25.09.2019, 17:30 Uhr

Nordhorn ist „Fahrradfreundliche Kommune“

Die Stadt Nordhorn darf sich ab 2020 offiziell „Fahrradfreundliche Kommune“ nennen. Bürgermeister Thomas Berling nahm das entsprechende Zertifikat am Mittwoch in Lüneburg entgegen.

Sie freuen sich in Lüneburg über die erfolgreiche Zertifizierung (von links): Hannes Holm und Frank Adenstedt von der Abteilung Verkehr beim Landkreis Grafschaft Bentheim, Bürgermeister Thomas Berling, Klimaschutzbeauftragte Mobilität Anne Kampert, AGFK-Vorsitzender Frank Otte, Amtsleiterin Straßenbau, Entwässerung und Verkehr Birgit Glahe und Stadtbaurat Thimo Weitemeier. Foto: Stadt Nordhorn

Sie freuen sich in Lüneburg über die erfolgreiche Zertifizierung (von links): Hannes Holm und Frank Adenstedt von der Abteilung Verkehr beim Landkreis Grafschaft Bentheim, Bürgermeister Thomas Berling, Klimaschutzbeauftragte Mobilität Anne Kampert, AGFK-Vorsitzender Frank Otte, Amtsleiterin Straßenbau, Entwässerung und Verkehr Birgit Glahe und Stadtbaurat Thimo Weitemeier. Foto: Stadt Nordhorn

Dort fand die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen (AGFK) statt. Die Nordhorner Stadtverwaltung hatte sich Anfang des Jahres mit einem umfangreichen Antrag um die Zertifizierung beworben. Im Mai hatte dann eine mehrköpfige Jury im Auftrag des Landes Niedersachsen die Stadt bereist und die Angaben vor Ort überprüft. Dabei konnte Nordhorn als Fahrradstadt überzeugen.

„Die Jury beeindruckte, dass der Radverkehr im Zuge des Verwaltungshandelns und bei den politischen Entscheidungen als gleichberechtigtes Verkehrsmittel berücksichtigt wird“, heißt es in der schriftlichen Begründung zur Zertifizierung. Im Rahmen einer Gesamtstrategie würden alle Beteiligten konsequent zusammenarbeiten, um den Radverkehr weiter zu fördern. Als Beispiel nennt die Jury das Vorgehen zur Erschließung von Wohngebieten nach niederländischem Vorbild mit kurzen, direkten Verbindungen für den Radverkehr. „Damit sind viele Ziele per Fahrrad schneller zu erreichen als mit dem Auto.“ Aber auch der Ausbau des Komfortradweges mit den geschaffenen Bevorrechtigungen stehe für diese Gesamtstrategie. „Diese konsequente Radverkehrsförderung zeigt sich im Stadtbild und im positiven Fahrradklima, das in der Stadt spürbar ist.“

Bürgermeister Thomas Berling dankte bei der Zertifikatsverleihung den vielen Beteiligten aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft für ihren aktiven Einsatz. Es steckten viel Arbeit, Energie und natürlich auch Finanzmittel im Ausbau der Fahrradstadt Nordhorn. „Das alles investieren wir aus der festen Überzeugung heraus, dass eine konsequente Förderung des Radverkehrs Vorteile für alle Menschen in Nordhorn mit sich bringt“, sagte Berling. Das betreffe die Verkehrsbelastung, das Stadtklima, die Natur und nicht zuletzt die Gesundheit. „Radfahren bedeutet in Nordhorn einfach Lebensqualität, und das hat auch die Jury bei ihrem Besuch gespürt“, stellte der Bürgermeister fest.

Auf der Zertifizierung ausruhen wolle Nordhorn sich laut Berling auf keinen Fall: „Wir haben viel geschafft, aber wir haben auch noch viel Arbeit vor uns.“ Da Nordhorn schon vergleichsweise früh auf den Bau von Radwegen gesetzt habe, seien viele Verbindungen sichtbar in die Jahre gekommen und müssten entsprechend saniert werden. Darauf habe auch die Jury abschließend hingewiesen. „Die Sanierung und auch Verbreiterung älterer Radwege ist die Herausforderung für die kommenden Jahre, ebenso wie die weitere Optimierung des Wegenetzes“, so Berling. Ein wichtiges Projekt sei in diesem Zusammenhang die für das kommende Jahr geplante Erneuerung der gesperrten Radwegebrücke über den Nordhorn-Almelo-Kanal in Höhe des NINO-Wirtschaftsparks.

Die Zertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ gilt für die Dauer von fünf Jahren. Im Jahr 2024 muss Nordhorn sich somit erneut um den Titel bewerben. Neben Nordhorn wurden auch Emden, Göttingen und Hemmingen ausgezeichnet. Insgesamt gibt es in Niedersachsen somit aktuell 13 „Fahrradfreundliche Kommunen“.

Die Jury hatte sich bei der Bereisung im Mai dieses Jahres unter anderem den Komfortradweg am Nordhorn-Almelo-Kanal, die zahlreichen neuen Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt sowie die neuen Fahrradstraßen und Piktogrammspuren angeschaut. Auch in den Bereichen allgemeines Fahrradklima, Verkehrssicherheitsarbeit, Berufsradverkehr, Fahrradtourismus und Freizeitverkehr galt es zu punkten.

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