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17.11.2019, 14:00 Uhr

Neuer Band der „Emsländischen Geschichte“ erschienen

Artikel über kriegerische Auseinandersetzungen in der Grafschaft bilden einen Schwerpunkt.

Neuer Band der „Emsländischen Geschichte“ erschienen

Kriegerische Auseinandersetzungen in der Grafschaft bilden einen Schwerpunkt im neuen Band der „Emsländischen Geschichte“.

In dem frisch aus der Druckerei gekommenen neuen Band 26 der „Emsländischen Geschichte“ der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte, in dem Artikel rund um die Grafschaft einen Schwerpunkt bilden, spielen kriegerischen Zeiten die Hauptrolle.

Lara Krölls untersucht in ihrer Examensarbeit den Versorgungsmangel in der ländlichen Grafschaft Bentheim während des Ersten Weltkriegs sowohl in den Textilzentren als auch in den häufig nicht beachteten Dörfern. Dabei schildert sie die Versuche der Behörden, dem Mangel Herr zu werden, aber auch die mehr oder weniger legalen Bemühungen der Bevölkerung, sich zu versorgen, sei es durch Einkäufe in den Niederlanden, durch Schmuggel oder Schwarzschlachtungen.

Der Schmuggel spielt ebenfalls eine große Rolle im Beitrag von Dr. Dick Schlüter aus Enschede. Er schildert die Zeit des Ersten Weltkriegs auf der niederländischen Grenzseite, vor allem in der Twente, wobei immer wieder auf die Grafschaft schaut – ob beim Schmuggel, der Flucht von Kriegsgefangenen und Deserteuren über die Grenze oder auf die Lage in der beiderseits der Grenze dominierenden Textilindustrie.

Dieser Blick von niederländischer Seite auf den Krieg ist gerade für die Grafschaft besonders interessant. Beide Autoren haben intensiv Grafschafter Schulchroniken sowie Lokalzeitungen ausgewertet, sodass hier neben den großen Gemeinden auch viele kleine Ortschaften berücksichtigt werden.

Den letzten Kriegen, bei denen Kampfhandlungen auf Grafschafter Boden stattfanden, widmet sich Manfred Fickers. Es handelt sich um den Ersten und Zweiten Koalitionskrieg in der napoleonischen Ära, als die französischen Revolutionstruppen von den Niederlanden her um 1800 auf die Grafschaft vorrücken.

Deutsche und britische Truppen – Hannover, an das die Grafschaft seinerzeit verpfändet war, gehörte zum britischen Empire – versuchten letztlich vergeblich, die Franzosen aufzuhalten. Sie belagerten und eroberten die Burg Bentheim und vertrieben in einem Gefecht bei Schüttorf die Koalitionstruppen aus dem Bentheimer Land. Die geplante Schutzlinie entlang der Ems konnte dann nicht gehalten werden.

In der Rubrik „Natur und Umwelt“ findet sich ein Beitrag von Dr. Helmut Lensing und Dr. Erhard Nerger über den Eisvogel im Emsland und in der Grafschaft Bentheim und dessen Bestandsentwicklung – wie gewohnt mit vielen hervorragenden Fotos illustriert, darunter vom bekannten Naturfotografen Armin Siemering aus Schüttorf. Helmut Lensing führt ferner seine Untersuchung über die katholische Zentrumspartei in der Provinz Hannover während der Weimarer Republik fort.

In diesem Teil geht um die Organisation der Partei, wobei natürlich auch die Grafschafter Parteigliederung untersucht wird. Darüber hinaus finden sich in dem Band noch plattdeutsche Gedichte von Karl Sauvagerd und Carl van der Linde. Das Werk von 422 Seiten ist zum Preis von 25 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-9818393-8-8) erhältlich. Das neue Buch kann dort verbilligt erworben werden. Anmeldungen zur Buchvorstellung zwecks Planung der Verpflegung werden unter kontakt@emslandgeschichte.de erbeten. Emsländische Geschichte