09.09.2019, 16:30 Uhr

Naturnahe Umgestaltung an der Mittelradde in Lähden

Ein Gewässerabschnitt der Mittelradde sowie eine angrenzende Fläche im nordöstlichen Bereich der Gemeinde Lähden sind naturnah umgestaltet worden. Die Maßnahme wurde jetzt abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Beim Ortstermin, von links Martina Cordes, Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Franz Dörtelmann, Verbandsvorsteher Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband 99 „Untere Hase“, Bernhard van der Ahe, Verbandsvorsteher Wasser- und Bodenverband „Mittelradde“, Heinz Wintering, Bauunternehmer, Sabine Droste, Landkreis Emsland, Henning Meyer, Dachverband Hase, sowie Burkhard Wagner und Lothar Myrrhe vom Landkreis Emsland. Foto: Landkreis Emsland)

Beim Ortstermin, von links Martina Cordes, Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Franz Dörtelmann, Verbandsvorsteher Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband 99 „Untere Hase“, Bernhard van der Ahe, Verbandsvorsteher Wasser- und Bodenverband „Mittelradde“, Heinz Wintering, Bauunternehmer, Sabine Droste, Landkreis Emsland, Henning Meyer, Dachverband Hase, sowie Burkhard Wagner und Lothar Myrrhe vom Landkreis Emsland. Foto: Landkreis Emsland)

Das Gemeinschaftsprojekt von Landkreis Emsland, Wasser- und Bodenverband (WBV) Mittelradde, Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband 99 „Untere Hase“ und Dachverband Hase ist ein weiterer Baustein für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Mit ihr wird europaweit angestrebt, alle vorhandenen Flüsse, Seen, Grundwasser und Küstengewässer in einen qualitativ „guten Zustand“ zu überführen. „Mit den Maßnahmen soll die Gewässerökologie im Emsland verbessert werden. Wir wollen eine natürliche Auenlandschaft initiieren“, sagt Dirk Kopmeyer, Dezernent des Landkreises Emsland.

Die Maßnahme wurde Ende Juni 2019 begonnen und konnte Mitte August fertiggestellt werden. Dabei wurde auf der rund drei Hektar großen Fläche des WBV „Mittelradde“ ein 240 Meter langes Nebengerinne der Mittelradde hergestellt. Das neue Gewässer wurde durch Überlaufschwellen in der Mittelradde abgetrennt. Die so entstandenen Gewässerschleifen dienen auch dem natürlichen Hochwasserrückhalt. Gleichzeitig wurden strukturverbessernde Maßnahmen im Gewässer umgesetzt, wie das Einbringen von Strömungslenkern und Totholz. Sie dienen neben der Ufersicherung auch als Unterschlupf für Kleinstlebewesen. Darüber hinaus wurden eine 2700 Quadratmeter große Sekundäraue (wieder hergestellter Überschwemmungsraum) und diverse Stillgewässer mit periodisch wechselnden Wasserständen angelegt. Durch die Aufweitung eines angrenzenden Entwässerungsgrabens konnten neue Flachwasserzonen gewonnen werden. Die übrigen Flächen wurden mit zertifiziertem, artenreichem, regionalem Saatgut eingesät. „Die heimischen Pflanzenarten werden dadurch gefördert und dem Verlust der Biodiversität wird entgegengewirkt“, erläutert Kopmeyer.

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Bei der Herstellung der Gewässer wurden etwa 7000 Kubikmeter Boden bewegt, der zum größten Teil auf der Fläche verbleiben konnte. „Die hier umgesetzte Maßnahme trägt dazu bei, den Biotopverbund am Gewässer bis zur Hase zu entwickeln“, so Kopmeyer weiter. Entlang der Mittelradde befinden sich drei NATURA-2000-Gebiete. Das Vorhaben wurde mit rund 30.000 Euro aus dem europäischen LEADER-Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und mit gut 15.000 Euro der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (NBU) gefördert. Die notwendigen Eigenmittel in Höhe von etwa 25.000 Euro standen aus Ersatzgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft zur Verfügung.

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