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01.07.2020, 13:17 Uhr

Nordhorner Künstlerin begleitet Selbsthilfe-Kunstprojekt

Die Teilnehmer machen sich mit verschiedenen Drucktechniken vertraut. Foto: privat

Die Teilnehmer machen sich mit verschiedenen Drucktechniken vertraut. Foto: privat

Nordhorn „Ich möchte Selbsthilfe und Selbstwirksamkeit mit der Erstellung eines Selbstporträts in Verbindung bringen. Die Teilnehmer haben dadurch die Möglichkeit, sich selbst zu reflektieren und eine andere Sicht auf sich selbst zu bekommen“, beschreibt die Künstlerin Julia Siegmund aus Nordhorn die Motivation zu ihrem Projekt. In Kooperation mit dem Büro für Selbsthilfe und Gesundheit des Landkreises hat sie ein zweitägiges Kunsttherapieprojekt mit Selbsthilfe-Engagierten durchgeführt.

„Besonders in Zeiten von Corona halte ich Übungen für Selbstreflexionen für sehr wichtig“, so Dr. Annegret Hölscher, Leiterin des Selbsthilfebüros. Unter dem Titel „Selbstporträt als Druckgrafik für das Erlangen von Achtsamkeit, Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl“ brachte Julia Siegmund, die auch mit Schülern arbeitet, den Teilnehmern die Technik der Druckgrafik näher. „Das Porträt ist dabei eine gute Möglichkeit, sich oder auch andere zu reflektieren. Dabei kann der Ausdruck selbst wichtig werden, aber man kann natürlich auch die Person in einen gestalteten Umraum setzen. Ich halte Druckgrafik für eine der besten Techniken dafür, weil man dabei nicht so spontan oder auch begabt sein muss, sondern das Handwerkliche erst einmal wichtig ist. Die Konzentration auf das Tun ist oft gut, weil das vom „Kreativ-sein-Müssen“ ablenkt und es einfach guttut, die Techniken und ihre Überraschungen kennenzulernen. Und das Ergebnis sieht trotzdem sofort gut aus“, erklärt Julia Siegmund mit einem Augenzwinkern.

Da es laut Siegmund oft schwierig ist, eine Zeichnung von sich selbst anzufertigen und der Wunsch nach Ähnlichkeit für ungeübte Zeichner oft zu groß ist, wurde stattdessen eine fiktive Person erfunden, deren Gesichtsausdruck eine bestimmte Emotion darstellt. Im Gespräch miteinander wurden typische Merkmale in der Mimik für „Gelassenheit“ und „Freude“ herausgearbeitet. In einem zweiten Schritt haben die Teilnehmer die dann entstandenen Zeichnungen auf bestimmte, für die Druckgrafik besonders interessante Eigenschaften untersucht und diese vertieft. „Sie lernten die erste druckgrafische Tiefdrucktechnik kennen (Rhenalondruck) und probierten sie aus. Im weiteren Verlauf wurden dann noch weitere Techniken gezeigt, die zur farbigen Gestaltung des Umraumes beziehungsweise Hintergrundes genutzt wurden“ so Siegmund weiter.

Nach getaner Arbeit konnten die Teilnehmer ihr eigenes Bild im Rahmen mit nach Hause nehmen: „Es ist besonders, wenn dieses ,Bild von mir‘ direkt mit nach Hause genommen und dort aufgehängt werden kann. Das ist noch mal ein anderer Aspekt von Selbstwirksamkeit, wenn man das Erarbeitete und bestenfalls Gelungene täglich sieht und stolz darauf ist, und es nicht in einer Schublade verschwindet. Über die Darstellung einer Emotion in Verbindung mit bestimmten, typischen Merkmalen sind einige Porträts den Teilnehmern tatsächlich ähnlich geworden“, erklärt Siegmund abschließend.

Die Nordhorner Künstlerin Julia Siegmund unterstützt den Entstehungsprozess. Foto: privat

Die Nordhorner Künstlerin Julia Siegmund unterstützt den Entstehungsprozess. Foto: privat

Künstlerische Selbstporträts sind das Ergebnis der Aktion. Foto: privat

Künstlerische Selbstporträts sind das Ergebnis der Aktion. Foto: privat

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