02.11.2020, 16:45 Uhr

Neptune Energy startet Gasförderung in Hoogstede

Regionales Gemeinschaftsprojekt kommt sichtbar voran. Foto: Schöning

Regionales Gemeinschaftsprojekt kommt sichtbar voran. Foto: Schöning

Hoogstede Kürzlich startete Neptune Energy mit der Gasförderung an der Bohrung Adorf Z15 in Hoogstede eine Erfolgsmeldung für die deutsche Tochtergesellschaft der internationalen, Erdöl und Erdgas fördernden, Unternehmensgruppe. Geschäftsführer Dr. Andreas Scheck erklärt: „Die Bohrung zeigt, wie groß das Zukunftspotenzial für die Förderung von Erdgas im westlichen Niedersachsen ist, einer traditionsreichen Kernregion für uns.“

Den Anstoß für das Vorhaben gaben die Auswertungen von seismischen Untersuchungen – ein bewährtes Messverfahren zur Erkundung von Lagerstätten. Anfang 2019 startete das Unternehmen mit dem Bau des rund 9000 Quadratmeter großen Bohrplatzes auf einer landwirtschaftlichen Fläche an der Kreisstraße Bathorner Diek. Die Bohrung erreichte ihre Endteufe in rund 3500 Metern in der Formation des Karbons im Februar 2020. Die Bohranlage der Firma KCA Deutag aus Bad Bentheim wurde nach Abschluss der Arbeiten abgebaut und ein Expertenteam setzte umfangreiche Fördertests an dieser neuen Erdgasbohrung um. Das Ergebnis: Bis zu 12.000 Kubikmeter Erdgas konnten pro Stunde zu Tage produziert werden. „Wir hoffen, dass sich diese sehr guten Testergebnisse auch weiterhin bestätigen“, erklärt Scheck.

Investition in die Zukunft von Neptune Energy

Damit ab jetzt Erdgas aus der Adorf Z15 in das Leitungsnetz vor Ort eingespeist werden kann, mussten Ingenieure und Techniker viele Vorbereitungen treffen. Das Projektteam hat in den vergangenen Monaten eine Aufbereitungsanlage für das Rohgas errichtet. Das Medium wird vor Ort getrocknet, bevor es weitergeleitet wird. Dabei beteiligten sich an diesem und vielen anderen Bauabschnitten zahlreiche Firmen aus der Region. „Für die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnerunternehmen, gerade auch denen aus der Nachbarschaft, sind wir sehr dankbar. Gemeinsam konnten wir viele Herausforderungen, wie zum Beispiel Lieferengpässe durch die Corona-Pandemie, meistern“, berichtet Scheck und ergänzt: „Es handelt sich bei der Adorf Z15 um ein echtes regionales Gemeinschaftsprojekt. Viele Menschen haben da an einem Strang gezogen.“ Allein aus der Grafschaft Bentheim waren sechs Firmen für das Projekt aktiv – unter anderem beim Bohrplatzbau, Hoch- und Tiefbau sowie Rohr- und Stahlbau. Das Investitionsvolumen für die Adorf Z15 liegt bei rund 20 Millionen Euro. „Damit leisten wir auch einen Beitrag zur lokalen Wertschöpfung“, meint Scheck. Neptune Energy ist als Betriebsführer für die Bohrung Adorf Z15 verantwortlich. Wintershall Dea ist als Konsortialpartner beteiligt.

Hintergrund: Sicherheit und Umweltschutz auf dem Betriebsplatz Adorf Z15

Alle Arbeiten stehen unter Aufsicht des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Diese und weitere Behörden achten darauf, dass die in Deutschland geltenden Sicherheits- und Umweltschutzstandards eingehalten werden. Fachleute dichteten das Bohrloch durch ein System aus Stahlrohren und Zement mehrfach gegenüber dem Grundwasser ab und installieren Absperrvorrichtungen und Drucküberwachungen. Der Bohrplatz ist versiegelt und mit einem Entwässerungssystem ausgestattet, wodurch Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Niederschlagswasser, kontrolliert abgeführt werden können. Die Belange des Naturschutzes wurden nach eigener Darstellung stets durch Experten und Sachverständige betrachtet – im landschaftspflegerischen Begleitplan einschließlich einer artenschutzrechtlichen Prüfung, einer Umweltverträglichkeits-Vorprüfung sowie einer Umweltbaubegleitung bei der Errichtung der obertägigen Anlagen. Neptune Energy achte stets auf die Einhaltung der Immissionsrichtwerte und verwende Anlagen nach dem aktuellen Stand der Technik.

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