12.09.2019, 16:00 Uhr

Neues Gebäude der Mosaik-Schule in Lingen eingeweiht

Schon seit Beginn des neuen Schuljahres lernen Schüler der 8., 9. und 12. Klassen der Mosaik-Schule in ihrem neuen „Haus 6“. Am vergangenen Donnerstag wurde das Gebäude auf dem Gelände des Christophorus-Werkes in Lingen feierlich eingeweiht.

Mithilfe eines Beamers können Computeranwendungen auf das White Board projiziert werden. Durch Berührung des White Boards mit den Fingern können die Computeranwendungen über dieses gesteuert werden. Foto: Christophorus-Werk Lingen e. V.

Mithilfe eines Beamers können Computeranwendungen auf das White Board projiziert werden. Durch Berührung des White Boards mit den Fingern können die Computeranwendungen über dieses gesteuert werden. Foto: Christophorus-Werk Lingen e. V.

„Hier stand vor einigen Monaten noch ein überdachter Fahrradständer“, berichteten die Geschäftsführer des Christophorus-Werkes, Georg Kruse und Stefan Kerk, zu Beginn der Veranstaltung. „Nun stehen hier das älteste und neueste Gebäude der Mosaik-Schule direkt nebeneinander und sind mit einem Dach verbunden.“ Das Gebäude ist eines der schnellsten Bauprojekte in der Geschichte des Christophorus-Werkes; erst im Februar gab es die ersten Gespräche. Es ist in der schnell umsetzbaren Modulbauweise entstanden, doch steht Gebäuden der konventionellen Bauweise in Qualität und Dauerhaftigkeit um nichts nach. Großen Dank sprachen Kruse und Kerk dem Bauamt der Stand Lingen für die schnelle Genehmigung des Bauvorhabens aus. Dank und Anerkennung geht auch an ML Modulbau Lingen für die kurzfristige Umsetzung des Projekts sowie die unkomplizierte Zusammenarbeit. Viele weitere Beteiligte wie die BES•SER in Schuss GmbH und der Agrarbereich des Berufsbildungswerkes haben bei den Bauvorbereitungen tatkräftig unterstützt. „Mein Gefühl der vergangenen Wochen ist tiefe Dankbarkeit“, bestätigt Schuldirektor Hermann Kiepe. Er habe nicht geglaubt, dass man es in so kurzer Zeit schaffen könne und dankte allen Beteiligten, nicht zuletzt auch dem Förderverein, dem Elternbeirat, allen Schülerinnen und Schülern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mosaik-Schule für ihre herausragende Arbeit.

Nur mit einem solchen gegenseitigen Vertrauen könne man so etwas schaffen, unterstrich Pastor Gernot Wilke-Ewert. „Wir brauchen Geschichten des Lebens. Sie machen uns Mut; das muss man weitererzählen.“ Pastor Wilke-Ewert und Pfarrer Thomas Burke segneten Schülerinnen und Schüler, Mitarbeitende und Räume der Mosaik-Schule. Unterstützt wurden sie dabei von den Schülerinnen und Schülern, die während der Einsegnung das Lied „Mosaik-Schule – Das sind wir!“ zum Besten gaben. Auch Christoph Hofschröer und Stefan Höötmann, beide Geschäftsführer von ML Modulbau Lingen, und Produktionsleiter Frederic Beine kamen in Begleitung von Architekt Carsten Ripperda zur Einweihung. Sie übergaben neben einem Blumenpräsent und einem Scheck über 1000 Euro für Herzenswünsche für die Mosaik-Schule auch ein „Jenga“-Spiel. Damit könnten schon einmal weitere gemeinsame Projekte für die Zukunft geplant werden, erklärt Beine den Hintergrund der ungewöhnlichen Gabe.

Im Zuge des Neubaus wurden alle vier neuen Klassenzimmer mit sogenannten White Boards ausgestattet. Der Einsatz der White Boards ermöglicht einen interaktiven Unterricht, in den sich auch die Kinder, die nicht der geschriebenen oder gesprochenen Sprache mächtig sind, einbringen können. Ein Bild vom interaktiven Unterricht konnten sich alle Gäste im Anschluss an die Einweihung in einer kurzen Unterrichtssequenz zum Thema Weltreligionen machen.Respekt, was aus der damaligen Kinderhilfe geworden ist. Auch Richard Peters vom Fachbereich Soziales der Stadt Lingen gratulierte zum neuen Gebäude und zeigte sich froh über das gute Verhältnis zwischen Fachbereich und Einrichtung – gerade in Zeiten großer Veränderungen und vieler offener Fragen durch das neue Bundesteilhabegesetz.

Lingens Erster Bürgermeister Heinz Tellmann wünschte allen Mitarbeitenden der Mosaik-Schule die Kraft, die Kinder zu einer eigenverantwortlichen und sinnvollen Lebensführung zu befähigen – gerade jetzt, da viel über Inklusion diskutiert wird. Dabei blickte er zurück auf viele Jahre der Kooperation zwischen dem Christophorus-Werk und Lingener Grundschulen; nicht nur im Rahmen von Projekten in den Bereichen Sport, Kunst oder Musik. Die Mosaik-Schule ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Seit mehr als 19 Jahren kooperiert das Christophorus-Werk mit Lingener Grundschulen. Alle Klassen 1 bis 4 der Mosaik-Schule sind räumlich in Lingener Grundschulen angesiedelt. Auch im weiterführenden Bereich bestehe eigentlich der Wunsch nach Kooperation, erklärte Georg Kruse, Geschäftsführer des Christophorus-Werkes. Aufgrund steigender Schülerzahlen und fehlender Raumkapazitäten sei dies jedoch derzeit nicht möglich. So musste das neue Gebäude auf dem Gelände des Christophorus-Werkes an der Hohenfeldstraße mit Beginn des neuen Schuljahres fertiggestellt werden.

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