Grafschafter Nachrichten
28.12.2020

Nordhorner Segelflieger ziehen positive Saisonbilanz

Nordhorner Segelflieger ziehen positive Saisonbilanz

Erfolgreiche Ausbildung: Elias Zweers (links) und Tim Egbers halten zufrieden ihre sogenannte „Sailplane Pilot Licence“ in die Kamera. Foto: Fehren

Nordhorn Der Nordhorner Segelflugverein „Luftsportring Grenzland“ blickt trotz der besonderen Umstände im Corona-Jahr 2020 auf eine erfolgreiche Saison zurück. „Wir sahen uns in diesem Jahr vor völlig neue Aufgaben gestellt“, erklärt Vereinssprecher Moritz Heetlage und fährt fort: „Normalerweise beginnt die Saison der Segelflieger traditionell am letzten Märzwochenende. Zu diesem Zeitpunkt wurde jedoch seitens der Sportverbände und der Vereine noch mit Hochdruck an den Hygiene-Konzepten für die Segelflugszene gearbeitet.“ Dass die Saison sowohl im Bereich Streckenflug als auch in der Ausbildung trotz der widrigen Umstände noch so zufriedenstellend werden würde, ahnte laut Heetlage am Jahresanfang noch niemand der Nordhorner Piloten.

Zum ersten Mal ohne Fluglehrer

„Besonders kam dem Verein zugute, dass Segelfliegen nun mal unter freiem Himmel beziehungsweise im Himmel stattfindet und die Flugzeuge maximal zwei Sitzplätze haben“, sagt Heetlage. So gelangen den Nordhorner Segelfliegern Heetlage zufolge unter Einhaltung der Hygiene-Regeln bis zum Saisonende im Oktober viele erfolgreiche Flugerlebnisse. „Gleich drei Flugschüler, Philipp Blumenstein, Amir Said und Thorge Heils, konnten im Alter von jeweils 16 Jahren ihre ersten Alleinflüge ohne Fluglehrer an Bord absolvieren und von einem unvergesslichen Erlebnis berichten. Endlich konnten sie das erste Mal alleine, ohne die Anwesenheit eines Fluglehrers im Cockpit, ein Flugzeug selbst steuern“, führt der Vereinssprecher weiter aus und fügt hinzu: „Die Piloten Heinrich-Geert Peters, Paul Hilbers und Heinz-Gerd Berning schafften es auf Strecken von über 500 Kilometern, und Pilotin Diana Condoros konnte sich mit ihrem Streckenflug von ebenfalls über 500 Kilometern für einige Zeit auf Platz 1 der deutschen Frauen im Segelflug halten.“

Segelfluglizenz für Nachwuchspiloten

Einen ganz besonderen Meilenstein erreichten nach Vereinsinformationen der 18-jährige Tim Egbers und der 17-jährige Elias Zweers. Beide absolvierten demnach erfolgreich ihre letzten Ausbildungsabschnitte, wie beispielsweise einen 50 Kilometer langen Streckenflug ohne Fluglehrer an Bord, und haben ihre praktische Prüfung bei einem Prüfer des Luftfahrtbundesamtes bestanden. „Nach einigen Flugstunden mit Fluglehrer an Bord, dem Üben von Notverfahren, dem Sammeln von Alleinflugerfahrung und umfangreichem theoretischen Unterricht, bestehend aus Fächern wie Meteorologie, Aerodynamik, Technik und vielem mehr, können beide nun frei nach ihrem Willen und mit wem und wann sie wollen fliegen“, verdeutlicht Heetlage. Zweers, Enkel eines Motorflugpiloten, freut sich nach eigener Aussage am meisten darauf, dass er „jetzt im Gegenzug auch meinen Opa mal als verantwortlicher Pilot durch die Gegend fliegen kann“, und sein Segelflug-Kollege Egbers ergänzt: „Fliegen bedeutet für mich, frei zu sein, und mit meiner Lizenz kann ich das jetzt auch endlich mit meinen Freunden und meiner Familie teilen.“

Ausbildung für alle

Seit Oktober ist die Saison vorbei. Der Vereinssprecher berichtet, dass coronabedingt zurzeit kein Vereinsleben stattfindet. „Die für den Winter üblichen technische Wartungs- und Pflegearbeiten an den Flugzeugen werden nun auf ein notwendiges Minimum reduziert und in Einzelarbeit beziehungsweise unter Einhaltung der jeweils geltenden Verordnungen durchgeführt. Größere Aufgaben werden bis in das neue Jahr ausgesetzt, da die Flugsaison frühestens wieder Ende März beginnt.“ Zum Abschluss räumt Heetlage noch mit einem Vorurteil auf: „Oft heißt es, dass man nur im jungen Alter eine Ausbildung zum Segelflugpiloten beginnen und erfolgreich absolvieren kann. Dies ist ein großer Irrtum, denn tatsächlich kann man in jedem Alter mit dem Segelfliegen anfangen.“ Interessenten lädt Heetlage ein, an den Wochenenden von März bis Oktober den Verein auf seinem Gelände an der Flugplatzstraße in Klausheide zu besuchen oder ganzjährig per E-Mail an Vorstand@Segelflug-Nordhorn.de Kontakt aufzunehmen.

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