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28.07.2020, 15:03 Uhr

Nordhorn blüht auf: Stadt schafft 16 Hektar neue Blühflächen

Reich gedeckter Blütentisch: Auf einer Blühwiese finden Insekten Nahrung und Unterschlupf. Foto: privat

Reich gedeckter Blütentisch: Auf einer Blühwiese finden Insekten Nahrung und Unterschlupf. Foto: privat

Nordhorn Die Stadt Nordhorn hat durch verschiedene Maßnahmen erreicht, dass rund 16 Hektar Fläche im Stadtgebiet in sogenannte Blühstreifen und Blühflächen umgewandelt wurden. Dadurch sollen Bienen und andere Insektenarten sowie Vögel und Niederwild mehr Lebensraum und Nahrung finden.

Der Großteil der neuen blühenden Flächen ist in den vergangenen Monaten auf städtischen Äckern entstanden, die an Landwirtschaftsbetriebe verpachtet sind. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung entschieden, dass ein Zehntel jeder Pachtfläche von den Pächtern regelmäßig mit einer einjährigen Blühmischung eingesät werden muss. Ausnahmen gelten nur für kleine Pachtflächen unter einem Hektar Gesamtgröße sowie Grünlandflächen. Insgesamt sind durch die neue Vorgabe rund 12,5 Hektar Blühflächen und Blühstreifen entstanden. Die Saatmischung muss aus Pflanzenarten bestehen, die mindestens von Juni bis Oktober blühen und Nektar für Insekten bieten. Die Flächen dürfen nicht mit Pflanzenschutz- oder Düngemitteln bearbeitet werden und müssen jeden Winter eine Erholungspause bis Mitte Februar bekommen.

Weitere rund drei Hektar Fläche wurden von der Stadt komplett aus der bisherigen Nutzung herausgenommen und in reine Blühflächen umgewandelt. Auch hier kommen ausgesuchte Saatmischungen zum Einsatz, die besonders insektenfreundlich sind. Diese Flächen befinden sich unter anderem am Hohenkörbener Weg und am Heseper Weg.

Rund 2500 Quadratmeter innenstadtnahe Flächen wurden in diesem Jahr außerdem zu sogenannten „Anti-EPS-Flächen“ umgestaltet. Sie sollen die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) auf natürliche Weise unterstützen. In Abstimmung mit einem Ökologen aus den Niederlanden wurden auf Flächen am Heideweg, am Vennweg und an der Schulstraße bestimmte Pflanzen ausgesät, die besonders die Fressfeinde der haarigen Raupen anlocken sollen.

Umweltschutz durch Artenvielfalt

„Der Erhalt der Artenvielfalt spielt eine sehr wichtige Rolle für den Umweltschutz“, erläutert Nordhorns Umweltbeauftragter Gerwin Rademaker die Motivation hinter der „Nordhorner Blühoffensive“. Insbesondere Insekten bräuchten dringend geeignete Lebensräume. „Insekten sind nicht nur als Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere wichtig, sondern auch zum Bestäuben von Nutzpflanzen und damit für eine funktionierende Landwirtschaft“, so Rademaker.

Auch abseits der neu ausgewiesenen Flächen blüht es in Nordhorn an vielen Orten. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere allgemeine Grünflächen von der Stadt von vorneherein als Blühwiesen angelegt, beispielsweise im Neubaugebiet Deegfeld. Auch in ihren öffentlichen Parks sowie beim Straßenbegleitgrün achtet die Stadt Nordhorn auf den Einsatz insektenfreundlicher Pflanzen und Gehölze, und auch auf den städtischen Streuobstwiesen kann sich die Natur Rademaker zufolge nahezu ungestört entwickeln.

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