Grafschafter Nachrichten
17.09.2020

Nordhorn beteiligt sich am Tag des Friedhofs

Nordhorn beteiligt sich am Tag des Friedhofs

Heinz Silies (links) und Michael Thies von der Nordhorner Friedhofsverwaltung präsentieren das neue Informationsschild auf dem Südfriedhof. Foto: Stadt Nordhorn

Nordhorn Der Nordhorner Südfriedhof steht jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur: Mitarbeiter der Stadt Nordhorn brachten am Freitagmorgen ein entsprechendes Schild in der Nähe des Haupteingangs des Friedhofs an der Denekamper Straße an, um so auf die wichtige Bedeutung der Friedhofskultur aufmerksam zu machen. Das Schild am Südfriedhof steht dabei stellvertretend für alle Friedhofsanlagen im Stadtgebiet. Nordhorn ist damit Teil eines bundesweiten Netzwerks von über 100 Städten, die zum diesjährigen Tag des Friedhofs am Sonntag darauf hinweisen, dass die Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe ernannt wurde.

Bereits im März dieses Jahres hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission die Ernennung der Friedhofskultur zum immateriellen Kulturerbe beschlossen. Mit der Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ soll nun zum Tag des Friedhofs auch in Nordhorn auf dieses vielschichtige Kulturerbe aufmerksam gemacht werden. „Es sind nicht die Friedhöfe an sich zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden, sondern die Friedhofskultur, also all das, was Menschen auf dem Friedhof tun“, erläutert Heinz Silies von der Friedhofsverwaltung der Stadt Nordhorn. Dazu gehöre das Trauern und Erinnern ebenso wie das Gestalten, Pflegen und Weiterentwickeln.

„Der Friedhof ist vor allem auch ein Ort der Lebenden“, so Silies weiter. „Er hat weit über die persönlichen Trauerrituale hinaus identitätsstiftende Bedeutung für unsere Gesellschaft.“ So haben Friedhöfe mit ihren Friedhofsgebäuden und den Grabanlagen immer auch eine historische Dimension. Besonders bedeutsam ist auch ihre soziale Funktion: Der Friedhof erweist sich als Treffpunkt für Angehörige und wirkt auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen. So zeigt sich dieser Kulturraum über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg als ein Ort der Integration und des Friedens. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der Friedhöfe als öffentliche Grünanlagen und Naturräume, die einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima und zur Biodiversität leisten.

Grundvoraussetzung für die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war für die UNESCO „die Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform“. Friedhöfe entwickeln sich immer zeitgerecht weiter. So werden beispielsweise immer wieder neue Bestattungsformen angeboten, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. In Nordhorn wurden beispielsweise erst kürzlich die einheitlich gestalteten Gräber als gänzlich pflegefreie Grabform eingeführt.

Die Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ wurde vom Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur initiiert, das sich der Pflege und Weiterentwicklung dieses Kulturerbes verschrieben hat. Auf seiner Internetseite www.kulturerbe-friedhof.de finden sich umfangreiche Informationen über die Friedhofskultur in Deutschland und deren Bedeutung für die Gesellschaft. Gedruckte Infomaterialien sind im Nordhorner Rathaus erhältlich.

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