09.06.2020, 14:50 Uhr

Neues Schwarzbär-Männchen im Zoo Osnabrück

Seit Kurzem lebt Schwarzbär „Spike“ am Schölerberg. Er soll Artgenossin „Honey“ Gesellschaft leisten, die einige Monate vor ihm im Osnabrücker Zoo eingezogen ist. Die Schwarzbär-Dame ist noch skeptisch und muss sich an den Neuankömmling erst gewöhnen.

Schwarzbär „Spike“ erhält Besuch von seinem Paten Fitzner Arbeitsschutz, vertreten durch Daniel Fricke (von links), und Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Tobias Klumpe vom zoologischen Leitungsteam sowie Revierleiterin Tanja Boss. Foto: Räckers/Zoo Osnabrück

Schwarzbär „Spike“ erhält Besuch von seinem Paten Fitzner Arbeitsschutz, vertreten durch Daniel Fricke (von links), und Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Tobias Klumpe vom zoologischen Leitungsteam sowie Revierleiterin Tanja Boss. Foto: Räckers/Zoo Osnabrück

Osnabrück Im vergangenen Herbst zog Schwarzbär-Weibchen „Honey“ an den Schölerberg. Das Raubtier hatte eine besondere Geschichte mitgebracht: Geboren in Texas, wurde sie mit nur wenigen Monaten an einen Privatzoo in Malta abgegeben. Dort lebte sie dann über zehn Jahre in einem garagenähnlichen Verschlag. Auf Bitten der maltesischen Behörden nahm der Zoo Osnabrück die Bärin auf. „Wir waren uns schnell einig, dass wir einen männlichen Artgenossen für ,Honey‘ suchen. Das ist aber gar nicht so leicht, denn in europäischen Zoos leben nur etwa 80 Schwarzbären“, berichtet Tobias Klumpe vom zoologischen Leitungsteam. Der Biologe war nun bei seiner Suche erfolgreich: Am 12. Mai zog das dreijährige Männchen „Spike“ aus dem dänischen „Ree Park Safari“ in Ebeltoft an den Schölerberg.

Vorsichtiges Kennenlernen

Nachdem „Spike“ im Osnabrücker Zoo ankam, stand die spannende Phase des Kennenlernens der beiden Schwarzbären an. „Die Gewöhnung muss mit Fingerspitzengefühl gelenkt werden, vor allem, da ,Honey‘ in Malta keinen Kontakt zu Artgenossen oder anderen Tieren hatte. Wir mussten vorsichtig ausloten, wie sie reagiert“, erklärt Klumpe. Als „Spike“ ankam, zog er zunächst in den als Bärenhöhle gestalteten Stall, um sich in der ersten Zeit an die Tagesabläufe und Tierpfleger zu gewöhnen. „So konnten wir ,Spike‘ auch besser beobachten und ihn kennenlernen“, so Klumpe. „Honey“ durfte in dieser Zeit sowohl die Außenanlage als auch einen eigenen Bereich im Stall nutzen. „,Honey‘ war aber sehr skeptisch, was ,Spike‘ angeht. Als sie ihn registrierte, blieb sie dann doch lieber für einige Tage auf der Außenanlage und wollte nicht wieder rein.“ Nach einigen Tagen durfte „Spike“ erstmals in den Vorhof, einen separaten, umzäunten Bereich auf der Außenanlage. „Hier war ein intensiverer Kontakt zwischen den beiden unausweichlich, trotzdem waren sie noch durch einen Zaun getrennt. Man muss behutsam Schritt für Schritt vorgehen“, erklärt Klumpe. „Honey“ zeigte zur Freude der Tierpfleger, Biologen und Tierärzte ein schwarzbärtypisches Verhalten, indem sie sich groß machte, schnaufte und ihre Vordertatzen auf den Boden schlug. Mit diesem Verhalten versuchte sie, sich Respekt von ihrem Artgenossen zu verschaffen, wie Tierpflegerin und Revierleiterin Tanja Boss erklärt: „,Spike‘ war recht unbeeindruckt, er hat ,Honey‘ und ihr Verhalten zur Kenntnis genommen, sich aber nicht wirklich darauf eingelassen. Wir werten dies positiv, denn momentan macht er einen relativ gelassenen Eindruck. Manchmal wirkt ,Spike‘ auch unbeholfen. Allerdings müssen wir ihn und sein Verhalten weiterhin beobachten, um ihn kennenzulernen. Das ist bei Schwarzbären gar nicht so leicht, denn Bären haben generell kaum Mimik und aus dem Gesicht lässt sich nicht viel ablesen“, weiß Boss. Derzeit darf „Spike“ sein 1900 Quadratmeter großes neues Zuhause mit Bärenteich und Kletterbäumen kennenlernen: „Wir haben getauscht, sodass sich ,Honey‘ momentan im Innenbereich aufhält und ,Spike‘ in aller Ruhe den Außenbereich kennenlernt. Bald wollen wir die beiden auch zusammenlassen und hoffen, dass sie sich gut verstehen“, so die Revierleiterin. Mit Nachwuchs sei in Zukunft aber vorerst nicht zu rechnen. Mit seinen drei Jahren werde „Spike“ langsam geschlechtsreif, doch gezüchtet werden soll vorerst nicht: „Wir müssen den beiden Bären jetzt erst mal viel Zeit geben, einander kennenzulernen. Auch Honey soll sich erst einmal in aller Ruhe an die neue Situation gewöhnen – wir nehmen da sehr viel Rücksicht auf ihre Vergangenheit. Daher haben wir Spike ein Hormonimplantat zur Verhütung eingesetzt.“

Besuch des Paten

Besuch bekam Spike bereits von seinem neuen Paten, der Firma Fitzner Arbeitsschutz. Daniel Fricke, im Vertrieb der Firma tätig, ist begeistert von dem Patentier: „Wir sind dem Zoo sehr verbunden, denn er leistet eine tolle Arbeit und wir wollten ihn gerne unterstützen. Da wir einen Bären im Logo unserer Marke „Pro Fit“ haben, lag die Patenschaft für einen Bären nahe – noch bevor ,Spike‘ in Osnabrück ankam, gaben wir die Zusage für die Patenschaft.“

Imposante Erscheinung: Schwarzbär „Spike“ hat sein neues Quartier bezogen und erkundet sein Zuhause im Osnabrücker Zoo. Foto: Zoo Osnabrück

Imposante Erscheinung: Schwarzbär „Spike“ hat sein neues Quartier bezogen und erkundet sein Zuhause im Osnabrücker Zoo. Foto: Zoo Osnabrück

Ems-Vechte