Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
09.07.2019, 17:00 Uhr

Nordhorner „Traumtänzer“ leben inklusives Tanzen

Am ersten Juliwochenende fanden im Bielefelder Stadtteil Bethel die „23. Bethel athletics“ statt, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen in verschiedenen Sportarten an den Start gehen. Auch Nordhorner Sportler waren am Start.

Nordhorner „Traumtänzer“ leben inklusives Tanzen

Die Stimmung bei den erfolgreichen „Traumtänzern“ war super. Foto: privat

Mehr als 1000 Sportlerinnen und Sportler mit Behinderungen kämpften in zehn Disziplinen und bei weiteren Spielen um gute Leistungen, auf die sie stolz sein können. Bei der Eröffnung wurde das „olympische Feuer“ vom Fallschirmteam der Polizei NRW eingeflogen. Ein Teil der Spiele war auch der „3. Inklusive Tanzwettbewerb“ für Menschen mit und ohne mentales Handicap, veranstaltet auf Initiative des Vereins „Tanzen Inklusiv in NRW“, in Zusammenarbeit mit dem BSD Bethel (Bewegungs- & Sporttherapeutischer Dienst) und dem Tanzsportverband Nordrhein-Westfalen.

Von den „Traumtänzern“ aus Nordhorn nahmen 13 Tanzpaare teil, die zusammen mit zahlreichen „Schlachtenbummlern“ per Bus angereist waren. Unterwegs herrschte schon sehr gute Stimmung, man bedankte sich herzlich bei der Trainerin Ebba Tutschapsky für die aufwendige Organisation und gratulierte ihr mit einem Lied zum Geburtstag.

Bei diesem Tanzturnier werden traditionell Wettkämpfe mit Tanzpaaren der Duo-, Combi- und Rolli-Combi-Klasse ausgetragen. Bei den Duo-Paaren handelt es sich um zwei Partner mit Behinderungen, bei den Combi-Paaren um je einen Partner mit und einen ohne Handicap. Aus den fünf Tänzen Samba, Jive, Langsamer Walzer, Tango und Discofox wählen sich die Paare je drei Tänze aus, in denen sie antreten wollen. Die Paare verwirklichten im sportlich-tänzerischen Miteinander Inklusion im Tanzsport besonders elegant auf dem Parkett. Hier wird Leistungsvergleich mit Gemeinschaftsgefühl verbunden.

Getanzt wird ohne den sonst auf Turnieren vorherrschenden Leistungsdruck, ganz unter dem Grundgedanken der Inklusion, wobei Spaß und Freude am Tanzen, eine schöne Atmosphäre mit Musik und Rahmenprogramm vor Publikum im Vordergrund stehen. Auch wenn vorrangiges Ziel der Spaß und die Gemeinschaft sind, waren doch alle Sportler sichtlich angespannt und wollten ihr Bestes geben. Sogar draußen auf der Terrasse wurden Tanzfiguren noch ein letztes Mal geübt, bevor der Wettkampf startete.

Nach den Vorrunden wurde die Pause genutzt, alle Tänzer und Zuschauer zu einem gemeinsamen Partytanz auf die Tanzfläche zu bitten: „Heut´ ist so ein schöner Tag“. Danach folgte zunächst das B-Finale. Hier wurden sowohl in der Duo- als auch in der Combi-Klasse die Plätze zwei und drei von Nordhorner Paaren belegt: Marlena Reurink und Anna-Lena Schlichter (Duo, Platz 3), Sebastian Lau und Waltraut Meijerink (Duo, Platz 2), Thomas Kuclo und Charlene Jeurink (Combi, Platz 3), Marie Sofie Jahnke-Lukowiak und Sonja Hüsemann (Combi, Platz 2).

Im A-Finale waren die Nordhorner in der Duo-Klasse nicht unter den ersten drei Plätzen vertreten. Dafür gab es aber in der Combi-Klasse ein spannendes Finale um den ersten Platz, den mit nur einem halben Punkt Vorsprung Fabio Pastuschek und Gina Scharncke von den „Traumtänzern“ vor einem Tanzpaar aus Hamm für sich entscheiden konnten.

Nachdem noch Gelegenheit bestand, auch bei anderen Sportarten im Außenbereich zuzuschauen, ging es gegen Abend mit dem Bus zurück nach Nordhorn. Der Stolz auf die gezeigten Leistungen und die errungenen Medaillen sorgte für gute Stimmung, aber nach und nach wurde es dann aufgrund der allgemeinen Erschöpfung nach diesem anstrengenden und aufregenden Tag sehr still im Bus.

Die Gruppe „Traumtänzer“ wurde bereits vor mehr als 20 Jahren in der Tanzschule Jobmann in Nordhorn gegründet – lange, bevor das Thema Inklusion in der breiten Öffentlichkeit thematisiert wurde. Die Gruppe besteht aus etwa 30 Mitgliedern und trifft sich einmal wöchentlich in der Tanzschule, wobei insbesondere Partytänze und leichte Paartänze getanzt werden. Beim Training wird viel gelacht und alle haben sehr viel Spaß miteinander. Geleitet wird die Gruppe „Traumtänzer“ seit fast zehn Jahren von ihrer Tanztrainerin Ebba Tutschapsky – umfassend ausgebildete Tanz- und Fachtanzlehrerin, die der Gruppe auch ihren heutigen Namen „Traumtänzer“ gab.