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16.07.2019, 13:45 Uhr

Nicht jedes schreiende Kind ist ein Fall für den Arzt

Wenn das Kind schreit, dann können sich Eltern schon mal verunsichert fühlen. Was hat es? Ist es krank? Die Kinderärztin rät, auf jeden Fall Ruhe bewahren, denn die Verunsicherung überträgt sich auf den Nachwuchs.

Wenn es dem Sprössling nicht gut geht, löst das bei vielen Eltern große Verunsicherung aus. Die Notaufnahme sollte aber nicht immer die erste Adresse sein. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Wenn es dem Sprössling nicht gut geht, löst das bei vielen Eltern große Verunsicherung aus. Die Notaufnahme sollte aber nicht immer die erste Adresse sein. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

dpa/tmn Hamburg Wenn das Baby schreit, sind Eltern schnell verunsichert. Bei manchen geht das so weit, dass sie mit jeder Sorge zum Arzt kommen - oder sogar in die Notaufnahme.

Dabei ist das längst nicht immer nötig: Häufig kämen Eltern mit Problemen, die keine medizinische Behandlung bräuchten, berichtet die Kinderchirurgin Stefanie Märzheuser von der Charité Berlin in der Zeitschrift „Eltern family“ (Ausgabe 08/2019). „Hier sitzen Eltern stundenlang im Wartezimmer, weil das Kind angeblich nicht schläft und nur schreit.“ Wenn sie endlich drankommen, schlafe es friedlich im Kinderwagen.

Grundsätzlich gilt zunächst: Ruhe bewahren. Sonst bekomme auch das Kind Angst. Nach Stürzen etwa empfiehlt die Kinderchirurgin, das Verhalten des Sprösslings genau zu beobachten: Wenn ein ganz lebhaftes Kind plötzlich ganz ruhig dasitzt, sei der Gang zum Arzt angebracht.

Märzheuser führt die große Verunsicherung bei manchen Eltern darauf zurück, dass viele Menschen heutzutage nicht mehr in Großfamilien mit kleinen Geschwistern aufwachsen. „Oft ist das eigene Baby das erste Kind, das man versorgt.“ Ein gutes Gegenmittel gegen die Verunsicherung sei es, sich gut zu informieren und etwa einen Kurs zum Thema Kindergesundheit zu besuchen.