11.12.2020, 10:37 Uhr

Neue Streuobstwiese in Emlichheim angelegt

Andre Lohuis, Hans Georg Wystrach vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Hendrik Derks, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert, auf einer Wiese am Coevorden-Piccardie-Kanal. Foto: Oppel

Andre Lohuis, Hans Georg Wystrach vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Hendrik Derks, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert, auf einer Wiese am Coevorden-Piccardie-Kanal. Foto: Oppel

Emlichheim In der vergangenen Woche wurde in Emlichheim eine neue Streuobstwiese mit 15 alten regionalen Obstsorten angelegt. Auf der von Nadja Koops und Andre Lohuis zu Verfügung gestellten 2400 Quadratmeter großen Fläche traf sich Lohuis mit Walter Oppel und Hans Georg Wystrach vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie mit Hendrik Derks, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert und von der BUND Kreisgruppe Grafschaft Bentheim betreut wird, auf einer Wiese am Coevorden-Piccardie-Kanal.

Gepflanzt wurden Hochstämme der Apfelsorten „Jakob Fischer“, „Groninger Krone“ und „Danziger Kantapfel“ sowie die „Doppelte Philippsbirne“, die „Große Schwarze Knorpelkirsche“, die Kirschsorte „Dönnissens Gelbe“ und die „Bühler Frühzwetschge“. Beratend unterstützt wurden sie bei der Sortenauswahl von Sabine Washof vom BUND Niedersachsen, die das landesweite Projekt „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen“ durchführt. Neben der neu angelegten Streuobstwiese sollen Nisthilfen und Blühbereiche für eine große Artenvielfalt auf der Fläche sorgen. „Wir möchten in diesem sonst sehr landwirtschaftlich und industriell genutzten Gebiet eine Oase für Tiere und Pflanzen schaffen“, freut sich Andre Lohuis.

In der Grafschaft Bentheim waren bäuerliche Obstbaumanpflanzungen im Grünland mit hochstämmigen Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäumen früher noch häufiger zu sehen. „Allerdings sind sie in den letzten 35 Jahren durch die Ausweitung von Siedlungs- und Industrieflächen, die Umwandlung der Wiesen in landwirtschaftliche Flächen sowie die Vernachlässigung von Pflege und Nachpflanzung aus dem Landschaftsbild größtenteils verschwunden“, erklärt Walter Oppel, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Grafschaft Bentheim. „Seit vielen Jahren engagieren wir mit unserer ehrenamtlichen Arbeit für den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen und freuen uns daher umso mehr, dass das Interesse an diesen Biotopen wieder steigt.“

Die Wiederanlage von derartigen Obstwiesen stellt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz dar: Für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bilden extensiv gepflegte und genutzte Obstwiesen – eventuell mit angrenzenden Hecken und Tümpeln – einen Lebensraum, der in unserer Landschaft zunehmend seltener anzutreffen ist. Die Streuobstwiesen stellen häufig wichtige Teilabschnitte in einem Biotopverbundsystem mit anderen Landschaftselementen dar und bieten Refugien für in ihrem Bestand oft bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Zugleich sind sie Symbol für eine naturverträgliche Landbewirtschaftung.

Um diese Biotope und ihre Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten, führt der BUND Niedersachsen gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Ökolandbau und dem Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide (WPZ) das Projekt „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen“ durch. Im Rahmen des Projektes wurde ein niedersachsenweiter Verein gegründet – das Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen. „Der Verein soll als Sprachrohr, Mittler und Wissensgeber für Streuobstangelegenheiten in ganz Niedersachsen fungieren“, so Projektleiterin Sabine Washof vom BUND Landesverband Niedersachsen. „Eines der wichtigsten Vereinsziele bildet die Beratung anderer Vereine und Privatpersonen bei der Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen sowie bei der Einwerbung von Fördergeldern“, ergänzt Washof.

Gefördert wird das Projekt von den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), nach der Richtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen, RdErl. d. MU v. 16.12.2015.

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