27.04.2022, 17:25 Uhr

NABU zeichnet „Fledermausfreundliches Haus“ aus

Karin Schaad (links) Fledermausexpertin des NABU Emsland Mitte, überreichte Marion Hanvey-Daal eine Fledermausplakette. Foto: Wiegmann

Karin Schaad (links) Fledermausexpertin des NABU Emsland Mitte, überreichte Marion Hanvey-Daal eine Fledermausplakette. Foto: Wiegmann

Meppen Das Haus der Familie Hanvey-Daal in Groß Hesepe wurden durch einige Maßnahmen in den letzten Monaten zu einem fledermausfreundlichen Haus umgebaut. So wurden beispielsweise auf dem Dachboden mehrere neue Fledermausquartiere angebracht. Nun ist es für die Fledermäuse möglich, durch ein kleines Einflugloch in den Dachboden zu gelangen, wo extra für sie geschreinerte Quartiere auf sie warten.

Auch an den Hauswänden der Familie hängen bereits Spaltenkästen und als neueste Aktion ist ein 30 kg schweres Winterquartier aufgehangen worden, um den Fledermäusen auch für die kalte Jahreszeit eine geeignete Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Karin Schaad, Fledermausexpertin des NABU Emsland Mitte, überreichte Marion Hanvey-Daal eine Fledermausplakette und eine Urkunde als Anerkennung der investierten Arbeit und als Dankeschön für das Engagement für die Fledermäuse. „Ich bin begeistert, was Marion für die Fledermäuse hier geleistet hat. Es ist eine richtige Fledermaus-Oase entstanden. Im Sommer werden wir mit so genannten Bat-Detektoren einmal prüfen, welche Fledermausarten hier vorkommen.“, freut sich Karin Schaad.

„Ich bin schon seit Jahren fledermausbegeistert und freue mich riesig, ihnen jetzt ein gutes Angebot machen zu können. Hier in der Nachbarschaft gibt es auf jeden Fall Fledermäuse und ich bin sehr gespannt, wann die Ersten bei uns einziehen und welche Fledermausart es sein wird“, erzählt Hanvey-Daal. Die Begeisterung für Fledermäuse wurde schon vor einigen Jahren bei Marion Hanvey-Daal geweckt. Damals sah sie in Belgien, wie eine marode Scheune einstürzte und viele Fledermäuse ihr Quartier verloren haben. Die Tiere flogen hilflos und suchend durch die Gegend. „Auch hier wird es immer schwieriger für die Fledermäuse etwas zu finden, da viele Gebäude gut verschlossen und isoliert sind und so zahlreiche geeignete Quartiere wegfallen. Es gibt aber auch einiges zu beachten und zu bedenken, wenn man etwas für die Fledermäuse tun möchte. Ich habe fast ein kleines Fledermausstudium in den letzten Jahren gemacht“, berichtet Hanvey Daal schmunzelnd. Wer auch etwas für Fledermäuse tun möchte, kann beispielsweise ein Fledermausbeet anlegen. Dies beinhaltet nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen. Diese ziehen durch ihren Duft die Nachtfalter an, die zur Lieblingsspeise der Fledermäuse gehören.

Auch das Anlegen eines Teiches hilft den Fledermäusen, da das Wasser Insekten anlockt und so auch eine Nahrungsgrundlage für die Flattertiere schafft.

Zusätzlich kann den Tieren auch durch das Bereitstellen von Unterschlupfen geholfen werden. Dies können Höhlen in alten Bäumen sein, die im Garten stehen bleiben, oder das Aufhängen von Fledermausbrettern oder Flachkästen kann zusätzlichen Wohnraum schaffen.

„Menschen, die sich für Fledermäuse engagieren und an ihren Häusern dulden oder willkommen heißen, können sich jederzeit für die Auszeichnung mit einer Plakette und Urkunde ‚Fledermausfreundliches Haus‘ bewerben“, lädt Hanna Clara Wiegmann, NABU Regionalgeschäftsstellenleiterin, Interessierte zur Teilnahme ein. Alle Informationen zur Bewerbung gibt es online.