26.05.2022, 15:25 Uhr

Nordhorner Schüler schicken Wetterballon auf die Reise

Vor dem Start füllen die Mitglieder der Projektgruppe den Wetterballon mit Helium-Ballongas. Foto: privat

Vor dem Start füllen die Mitglieder der Projektgruppe den Wetterballon mit Helium-Ballongas. Foto: privat

Nordhorn Ein besonderes Flugobjekt haben Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Technik der Gewerblichen Berufsbildenden Schulen (GBS) am vorletzten Freitag im Mai in den Himmel geschickt: einen Wetterballon. Etwa zwei Stunden nach dem Start wurde die Wetterstation mittels Geo-Caching in der Nähe von Bremen geortet.

Zum Start hatten sich viele Schülerinnen und Schüler auf dem Pausenhof hinter der Cafeteria der drei Berufsbildenden Schulen am Bölt versammelt, um den mit 20 Litern Helium-Ballongas gefüllten Wetterballon bei seinem Aufstieg zu bestaunen. Das Projekt „Strato-Ballon“ der Jahrgangsstufe 12 ist Teil des Praxisunterrichts, der die Theorie im Fach Technik mit zwei Stunden in der Woche unterstützt.

Geglückter Start: Der Wetterballon steigt auf. Foto: privat

Geglückter Start: Der Wetterballon steigt auf. Foto: privat

Ballon ist mit Technik gespickt

Bjarne Ekelhoff und Fabian Beenen haben die Technik in der Wetterstation des Strato-Ballons im vergangenen Schuljahr weiterentwickelt und ausgearbeitet.

„An Bord unserer Sonde befinden sich mehrere Sensoren zur Erfassung von

Luftdruck und Temperatur, die mit einem Arduino Mikrokontroller

aufgezeichnet werden“, erläutert Simone Fimmen-Siltmann, Lehrerin für Elektrotechnik und Informatik. Ein Geiger-Müller-Zähler soll die kosmische Strahlung messen. Ein ,Raspberry Pi‘ nimmt mit einer an ihm verbundenen Kamera Bilder auf und wertet GPS Signale aus, damit die Sonde nach Landung wiedergefunden werden kann. „Im Grunde sammeln wir Daten wie der Deutsche

Wetterdienst während eines Radiosondenaufstiegs – nur nicht so professionell

wie der DWD“, sagt Fimmen-Siltmann, und ein Schüler fügt hinzu: „Das ist das Tolle am Beruflichen Gymnasium Technik: Hier können wir das, was wir in unserer Freizeit sowieso getüftelt hätten, ganz einfach in eine super Note umwandeln.“

Praxisnaher Unterricht überzeugt

Jessika Steinkühler, die als Abteilungsleiterin das berufliche Gymnasium koordiniert, erläutert: „Tatsächlich erleben viele Schüler dieses Konzept an den drei Beruflichen Gymnasien als äußerst erfrischend.“ Es sei nicht alles graue Theorie, sondern werde wöchentlich mit zwei Stunden Praxisunterricht erlebbar gemacht. „Die Praxis ist also nicht nur ein kurzer, im Schuljahr einmaliger Einblick zum

Kennenlernen, sondern ein regelmäßiger Bestandteil, der sogar eine eigene

Note gibt, die in die Abiturnote eingebracht wird“, erklärt Steinkühler, die empfiehlt: „Wer sich für diese und andere technische Phänomene interessiert, sollte zum Beruflichen Gymnasium Technik gehen. Sie sind mit ihren Lernzentren im Bereich Automatisierung, Robotik, Pneumatik in Sachen Technik sowohl in der

Sache als auch in der Fachkompetenz der Lehrkräfte mit Abstand am besten

ausgestattet.“

Am Montag, 20. Juni, von 13 bis 18 Uhr, stellt die Projektgruppe „Strato-Ballon“ ihre Ergebnisse der Weltraum-Exkursion auf der IT- und Technikmesse der Gewerblichen Berufsbildenden Schulen in den Räumlichkeiten an der Denekamper Straße 1 vor. Daneben gibt es Einblicke in weitere Projekte, wie beispielsweise eine Flüstergalerie oder ein von Schülerinnen und Schülern selbst entwickeltes „Space Invaders“-Computerspiel. Der Eintritt ist frei.