18.11.2020, 09:27 Uhr

Neue Ideen für Arbeitswelt der Zukunft

Die Premiere des Zukunftsforums Arbeitswelt fand als reine Online-Veranstaltung statt – die eingeladenen Gäste waren via Livestream auf der IAV-Homepage dabei. Foto: IAV

Die Premiere des Zukunftsforums Arbeitswelt fand als reine Online-Veranstaltung statt – die eingeladenen Gäste waren via Livestream auf der IAV-Homepage dabei. Foto: IAV

Osnabrück Die Corona-Pandemie bestimmt nach wie vor auch das Berufsleben. Es wird eine Zeit danach geben – wenn andere krisenunabhängige Themen auch in der Arbeitswelt wieder in den Fokus rücken. Daher haben der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim (IAV) und die NiedersachsenMetall-Bezirksgruppe Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim für ihre Mitgliedsunternehmen die neue Veranstaltungsreihe „Zukunftsforum Arbeitswelt“ ins Leben gerufen. Mit dem neuen Veranstaltungsformat nehmen die beiden Arbeitgeberverbände künftig alle zwei Jahre die Arbeitswelt vertieft in den Blick und beleuchten einschlägige aktuelle Themen von heute und morgen.

Nun feierte das Zukunftsforum Arbeitswelt Premiere. Was eigentlich als Präsenzveranstaltung geplant war, hat aufgrund der aktuellen Corona-Situation als Online-Veranstaltung stattgefunden. Per Livestream auf der IAV-Homepage waren rund 100 Personen – überwiegend aus den Geschäftsleitungen und Personalabteilungen der Mitgliedsunternehmen der beiden Verbände – dabei, um einen Nachmittag lang mehr über „Agile Unternehmen – agile Personalarbeit“ zu erfahren. Aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung gibt es bereits jetzt enorme Transformationsprozesse in der Arbeitswelt. Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter sind gefordert, sich anzupassen, Arbeitsstrukturen verändern sich nachhaltig. Doch was bedeutet agiles Arbeiten für Unternehmen? Welche Faktoren zeichnen veränderungsfähige Organisationen aus? Wie motiviert man Beschäftigte, agil zu arbeiten? Welche arbeitsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten gibt es? Mit diesen und weiteren Fragestellungen haben sich die Referenten und die Zuschauer am Laptop, Tablet oder PC im Büro oder im Homeoffice intensiv auseinandergesetzt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Felix Osterheider, Geschäftsführender Gesellschafter der Osnabrücker Think Twice Consulting GmbH.

Zum Auftakt machte Sebastian Terstegen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim IfaA – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, deutlich, wie Führung und Zusammenarbeit in agilen Teams funktionieren kann und ging dabei vertieft auf den Scrum-Prozess ein. Daran anknüpfend stellte André Häusling, Gründer und Geschäftsführer der HR Pioneers GmbH, dar, wie und wo agile Arbeitsweisen im HR-Bereich zielführend sind und welche Werkzeuge und Tools sich dabei gut nutzen lassen. Jasmin Markhof, Geschäftsführerin und stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des IAV sowie stellvertretende Geschäftsführerin der NiedersachsenMetall-Bezirksgruppe, informierte, wie agiles Arbeiten und Arbeitsrecht zusammenpassen. „Das deutsche Arbeitsrecht ist mit Blick auf die Umsetzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten in vielerlei Hinsicht schon agil. Das gilt allerdings nicht für das Arbeitszeitrecht – hier wünsche ich mir mehr Agilität vom Gesetzgeber“, so Markhof. Als Best Practice veranschaulichte Christoph Wagener, Head of HR, wie agiles Arbeiten bei der Claas E-Systems GmbH in Dissen funktioniert, wo innovative, intelligente Software-Programme, Systeme und Maschinenkomponenten entwickelt werden, um die Landwirtschaft effizienter zu machen und Systeme miteinander zu vernetzen.

Das nächste Zukunftsforum Arbeitswelt findet 2022 statt. Nächstes Jahr steht dann das Zukunftsforum Bildung auf dem Programm – bislang bekannt unter dem Veranstaltungsnamen Herbstforum.

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