08.04.2022, 17:00 Uhr

Nordhorner Ehrenamtliche helfen Geflüchteten beim Ankommen

Im Rathaus kamen viele Ehrenamtliche zusammen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Symbolfoto: J. Lüken

© Jürgen Lüken

Im Rathaus kamen viele Ehrenamtliche zusammen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Symbolfoto: J. Lüken

Nordhorn Bei der Unterbringung, Betreuung und Integration von Geflüchteten aus der Ukraine ist die Stadt Nordhorn dankbar für das breite ehrenamtliche Engagement. Kürzlich fand ein Treffen im Rathaus mit Vertretern verschiedener ehrenamtlicher Organisationen statt, die in der städtischen Flüchtlingshilfe engagiert sind. Gemeinsam wurde überlegt und abgestimmt, wie die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt effektiv koordiniert und organisiert werden kann.

Birgit Beckermann, Stadträtin für Bildung, Ordnung und Soziales, sieht die ehrenamtliche Arbeit mit Geflüchteten als besonders wertvoll an: „Es zeigt sich, dass viele Menschen in Nordhorn bereit sind, sich auf unterschiedliche Art und Weise einzubringen. Dieses ehrenamtliche Engagement ist ein wichtiger Beitrag, der das „Team Ukraine“ der Stadtverwaltung sinnvoll ergänzt und hilfreich unterstützt.“ Für die gute Zusammenarbeit dankte sie allen Teilnehmenden. „Um auch zukünftig gut zusammenarbeiten zu können, werden wir uns regelmäßig mit den Ehrenamtlichen treffen.“

Café International und Café for Friends

Eine der Teilnehmerinnen des Treffens war Sybille Meier vom Café International im Gemeindehaus St. Josef. Ihre Gruppe besteht ausschließlich aus Ehrenamtlichen. Sofern die Corona-Regeln es zulassen, soll das Café ab dem 28. April wieder jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr öffnen. „Wir möchten auch ukrainischen Geflüchteten die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit anderen Flüchtlingen das Café zu besuchen“, so Meier. Bis zu 50 Personen aus aller Welt hätten sich vor Corona regelmäßig dort getroffen und ausgetauscht. Das Café ermöglicht zukünftig wieder Begegnungen zwischen verschiedenen Kulturen und den Erfahrungsaustausch. Die Ehrenamtlichen bieten auch Hilfe bei Behördengängen, dem Spracherwerb, Hausaufgaben oder Vorbereitungen auf Prüfungen.

Ein ähnliches Angebot stellt Carsten Maat, Jugendreferent der reformierten Kirchengemeinde Nordhorn und Koordinator in der Arbeit mit Geflüchteten bei der Diakonie Emsland/Bentheim vor: „Das Café for Friends im Gemeindehaus am Markt möchte den ukrainischen Geflüchteten Räumlichkeiten bieten, in denen sie sich austauschen und unmittelbare Hilfe und Beratung bekommen können“, erklärt Maat. Schön sei, dass aus den Reihen der Menschen, die vor sechs bis sieben Jahren aus anderen Kriegsgebieten nach Nordhorn gekommen sind, schnell entsprechende Unterstützung angeboten worden sei. Das Café for Friends ist nach Ostern wieder dienstags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Arbeitskreis Flüchtlingshilfe

Auch der Nordhorner Arbeitskreis Flüchtlingshilfe beteiligte sich am Treffen im Rathaus. „Die Flüchtlingshilfe gibt es schon seit mehr als 30 Jahren in Nordhorn und es gibt immer wieder neue Herausforderungen“, sagt der Vorsitzende Heiner Hoymann. Der Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, Geflüchtete, die nach Nordhorn kommen, in den vielen Bereichen zu unterstützen: „Wir helfen beim Besuch von Kindergarten und Schule, bei Behördengängen, der Arztsuche und der Integration.“ Ziel sei es, dass aus Geflüchteten Mitbürger werden. „Damit das erste Zurechtfinden in Stadt gelingt, finden wir Paten, die wir mit den Geflüchteten aus der Ukraine zusammenbringen“, so Hoymann. Die Paten helfen dabei, Einrichtungen wie die Tafel oder die Kleiderkammer des DRK zu finden oder auch eine Bank zur Eröffnung eines Kontos zum Empfang der Leistungen des Sozialamts. Auch erste Erklärungen zu Aufenthaltsfragen gehören zu den Angeboten des Arbeitskreises, ebenso wie die Online-Anmeldung zu Integrationskursen.

Aktive Netzwerkarbeit

Den direkten Kontakt zu den Ehrenamtlichen und vielfältigen Angeboten für Geflüchtete pflegt Agata Kmieckowiak. Sie ist Mitarbeiterin des „Teams Ukraine“ der Stadt Nordhorn und betreibt aktive Netzwerkarbeit. „Die Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden, dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe, den vielen weiteren ehrenamtlich Engagierten und der Stadtverwaltung funktioniert seit Jahren sehr gut. Durch diese Netzwerkarbeit wird das Einleben der Kriegsflüchtlinge erleichtert“, ist Kmieckowiak dankbar.

Ehrenamtliche Organisationen, die ebenfalls Teil des Netzwerks werden möchten, erreichen das Team Ukraine der Stadt Nordhorn unter E-Mail ukraine@nordhorn.de. Angebote für Unterkünfte sammelt die Stadt Nordhorn über ein Kontaktformular auf der Internetseite www.nordhorn.de/ukraine.