29.12.2020, 09:00 Uhr

Neues Corona-Testverfahren aus Nordhorn

LDN-Geschäftsführer Georg Manz (links) stellt dem Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann das neue Corona-Testverfahren vor. Foto: privat

LDN-Geschäftsführer Georg Manz (links) stellt dem Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann das neue Corona-Testverfahren vor. Foto: privat

Nordhorn In der Grafschaft wird Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung des Coronavirus auf allerhöchstem Niveau geleistet. Davon überzeugte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann beim Besuch des Biotechnologieunternehmens LDN (Labor Diagnostika Nord) in Nordhorn.

„Der Kampf gegen das Virus kann nur gemeinsam gelingen – und mit bestem Knowhow. LDN ist hierfür ein Paradebeispiel: Im Laufe seines fast 25-jährigen Bestehens hat sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Akteure im Bereich der Reagenzglas-Diagnostik entwickelt. Dass LDN nun diese Erfahrung nutzt, um mit Unterstützung des Bundes bessere Corona-Testverfahren zu entwickeln, ist eine gute Nachricht für die Region und uns alle“, sagt Stegemann.

Geschäftsführer Georg Manz erklärt, wie das von LDN entwickelte Testverfahren funktioniert: „Dabei sammelt der Patient selbst Kapillarblut wie bei einer Blutzuckerbestimmung und schickt die Probe getrocknet und stabilisiert an das Labor. Der Vorteil dabei ist, dass die Arztpraxen entlastet werden und die Messung der Antikörper dennoch in einer kontrollierten Umgebung statt unkontrolliert im heimischen Umfeld erfolgt.“ Durch die für das Projekt bewilligten Fördermittel im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sei bereits ein funktionsfähiger Prototyp entwickelt worden, der jetzt weiter optimiert werde. „Es ist richtig und wichtig, dass der Bund Unternehmen wie LDN unterstützt, die Forschung und Entwicklung zum Wohle der Menschen hierzulande und auf der ganzen Welt leisten“, meint Stegemann.

Insgesamt zeigt sich Manz mit dem Geschäftsjahr 2020 im Großen und Ganzen zufrieden: „Ich bin dankbar dafür, dass wir bislang gut durch die Krise gekommen sind und sich nach einem starken Rückgang im April die Umsätze im Jahresverlauf stabilisiert haben. Deshalb mussten wir auch keine Kurzarbeit anmelden.“ Problemen gebe es jedoch beim Bezug von Rohstoffen aus dem Ausland und dem Export der eigenen Produkte: „Das liegt daran, dass die Luftfracht derzeit schwierig ist, da kaum Flugzeuge verfügbar sind.“ Sorge um die Zukunft der eigenen Corona-Test-Entwicklung macht man sich bei LDN indes nicht, denn: „Wir werden uns noch länger mit Corona und seinen Folgen auseinandersetzen müssen. Außerdem wird diese – leider – wohl nicht die letzte Pandemie gewesen sein.“ Um Irritationen zu vermeiden, weist Manz noch darauf hin, dass LDN den entwickelten Corona-Test nicht direkt an Patienten abgeben dürfe.

Nun hoffen Stegemann und Manz, dass Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft auch weiterhin möglichst an einem Strang ziehen, damit es im neuen Jahr schnell wieder bergauf gehen kann.

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