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19.03.2020, 04:50 Uhr

Nicht wegwerfen: Gekeimte Kartoffeln ins Beet setzen

Wer im Sommer ernten will, muss im Frühjahr ans Pflanzen denken. Das gilt zumindest für Kartoffeln. Gut ist daher, wenn man einige Knollen aufbewahrt hat.

Gekeimte Kartoffeln aus dem Lager lassen sich noch verwenden - etwa als Grundlage für die neue Ernte im Garten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Gekeimte Kartoffeln aus dem Lager lassen sich noch verwenden - etwa als Grundlage für die neue Ernte im Garten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

dpa/tmn Bornhöved Die Kartoffeln haben Triebe entwickelt - was nun? Wenn die Keime länger als drei Zentimeter sind, sollte man die Knollen nicht verzehren - sie können das giftige Solanin enthalten.

Diese Kartoffeln muss man nicht wegwerfen, sie können die Grundlage für die nächste Ernte im Garten sein. Denn aus den Knollen vom Vorjahr entwickeln sich die neuen Pflanzen. Kartoffelbauern legen daher immer einen kleinen Teil der Ernte fürs Folgejahr zur Seite.

Am besten ist es, wenn die Knollen im Licht vorkeimen - und nicht, wie in der Küchenlagerung üblich, im Dunkeln. Aber auch diese Kartoffel lassen sich nutzen - nur sind die Dunkelkeime oft sehr lang und dünn und brechen daher leicht ab. „Sie muss man ein bisschen vorsichtig behandeln“, sagt Staudengärtnerin Svenja Schwedtke.

Wer seine Kartoffeln bewusst vorkeimen möchte, sollte ab März die Pflanzkartoffeln in Kisten bei etwa 15 Grad Raumtemperatur nebeneinander auslegen, sagt Schwedtke. „Bei ausreichend Licht können die Kartoffeln dicke, feste Keime entwickeln, die beim Pflanzen weniger leicht abbrechen als die dünnen Dunkelkeime.“

Zur Not kann man sie auch direkt ins Gemüsebeet setzen - genauso wie noch nicht gekeimte Kartoffeln. „Wenn dann gepflanzt wird, brauchen vorgekeimte Kartoffeln mindestens sieben Grad Bodentemperatur.“ Bei nicht vorgekeimten Kartoffeln sollten es zehn Grad sein. Vorgekeimte Kartoffeln kann man also meist früher ins Beet bringen und diese wiederum früher ernten.

Die Knollen kommen in sieben bis acht Zentimetern Tiefe in die Erde - in Reihen mit mindestens 70 Zentimeter Abstand zueinander. Zwischen den einzelnen Kartoffeln sollte 30 bis 40 Zentimeter Platz bleiben. „Eine Kartoffel pro Pflanzloch“, lautet der Rat von Schwedtke. Wenn man nicht ausreichend Früchte hat, dann reiche auch eine halbe. „Diese sollte aber mit Augen und Keimen gut ausgestattet sein.“

Auch auf Balkon und Terrasse kann man Kartoffeln kultivieren. „Nehmen Sie einen 20- bis 30-Liter-Kübel für eine Pflanze“, sagt Schwedtke. „Dieser sollte ein Abzugsloch haben, damit keine Staunässe entsteht. Der Standort für Kartoffeln sollte gerne sonnig sein.“

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