörr. Mit diesem Anliegen wandte sich der Seniorenbeirat 2017 an Stadt und Gewo-Geschäftsführung.

Aus den ersten Gesprächen entwickelte sich schließlich innerhalb von rund einem Jahr die Kooperation zwischen Wohnungsbaugesellschaft und Seniorenbeirat. Dörr und Snyders haben sich dafür beim „Niedersachsenbüro – Neues Wohnen im Alter“ zu Wohnberatern ausbilden lassen. Das Büro wird vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert. „Wir haben von Anfang an offene Ohren für die Belange der älteren Mieterinnen und Mieter gefunden“, betonte Dörr. Ein Grund dafür sei, dass die Ziele im Einklang mit dem Leitbild der Wohnungsbaugesellschaft stehen.

Ältere Mieter können Dörr und Snyders im Rahmen einer Sprechstunde anrufen oder aufsuchen und Probleme auf Augenhöhe besprechen. Im Bestand der rund 1700 Wohnungen der Gewo könne aus Wohnberatersicht in Richtung barrierefreies und behindertengerechtes Wohnen natürlich theoretisch vieles nachgebessert werden. „Man muss aber realistisch bleiben und den Einzelfall betrachten, denn nicht alles kann in jedem Haus sinnvoll umgesetzt werden“, sagt Snyders. Priorität haben für die beiden Wohnberater daher vielmehr die zukünftigen Neubauten der Gewo. Hier werden sie in die Planungen mit einbezogen.

Zur aktuellen Diskussion um den sozialen Wohnungsbau machte Dörr deutlich: „Es sollte tunlichst in der Hand der Kommunen und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften bleiben, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.“ Überlasse man das Feld allein den privaten Investoren, würden sich die Mietpreise auf Dauer nicht mehr mit den oft niedrigen Renten vereinbaren lassen. Hier brauche es ein koordiniertes Vorgehen, nicht nur auf Orts- sondern auch auf Kreisebene: „Kreis und Gemeinden sollten freie Haushaltsmittel in den Wohnungsbaugesellschaften anlegen und diesen außerdem mehr Grundstücke zur Verfügung stellen“, erklärte der Beiratsvorsitzende.

Auch müsse kostengünstig gebaut werden, um die Mietpreise niedrig zu halten: „Durch serielles Bauen lassen sich zum Beispiel Kosten sparen oder durch die Vermeidung unnötig großer Flure und Treppenhäuser.“ Dörr und Snyders kündigten an, dass die Gewo im Herbst eine Tagung zu dem Thema in Nordhorn durchführen möchte. Die Wohnberatung für Senioren ist jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr im Gewo-Verwaltungsgebäude, Telefon: 05921 70635.