17.02.2022, 17:31 Uhr

Nordhorn plant Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag

Das Plakatmotiv zur Ausstellung „¡Ni una menos – Weg aus der Gewalt!“, die ab 28. Februar in der Stadtbibliothek Nordhorn zu sehen ist. Plakat: Terre des Femmes

Das Plakatmotiv zur Ausstellung „¡Ni una menos – Weg aus der Gewalt!“, die ab 28. Februar in der Stadtbibliothek Nordhorn zu sehen ist. Plakat: Terre des Femmes

Nordhorn Anlässlich des Internationalen Frauentages am Dienstag, 8. März, organisiert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhorn, Anja Milewski, zwei Veranstaltungen: Neben einer Ausstellung von Fotografien einer Künstlerin aus Nicaragua in der Nordhorner Stadtbibliothek ist im UCI-Kino eine Sondervorstellung des Films „Die Unbeugsamen“ geplant.

Ausstellung in der Stadtbibliothek

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Nordhorn und der Nordhorner Amnesty Gruppe wird eine Ausstellung im Foyer der Stadtbibliothek Nordhorn vorbereitet. Die Ausstellung trägt den Titel „¡Ni una menos! – Weg aus der Gewalt über häusliche und sexualisierte Gewalt in Nicaragua und Deutschland“ und enthält Fotografien der nicaraguanischen Künstlerin Itzel Chavarría. Die Aufnahmen zeigen mutige Frauen auf ihrem Weg aus der Gewalt und beim Kampf für ihre Rechte und für ein selbstbestimmtes Leben. Die Ausstellung beginnt am Montag, 28. Februar, und wird bis zum 28. März zu sehen sein. Sie wird begleitet von einem Infotisch mit einer Unterschriftenaktion der Nordhorner Amnesty-Gruppe.

Hintergrund:

Häusliche und sexualisierte Gewalt sind Menschenrechtsverletzungen, von denen vor allem Mädchen und Frauen jeder sozialen Schicht und Altersgruppe betroffen sind. 2017 wurden weltweit etwa 87.000 Frauen ermordet, davon rund 50.000 von ihren Partnern oder Familienangehörigen. In Deutschland ist häusliche Gewalt die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen. In Nicaragua sind 67 Prozent der Frauen von Partnergewalt betroffen. 14 der 25 Länder mit der höchsten Femizid-Rate liegen in Lateinamerika. Sexualisierte Gewalt außerhalb von Beziehungen kommt dort weltweit am häufigsten vor. Häusliche und sexualisierte Gewalt dienen zur Ausübung von Macht und sind Ausdruck der strukturellen Ungleichheiten zwischen Mann und Frau. Sie haben schwerwiegende Folgen für die Persönlichkeit der Betroffenen, ihre Gesundheit, sozialen Kontakte und Kinder. „Häusliche und sexualisierte Gewalt sind keine Privatsache!“, lautet hierzu der Tenor in einer Mitteilung der Stadt Nordhorn.

Kostenloses Kino-Erlebnis

In Kooperation mit dem Nordhorner Frauenbündnis und dem UCI-Kino Nordhorn gibt es am Dienstag, 8. März, eine besondere Filmvorstellung im UCI-Kino an der Nino-Allee in Nordhorn: Der Film „Die Unbeugsamen“ von Torsten Körner kommt zum Internationalen Frauentag zu einer Sondervorstellung ins Kino. Er wirbt mit dem Satz: „Politik ist eine viel zu ernste Sache, um sie allein den Männern zu überlassen.“ Die Stadt Nordhorn teilt mit, dass dieser Film, der sonst eher in Programmkinos läuft, dank der guten Zusammenarbeit mit dem UCI-Kino nun im Nordhorner Lichtspielhaus angeboten werden könne. Speziell zum Internationalen Frauentag laden das Nordhorner Frauenbündnis und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhorn gemeinsam zu diesem kostenlosen Kinoabend ein. Einlass ist um 16.30 Uhr, die Filmvorführung beginnt um 17.30 Uhr. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die Vorstellung unter Anwendung der 2G-Regelung stattfindet.

Hintergrund:

„Die Unbeugsamen“ erzählt die Geschichte der Frauen in der Bonner Republik, die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen erfolgsbesessene und amtstrunkene Männer wie echte Pionierinnen buchstäblich erkämpfen mussten. Unerschrocken, ehrgeizig und mit unendlicher Geduld verfolgten sie ihren Weg und trotzten Vorurteilen und sexueller Diskriminierung. Politikerinnen von damals kommen heute zu Wort. Ihre Erinnerungen sind zugleich komisch und bitter, absurd und bisweilen erschreckend aktuell. Verflochten mit zum Teil ungesehenen Archiv-Ausschnitten ist dem Dokumentarfilmer und Journalisten Torsten Körner („Angela Merkel – Die Unerwartete“) eine emotional bewegende Chronik westdeutscher Politik von den 1950er-Jahren bis zur Wiedervereinigung geglückt. „Die Bilder, die er gefunden hat, entfalten eine Wucht, die das Kino als Ort der politischen Selbstvergewisserung neu entdecken lässt. Ein erkenntnisreiches Zeitdokument, das einen unüberhörbaren Beitrag zur aktuellen Diskussion leistet“, heißt es in einer Ankündigung des Veranstalters über den Filmemacher und seinen sehenswerten Dokumentarfilm.