12.03.2021, 14:14 Uhr

Neue Selbsthilfegruppe für Frauen mit Endometriose gegründet

Stellen die neue Selbsthilfegruppe vor: Ninja Abraham (links) und Dr. Annegret Hölscher. Foto: Landkreis

Stellen die neue Selbsthilfegruppe vor: Ninja Abraham (links) und Dr. Annegret Hölscher. Foto: Landkreis

Nordhorn Seit Kurzem gibt es in der Grafschaft eine neue Selbsthilfegruppe für Frauen, die unter Endometriose leiden. „Immer wieder unerklärliche Bauchschmerzen und auch der Kinderwunsch bleibt unerfüllt. Hinter dem, was viele Außenstehende bei den Frauen als ,normale Bauchschmerzen‘ abtun, steckt nicht selten eine ernst zu nehmende Erkrankung, die Endometriose“, weiß Ninja Abraham, Gründerin der Gruppe. Schon kurz nach dem Start haben sich Abraham zufolge einige Betroffene gemeldet.

„Krankheit mit vielen Gesichtern“

„Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen“, erklärt Ninja Abraham und führt aus: „Dabei siedelt sich die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle an, zum Beispiel an den Eierstöcken oder zwischen Gebärmutter und Enddarm. Dies verursacht nicht nur Schmerzen, sondern kann bei den Frauen auch zu Unfruchtbarkeit führen. Die Krankheit hat viele Gesichter. Und es gibt leider nur wenige Ärzte, die auf Endometriose spezialisiert sind, und die Symptome sofort erkennen.“ Endometriose werde häufig verkannt und Betroffene würden oft mit den Symptomen allein gelassen. „Hinzu kommt, dass viele aus dem Umfeld sagen, dass Bauchschmerzen völlig normal sind. Aber normal ist das ganz sicher nicht“, betont die Nordhornerin.

Unfruchtbarkeit mögliche Folge

Da Endometriose zu Unfruchtbarkeit führen kann, werde die Diagnose oft erst gestellt, wenn die erwünschte Schwangerschaft ausbleibt. „Das ist für die Frauen ganz schwierig, da sie sich zusätzlich zu der Erkrankung noch mit der eventuellen Kinderlosigkeit auseinandersetzen müssen.“ Das werfe viele Fragen bei den Betroffenen auf, zum Beispiel „Wie geht es weiter mit der Familienplanung?“, „Was kann ich tun, damit es mir mit den Schmerzen besser geht?“ oder „An wen kann ich mich wenden, um Hilfe zu bekommen?“.

Austausch und Unterstützung

Die Selbsthilfegruppe möchte eine Anlaufstelle für die Patientinnen sein. „Endometriose ist ein Leiden, über das die Frauen mit Außenstehenden nicht so gut sprechen können. Da hilft es, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen“, berichtet Ninja Abraham. Coronabedingt gibt es noch keine festen Termine für die geplanten Treffen. Diese werden gemeinsam mit den Teilnehmerinnen abgesprochen und festgelegt. Ninja Abraham fordert an Endometriose erkrankte Frauen auf, „ihre Scheu zu überwinden und Hilfe in der Gruppe zu suchen“ und betont: „Wir wollen füreinander stark sein und uns gegenseitig unterstützen.“

Interessierte können sich per E-Mail an annegret.hoelscher@grafschaft.de an Dr. Annegret Hölscher von der Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises wenden.

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