24.11.2020, 14:48 Uhr

Nordhorner Hüseman will Bundestagskandidat der Grünen werden

Strebt eine Bundestagskandidatur an: Everhard Hüseman. Foto: Rollero

Strebt eine Bundestagskandidatur an: Everhard Hüseman. Foto: Rollero

Nordhorn Everhard Hüsemann strebt eine Kandidatur zur Bundestagswahl im kommenden Jahr an. Der 60-jährige Bio-Landwirt aus Hesepe ist seit 2011 Mitglied des Kreistages und führt seit zwei Jahren zusammen mit der Bad Bentheimerin Friedhild Füser den Kreisverband der Grünen. Jetzt hat er seine Bewerbung um die Direktkandidatur für den Bundestag erklärt. Damit haben die grünen Mitglieder im Wahlkreis Mittelems die Auswahl zwischen dem 20-jährigen Jakob Belle aus Lingen und „Bauer Hüseman“, wie er von vielen genannt wird, aus der Grafschaft. Der Wahlkreis Mittelems setzt sich zusammen aus dem Grafschafter Kreisgebiet, dem südlichen und mittleren Emsland. Am 8. Dezember sind alle Mitglieder der Grünen, die in diesem Gebiet wohnen, aufgerufen, ihre Entscheidung zu fällen.

„Immer wenn ich einen neuen Schritt gemacht habe, ging es um Engagement zur Lösung konkreter Probleme. Jetzt stehen wir mitten in einer immer deutlicher werdenden Klimaveränderung“, erläutert Hüseman. Teil dieses Problems sei eine durch falsche Anreize gesteuerte Landwirtschaft, bei der Natur, Wasser und Boden, aber auch die Nutztiere und viele bäuerliche Familien die Verlierer seien. „Deshalb braucht es eine deutliche Veränderung der Agrarpolitik und kein ,Weiter so‘, wie es von den jetzigen Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises vertreten wird. Wir verbrauchen die Zukunft unserer Kinder und Enkel“, mahnt Hüseman.

Als junge Landwirtsfamilie haben Elke und Everhard Hüseman 1992 die Umstellung auf Biolandwirtschaft gewagt. Sie haben sich damals bewusst für den „Naturland“-Verband entschieden, für den Hüseman noch heute im Bundesvorstand aktiv ist. „In ,Naturland‘ sind Bauern aus aller Welt organisiert, um eine ressourcenschonende Landwirtschaft mit fairen Preisen für bäuerliche Arbeit zu verbinden. Das Problem ist global, die Lösungen müssen es auch sein. Und eine faire Handelspolitik, die vor Ort Wertschöpfung und Bildung ermöglicht, ist aktive Flüchtlingspolitik“, fasst Hüseman die Perspektive von „Naturland“ zusammen. „Das Lieferkettengesetz, um das zurzeit im Deutschen Bundestag gestritten wird, wäre ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu verantwortlicher Wirtschaftspolitik“, erklärt Hüseman weiter. Nun treffen erst einmal die Mitglieder der Grünen die Entscheidung, ob sie Everhard Hüseman oder Jakob Belle eine Kandidatur für den Bundestag eröffnen wollen.

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