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12.07.2019, 16:00 Uhr

Netzwerkevent bringt Unternehmer und Studierende zusammen

Cross Border Talent (CBT) – der Titel ist Englisch, aber das Projekt nimmt die nachbarschaftlichen Länder Deutschland und die Niederlande in den Blick - genau gesagt das Euregiogebiet im Städtedreieck Münster, Enschede, Osnabrück.

Netzwerkevent bringt Unternehmer und Studierende zusammen

Workshop beim Netzwerkevent Foto: FH Münster

Das Konzept: Deutsche Studierende der FH Münster und der Hochschule Osnabrück gehen in ein niederländisches Unternehmen für ihre Abschlussarbeit und absolvieren dort, wenn es gepasst hat, im Anschluss ein Trainee. Niederländische Absolventen der Saxion Enschede gehen in einen deutschen Betrieb im Emsland, im Osnabrücker Land und in der Grafschaft Bentheim.

40 Studierende konnten die Projektpartner - zu denen die Wirtschaftsförderung Grafschaft Bentheim gehört - schon vermitteln. Und weil es noch mehr werden sollen, hatten sie Anfang Juli zum Netzwerk-Event nach Steinfurt geladen. Mehr als 70 Studierende, Unternehmer, Hochschulmitarbeiter und Multiplikatoren aus dem Bereich grenzüberschreitender Arbeitsmarkt nahmen teil.

„Es geht darum, Ideen zu sammeln, wie wir die Studierenden mit unserem Projekt noch besser erreichen“, erklärt Ralf Hilmes, Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises. „Mit einem Design-Thinking-Workshop wollen wir uns in verschiedene Personen und Perspektiven eindenken und einfühlen und dann daraus Maßnahmen ableiten.“ Denn jeder Studierende steckt in einem anderen Lebensentwurf, und beim Maßnahmenentwickeln hilft es, seine Zielgruppe zu kennen. „Es geht um Bedürfnisse und um die Hindernisse, die den Studierenden im Weg stehen“, erklärt Katrin Liebert, die den Workshop gemeinsam mit Andrea Blome moderierte.

Herausgekommen sind kreative Ideen: Exkursionen zu Unternehmen beiderseits der Grenze, gemeinsame Lehrveranstaltungen, Schnupperpraktika oder ganz konkret eine CBT-Gruppe in einem Karrierenetzwerk zum besseren Austausch. Ums Netzwerken ging es auch bei dem Event, außerdem um einen kulturellen und gesellschaftlichen Vergleich. „Es ist vielleicht nicht so außergewöhnlich, wie in die USA oder nach Spanien zu gehen, aber hinter den Kulissen ist es schon ein großer Schritt für die Studenten“, sagt Prof. Markus Schwering, Gastgeber der FH Münster in Steinfurt. „In den Niederlanden herrschen verhältnismäßig flache Hierarchen und eine Start-up-Kultur, das ist für viele Deutsche erst einmal gewöhnungsbedürftig.“ Umgekehrt sind für niederländische Studenten die Strukturen in den deutschen Betrieben ungewohnt.

Cross Border Talent läuft seit Ende 2016 und vermittelt vor allem interdisziplinär ausgebildete Studierende – auf beiden Länderseiten ist der Fachkräftemangel Thema. Für Unternehmen bietet das Projekt den Vorteil, dass die Studierenden aus dem Nachbarland „mit frischem Blick von außen“ Themen jeglicher Art, die Unternehmen beschäftigen in ihrer Bachelorarbeit untersuchen und anschließend in ihrer Traineephase umsetzen. Es bietet Unternehmen die besondere Chance, den niederländischen Markt zu erschließen.

Unternehmen, die sich für das Projekt interessieren oder sich im Rahmen einer Exkursion den Studierenden vorstellen möchten, wenden sich an die Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim. Cross Border Talent wird im Rahmen des Interreg-Programms von der Europäischen Union und den Intererreg-Partnern finanziell unterstützt.