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29.08.2019, 18:30 Uhr

Niederländisches Unternehmen lobt günstige Standortkosten

Die Spitze der IHK Osnabrück- Emsland - Grafschaft Bentheim informierte sich bei Pro Gear in Bad Bentheim über die Standortkriterien. Ein Vorteil sind die in der Grafschaft geringeren Grundstückspreise. Nachholbedarf gibt es bei der Digitalisierung.

Die IHK-Geschäftsbereichsleiter Thomas Reyl und Christian Wöste, IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf, Pro Gear-Verkaufsdirektor Arjan Smoors, Technischer Direktor Johann Brinkmann, Operations Manager Marco Lefferink, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Eckhard Lammers und IHK-Geschäftsbereichsleiterin Anke Schweda (von links) tauschten sich während des Besuchs der IHK-Spitzen beim niederländischen Betrieb aus.  Foto: IHK

Die IHK-Geschäftsbereichsleiter Thomas Reyl und Christian Wöste, IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf, Pro Gear-Verkaufsdirektor Arjan Smoors, Technischer Direktor Johann Brinkmann, Operations Manager Marco Lefferink, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Eckhard Lammers und IHK-Geschäftsbereichsleiterin Anke Schweda (von links) tauschten sich während des Besuchs der IHK-Spitzen beim niederländischen Betrieb aus. Foto: IHK

Zunehmender Protektionismus, Sanktionen und der bevorstehende Brexit belasten aktuell den internationalen Handel. Umso wichtiger ist es für die regionalen Unternehmen, sich auf die europäischen Märkte zu besinnen. Hierzu tragen auch die Unternehmen im IHK-Bezirk mit Wurzeln in anderen EU-Staaten bei.“ Dies erklärte Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, zu Beginn des Betriebsbesuchs der IHK-Geschäftsführung bei der Pro Gear GmbH. Das Unternehmen hat niederländische Eigentümer und ist ein Beispiel für eine größere Anzahl niederländischer Unternehmen, die sich in der Grafschaft – unter anderem im Gewerbepark Bad Bentheim-Gildehaus – angesiedelt haben.

Das Unternehmen ist ein Anbieter von Getrieben für Armaturen, etwa für den Rohrleitungsbau oder Pipelinesysteme. Pro Gear hatte sich seinerzeit insbesondere aufgrund der Standortkosten für das Gewerbegebiet in Bad Bentheim-Gildehaus entschieden. Während auf der niederländischen Seite Gewerbeflächen für mehr als 130 Euro pro Quadratmeter angeboten wurden, waren es auf der deutschen Seite der Grenze unter 15 Euro. Auch sei die Unterstützung des Unternehmens durch die lokalen Behörden in Deutschland gut.

Schwächen sieht das Unternehmen allerdings in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. „In Deutschland müssen wir noch zahlreiche Dokumente in gedruckter Form bearbeiten, während entsprechende Prozesse in den Niederlanden schon längst digitalisiert wurden“, berichteten Verkaufsdirektor Arjan Smoors und Marco Lefferink, Operations Manager. Auch E-Payment sei vielfach noch ungewöhnlich, vor Kurzem hätte man noch einen Scheck verarbeiten müssen.

Wie viele Unternehmen in der Region ist auch die Pro Gear GmbH auf Fachkräfte angewiesen. Rund zwei Drittel der Beschäftigten seien Niederländer, aber es sei schwierig, Niederländer zu einer Beschäftigung in Deutschland zu motivieren. „Ein Grund ist das deutsche Steuerrecht. In den Niederlanden wird ein Single steuerlich deutlich weniger belastet als in Deutschland – deshalb entscheiden sich viele gerade jüngere Leute, in den Niederlanden zu arbeiten“, sagt Geschäftsführer Brinkmann. Wer grenzüberschreitende Mobilität fördern wolle, müsse das Steuerrecht stärker in den Blick nehmen.