28.12.2021, 08:30 Uhr

Neue Streuobstwiese vom BUND in Quendorf angelegt

Sie waren an der Aktion beteiligt: Familie Stüvel, die die Fläche zur Verfügung gestellt hat, sowie Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Grafschaft Bentheim. Foto: BUND

Sie waren an der Aktion beteiligt: Familie Stüvel, die die Fläche zur Verfügung gestellt hat, sowie Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Grafschaft Bentheim. Foto: BUND

Quendorf In der vergangenen Woche wurde in Quendorf eine neue Streuobstwiese mit 20 hochstämmigen regionalen Obstsorten angelegt. Familie Stüvel stellte dazu auf ihrer Hofstelle eine etwa 2500 Quadratmeter große Fläche zu Verfügung. Levert Stüvel pflanzte mit weiteren Familienangehörigen und Unterstützung der BUND-Kreisgruppe Grafschaft Bentheim verschiedene Obstsorten auf seinem Grundstück.

Gepflanzt wurden die Apfelsorten Jakob Fischer, Roter Boskop, Purpurroter Cosinot und der Horneburger Pfannkuchenapfel sowie die Birne Clapps Liebling, die Zwetsche The Czar, die Pflaume Ontario, die Mirabelle Nancy sowie die Portugiesische Birnenquitte. Beratend unterstützt wurden sie bei der Sortenauswahl von Sabine Washof vom BUND Niedersachsen, die das landesweite Projekt „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen“ durchführt.

Neben der neu angelegten Streuobstwiese sollen Nisthilfen und Blühbereiche für eine große Artenvielfalt auf der Fläche sorgen. Es soll in diesem sonst sehr intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiet eine weitere Oase für Tiere und Pflanzen geschaffen werden.

In der Grafschaft Bentheim waren bäuerliche Obstbaumanpflanzungen im Grünland mit hochstämmigen Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäumen früher noch häufiger zu sehen. „Allerdings sind sie in den letzten 35 Jahren durch die Ausweitung von Siedlungs- und Industrieflächen, die Umwandlung der Wiesen in landwirtschaftliche Flächen sowie die Vernachlässigung von Pflege und Nachpflanzung aus dem Landschaftsbild größtenteils verschwunden“, erklärt Walter Oppel, Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Grafschaft Bentheim. „Seit vielen Jahren engagieren wir mit unserer ehrenamtlichen Arbeit für den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen und freuen uns daher umso mehr, dass das Interesse an diesen Biotopen wieder steigt.“

Symbol für eine naturverträgliche Landbewirtschaftung

Die Wiederanlage von derartigen Obstwiesen stellt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz dar: Für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bilden extensiv gepflegte und genutzte Obstwiesen – eventuell mit angrenzenden Hecken und Tümpeln – einen Lebensraum, der in unserer Landschaft zunehmend seltener anzutreffen ist. Die Streuobstwiesen stellen häufig wichtige Teilabschnitte in einem Biotopverbundsystem mit anderen Landschaftselementen dar und bieten Refugien für in ihrem Bestand oft bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Zugleich sind sie Symbol für eine naturverträgliche Landbewirtschaftung.

Um diese Biotope und ihre Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten, führt der BUND Niedersachsen gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Ökolandbau und dem Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide (WPZ) das Projekt „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen“ durch. Im Rahmen des Projektes wurde ein niedersachsenweiter Verein gegründet – das Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen. „Der Verein soll als Sprachrohr, Mittler und Wissensgeber für Streuobstangelegenheiten in ganz Niedersachsen fungieren“, so Projektleiterin Sabine Washof vom BUND Landesverband Niedersachsen. „Eines der wichtigsten Vereinsziele bildet die Beratung anderer Vereine und Privatpersonen bei der Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen sowie bei der Einwerbung von Fördergeldern“, ergänzt Washof.

Gefördert wird das Projekt von den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), nach der Richtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen, RdErl. d. MU v. 16.12.2015.