02.02.2021, 11:17 Uhr

Neuenhaus gewinnt mit Digitalisierung Innovationspreis

Im Neuenhauser Rathaus ist die Freude über den Gewinn des Innovationspreises groß. Archivfoto: Westdörp

© Westdšrp, Werner

Im Neuenhauser Rathaus ist die Freude über den Gewinn des Innovationspreises groß. Archivfoto: Westdörp

Ulm/Neuenhaus Mit einem Innovationspreis zeichnet das Ulmer Unternehmen Axians Infoma kommunale Verwaltungen für zukunftsorientierte Projekte aus. Gewinner der zum achten Mal in Folge verliehenen Ehrung ist in diesem Jahr die Samtgemeinde Neuenhaus. Die beiden anderen Preisträger, die Stadtbetriebe Grevenbroich und die Kreisstadt Bergheim stammen aus Nordrhein-Westfalen. „Alle drei Preisträger haben sich mit beispielgebenden Digitalisierungsprojekten auf Basis von ,Infoma newsystem‘ beworben“, erläutert Holger Schmelzeisen, Geschäftsführer von Axians Infoma. Das mit den Auszeichnungen verbundene Preisgeld soll selbst gewählten sozialen Zwecken zugutekommen.

Überzeugendes Digitalisierungskonzept

Professor Dr. Jens Weiß von der Hochschule Harz hat die zahlreich eingereichten Projekte bewertet. Die Samtgemeindeverwaltung Neuenhaus konnte sich mit einem Projekt zur umfassenden Digitalisierung von Prozessen im Finanzbereich inklusive Anbindung an das Bürgerportal „OpenR@thaus“ durchsetzen. Überzeugt hat den Juror vor allem „das Verhältnis von Maßnahmen zur internen Modernisierung der Verwaltung, um das Angebot an digitalen Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger zu erweitern“. Das Preisgeld von 5000 Euro will die Samtgemeinde Neuenhaus zur Anschaffung von Konzerttechnik für ihr Jugend- und Kulturzentrum verwenden.

Schluss mit der Zettelwirtschaft

Mit dem Projekt „Digitalisierung der Leistungserfassung, der Spielplatz- und Straßenkontrolle auf dem Bauhof“ sicherten sich die Stadtbetriebe Grevenbroich einen der beiden Finalistenplätze. Nach Ansicht von Professor Dr. Weiß ist „die erfolgte durchgängige Digitalisierung von Disposition, Erfassung und Steuerung der gesamten Leistungserbringung ein guter Grund für die Auszeichnung“. Mit dem Preisgeld in Höhe von 2500 Euro unterstützen die Stadtbetriebe Grevenbroich den Verein „Sternschnuppen für behinderte Kinder“ sowie das Haus St. Stephanus.

Innovative Webkasse

Beispielgebend war für Professor Dr. Weiß zudem die Einführung eines Systems bei der Kreisstadt Bergheim zur digitalen Abwicklung aller Ein- und Auszahlungsvorgänge über eine Webkasse unter Einbindung der dezentralen Fachämter. Das Ziel, die Prozesse der Zahlungsabwicklung mit dem Bürger sowohl für Bargeld- als auch Scheck- und EC-Kartenzahlungen vollständig und digital auszuführen, hat der Juror mit der Nominierung als zweiter Finalist honoriert. Das Preisgeld von 2500 Euro soll an das Bergheimer Tierheim gehen.

Digitalisierung im Fokus

„In diesem Jahr besonders bemerkenswert ist, dass sich die Bewerbungen um den Axians Infoma Innovationspreis nahezu ausschließlich um Prozessoptimierung und Digitalisierung drehen. Im Vergleich zu den letzten Jahren, in denen die Bewerbungen vielfach auf die Themen Transparenz und Zahlen ausgerichtet waren, stellen wir nun einen Wandel in Richtung durchgängiger digitaler interner und externer Abläufe fest“, erläutert Schmelzeisen und ergänzt: „Dabei kommt verstärkt eine ganzheitliche Sichtweise zum Tragen, die Mitarbeiter, Bürger und Unternehmen in hohem Maße berücksichtigt. Wir freuen uns, wenn wir im Zuge unseres Innovationspreises noch mehr Verwaltungen anregen, den Weg in ein smartes Government durch die intelligente Vernetzung von Prozessen einzuschlagen.“