Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
19.11.2019, 10:17 Uhr

Nordhorner NINO SEG wird aufgelöst

Die NINO Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft (NINO SEG) kann zum Jahresende aufgelöst werden. Das haben sowohl der Kreistag des Landkreises Grafschaft Bentheim als auch der Rat der Stadt Nordhorn beschlossen.

Nordhorner NINO SEG wird aufgelöst

Leuchtturm und Aushängeschild einer gelungenen Sanierung: das Wirtschaftskompetenzzentrum im ehemaligen NINO-Spinnereihochbau. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Damit endet nach über 20 Jahren eines der größten Sanierungsprojekte der Region, das mit der endgültigen Schließung der Textilfabrik NINO im Jahr 1996 seinen Anfang nahm. Am vergangenen Freitag blickten Landrat Uwe Fietzek, Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling, Stadtbaurat Thimo Weitemeyer, die Geschäftsführer Erster Stadtrat Markus Schlie sowie Erich Zwartscholten und Martin Schütte (Landkreis) auf die Bilanz einer ebenso turbulenten wie letztlich äußerst positiv verlaufenden Ära. Welches Fazit man nach zwei Jahrzehnten Tätigkeit der NINO Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft (NINO SEG) ziehen darf, darüber waren sich die Gesprächsteilnehmer schnell einig: Es war eine Erfolgsgeschichte, teilweise anders, oftmals aber auch besser als erwartet.

In der Nachbetrachtung von Erich Zwartscholten, der von Beginn an die Sanierung betreute, ist erst jetzt die Geschichte der Nordhorner Textilindustrie wirklich beendet. Damals – nach Schließung der Textilfabrik NINO AG 1996 – habe man vor einem Mammutproblem gestanden. Wie funktionslos gewordene Fabrikgebäude und das von Boden- und Grundwasserverunreinigungen geprägte Gelände sanieren und wieder einer vernünftigen Nutzung zuführen? Das waren die Aufgaben der 1999 von Stadt und Landkreis gegründeten NINO SEG. Mit damals noch völlig neuen Methoden gelang es, die Schadstoffe weitgehend aus dem Untergrund zu entfernen. Und damit machte der Sanierungsfall in Deutschland und teilweise darüber hinaus Schule. In der Fachwelt der Umwelt- und Sanierungsexperten gelten Nordhorn und die NINO-Sanierung nach wie vor als beispielgebendes Modell.

Letztlich beispielgebend verlief es auch mit der anfangs schleppend verlaufenden Vermarktung der Grundstücke. Die denkmalgeschützten Gebäude machten den Anfang: So wurde das Rohgewebelager 2002 zur heutigen VHS und der Spinnereihochbau 2011 zum Wirtschaftskompetenzzentrum – einem „echten Leuchtturmprojekt“ wie sich Landrat Fietzek und Bürgermeister Berling einig sind. Mit dem Neubau des Evangelischen Gymnasiums, des Kreis- und Kommunalarchives und der Vermarktung von Teilflächen zur Nutzung an „Mahlzeit“ oder für ein Kinozentrum hat sich das Gelände gerade in den vergangenen zehn Jahren hervorragend entwickelt.

Zwei größere Projekte stehen derzeit vor der Umsetzung. „In fünf Jahren wird es dort keine Baulücke mehr geben“, verspricht Bürgermeister Thomas Berling. Die städtebauliche Einbindung des Geländes wird sich fortsetzen – beispielsweise in der Verkehrsanbindung. Entwickelt hat sich ein mehr als vorzeigbares Quartier, das städtebauliche und architektonische Akzente setzt – und überall für Aufmerksamkeit und viel Zuspruch sorgt. „Ja, es gab schwierige Phasen und ja, wir waren mitunter genötigt, unsere Vorstellungen den zeitlichen wie wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Aber unterm Strich: Wir hätten uns nie erträumt, dass sich das Areal zu einem solchen tollen Quartier entwickeln wird“, sind sich alle Beteiligten einig.

Zum Jahresende 2019 wird die Gesellschaft nun aufgelöst. Ihre Arbeit ist weitestgehend erledigt. Die verbliebenen Restaufgaben, unter anderem die finanzielle Bilanzierung, bleibt Stadt Nordhorn und Landkreis noch. Aber auch hier ist man sich sicher: „Wir kommen der schwarzen Null sehr, sehr nahe.“